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24.02.2004 Fastnachtsumzug 2004

Narren glossierten leere Gemeindekasse
87 Gruppen beim Umzug / Zahlreiche närrische Zuschauer


Auf den neuen Sportplatz wiesen die AH des FC Busenbach hin.

In Scharen lockte in diesem Jahr der Waldbronner Umzug die Narren auf die
Straßen. Dazu trug sicher das herrliche Wetter das Seine bei, lachte doch die Sonne
von einem strahlend blauen Himmel. Und das närrische Volk brauchte sein Kommen nicht zu bereuen, denn insgesamt 87 Gruppen, Wagen und Musikkapellen hatten
sich zum Waldbronner Gaudiwurm formiert, der pünktlich in der Busenbacher
Wiesenstraße startete und in Reichenbach sein Ende fand. Dort und in Busenbach
herrschte an den Ständen beim Straßenfest vor und nach dem Zug lebhaftes
fastnachtliches Treiben.
Neu war in diesem Jahr eine kleine Tribüne in der Stuttgarter Straße. Von dort aus
verfolgte ein leibhaftiger Eisbär in Gestalt des Waldbronner Bürgermeisters Harald
Ehrler gemeinsam mit Nachbarbürgermeistern, Ortsvorstehern und Gemeinderäten
nicht nur das närrische Geschehen, er ließ es sich auch nicht nehmen, die einzelnen
Gruppen über Mikrofon mit ihrem fastnachtlichen Schlachtruf zu begrüßen. Doch nun zum Zug im Einzelnen.
Eröffnet wurde er wie in den vergangenen Jahren durch den Fanfarenzug des
Jugendrotkreuz Busenbach, der mit seinen schmetternden Klängen auf den
folgenden Gaudiwurm hinwies. Die nächste Nummer stellte der TV Busenbach, der
wie andere noch später die Finanzmisere der Gemeinde aufs Korn nahm und seine
zahlreichen "Mäuse" verkünden ließ: "Ist die Gemeindekasse leer, müssen die
Mäuse vom TV Busenbach her!" Danach dann der Gesangverein "Freundschaft"
Busenbach mit seinen Paradiesvögeln, dem Griewewurschd-Express und den
Hatzenwiesengeistern. Ihnen folgte unmittelbar der Musikverein "Edelweiß"
Busenbach mit Musikkapelle und Jugendkapelle.
Alte Bekannte sind bereits die Ettlinger Moschdschelle mit ihren schönen Masken
und ihrem Ruf "Schelle Ole". Die AH des FC Busenbach war gewaltig stolz und
verkündete auf ihrem Wagen: "Die FCB-Arena ist vollkommen, jetzt kann der
Ruuuuudi kommen!" Flankiert wurde der Wagen von der Damengymnastikgruppe
und einem weiteren Wagen, auf dem auf das Dschungelcamp Bezug genommen
wurde. "Gemeindekasse Waldbronn – leeer" stellte der Schwarzwaldverein auf
seinem Wagen fest. Ins Alemannische zielten mit Masken und Auftreten die Elends-
Hexen aus Bühlertal. Wunderschöne bunte Clownskostüme trug die
Frauengemeinschaft St. Wendelin. Dass der Zug nicht aus dem Tritt kam, dafür
sorgte der Musikverein "Edelweiß" Ittersbach.
Eine stattliche Gruppe mit sehr schönen Gewändern und Masken, mit Rätschen und
einem urigen Geißhirten waren die "Philippsburger Geese", denen mit den Bühler
Quetscheteufel alte Bekannte im Waldbronner Umzug folgten. Das Linderbräu aus
Waldbronn versprach auf seinem Wagen zweierlei :"Waldbronn hat leere Kassen,
war dem Abgrund nie so nah, wird trotzdem nicht verlassen, seine Brauer bleiben
da!" und dann noch: "Trotz Teuro, die Freibierpreise bleiben stabil!" Mit ihren
lautstarken "Krah, Krah, Krah" machten die Führing-Barthel aus Hörden auf sich
aufmerksam. Auf die Sanierungswelle in der Gemeinde spielten die Etzenroter
Vereine auf ihrem Wagen an und hatten als letztes Objekt nach Rathaus, Eistreff
und Kurhaus ihre Wiesenfesthalle aufgelistet und fragten: "Kein Industriegelände
und kein Geld, Waldbronn, der ärmste Ort der Welt?"
Auch bei einem noch so strikten Sparkurs der Kommune nicht verzagen will die
Jugendfeuerwehr Waldbronn, und so präsentierte sie die Feuerspritze von 1939 im
Umzug. Mit fünf Gruppen war der Musikverein "Lyra" Reichenbach im Zug vertreten: Kindergarde, Jugendgarde, Tanzgarde, Musikkapelle und seinem Elferratswagen. Ihnen folgten die altbekannten AH-Hexen des TSV Reichenbach und eine ganze Gruppe Neandertaler, die den Wagen des TSV Reichenbach umschwärmten und auf das Motto des Wagens hinwiesen: "Die Wirtschaft is heut so marod, es fehlt uns bald sogar das Brot, die Steinzeit is nu nemme weit, drum gibt's Supp für alle Leit."
Schöne Kostüme hatten sich auch die Schielberger Landfrauen gefertigt. Eine große
Gruppe stellten die Leiberstunger Muur-Hexen mit ihren bleichen Gesichtern und
den spitzen Hüten. Für Stimmung sorgte auch der Spielmannszug der Freiwilligen
Feuerwehr Mutschelbach. Mit einer Show-Tanz-Gruppe, einer Hipp-Hopp-Abordnung und den Dohlenaze war der Ettlinger Carnevalsverein nicht zum ersten Mal in Waldbronn dabei. Berlin und Waldbronn hatten die Reichenbacher Kleintierzüchter im Visier mit dem vieldeutigen "Leere Kassen dank Flaschen" und der Feststellung "Die Gemeinde ist ein Euro-Grab, der Bürger geht am Bettelstab" nahmen sie die Finanzmisere drastisch aufs Korn.
Mit gleich fünf Gruppen und einem Wagen zog der Gesangverein "Concordia"
Reichenbach über die närrische Meile. "Gaudi-Gugge", Frauenchor, Tanzgarde,
Kinder- und Jugendgarde waren vor, hinter und neben dem Wagen des Elferrats
gruppiert, auf dem die Praxisgebühr angeprangert wurde. Als Marxzeller
Waldmännchen kam der "Freizeit Aktiv Verein" aus Pfaffenrot. Die Narrenzunft Calw war mit ihren Berghexen nach Waldbronn gekommen. Ein altes Feuerwehrauto, das ein noch älteres abschleppte und die Frage "Ist Geiz geil?" führte die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach im Zug mit. Zu Fuß unterwegs dann wieder die Waldhufenstromer aus Schömberg, die auf einem kleinen mitgeführten Wagen einen Stierkopf räucherten und denen die "Schnaigees Gugga" aus Neuweiler mit kernigen Klängen folgte. Die Waldbronner Hexen fingen immer wieder Zuschauer, sperrten sie in ihrem Wagen und entließen sie erst, nachdem sie ihnen ihr Hexenmal aufgedrückt hatten.
Auch in diesem Jahr fand der Obst- und Gartenbauverein Reichenbach, dass überall
der Wurm drin ist. Freundliche Gesichter trugen die "Keschte-Igel" aus Oberweier bei Gaggenau zur Schau. Einen Wagen mit Musik fuhren die "Kneipen-Terroristen
Busenbach mit. Der MSC Reichenbach war mit Petrus, vielen Engeln und dem
Spruch gekommen: "Petrus kommt mit himmlischer ..." und auf der Rückseite folgte
dann die Auflösung "... Erleuchtung für Waldbronn." Wasenknoddler aus Ettlingen
mit einer Musikgruppe, Bühlot-Schrättle aus Bühl, der Tennisclub Waldbronn und die Horbachdeifl der Bürgerwehr Ettlingen waren die nächsten Zugnummern.
Mit einer großen Abordnung war wieder die Fastnachtsgemeinschaft Auerbach nach Waldbronn gekommen. Den Kinderelferrat, Tanzgarde, Jugendgarde, die Speedies
und ihre "Russe-Gugge" hatten sie neben dem Elferratswagen mit nach Waldbronn
gebracht. Die Abordnung des Karlsbader Ortsteils komplettierten die Auerbacher
Dorfhexen, denen die Talwölfe aus Bühlertal mit ihren schönen Häs und Masken
folgten. Der Brieftaubenverein Reichenbach hatte wieder ein aktuelles Thema
aufgespießt. "Maut kassieren war das Ziel, geworden ist's ein Trauerspiel" und auf
der Rückseite als Resümee: "Ganz Europa Lacht, über Stolpes Ungemach". Mit
einer Fußgruppe war der ASV Grünwettersbach zum Waldbronner Umzug
gekommen.
Der ERC Waldbronn gab seiner Freude Ausdruck, dass dank Bürgerentscheid der
Verein wieder aus der Versenkung auftauchen konnte. Die "Bohnegringel" aus
Ettlingenweier mit ihren freundlichen Gesichtern sind ebenfalls gute Bekannte im
Umzug. Mit einem römischen Triumphwagen, gezogen von Pferdestärken der
Neuzeit, fuhr das Seniorenteam des MSC Malsch im Zug mit. Die "Teufel vom
Etzenberg" kamen schlicht vom TSV aus Etzenrot, der in Regenpanik verfiel, da das
Clubhaus sinke wie die Titanic. Den Schluss markierten mit den "Froschbacher
Moorteufeln" neue Gesichter im Waldbronner Umzug.
Insgesamt hatte Wally Anderer, Zugbeauftragte im Waldbronner Rathaus, bei der
Zusammenstellung ein glückliches Händchen bewiesen. Es wurde nie langweilig und
die Gruppen waren gut gemischt. Einig waren sich alle am Schluss: es war nicht nur
ein sehr schöner Zug, es säumten auch noch selten so viele begeisterte Zuschauer
den gesamten Zugweg. Sichernd begleitet wurde der Zug von Polizei, Feuerwehr
und Deutschem Roten Kreuz.

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