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12.02.2004 Krötomobil in Waldbronn

Von Fröschen, Kröten und Salamandern
Krötomobil in Waldbronn bei Albert-Schweitzer-Schule

Ernst Frey demonstriert den Kindern
verschiedene Amphibienarten.

"Wenn ein Frosch Durst hat, muss er baden gehen, denn er trinkt mit der Haut".
Dieses und noch viel mehr über das Leben von Lurchi und Co. erfuhren die Kinder
der ersten und zweiten Klasse der Albert-Schweitzer-Schule von Ernst Frey, dem
Amphibienexperten der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege, der
am vergangenen Donnerstag mit seinem Krötomobil zu Besuch kam. Eingeladen hatte der BUND Karlsbad/Waldbronn, der sich an der Albert-Schweitzer-Schule zusammen mit der Lehrerin Monika Holletzek und der Umweltberaterin der Gemeinde Waldbronn, Isa Weinerth, im Agendaprojekt "Naturerfahrung für Kinder im Grundschulalter" engagiert. Und viel Naturerfahrung wurde den Kindern in der Veranstaltung tatsächlich geboten.
Zunächst einmal halfen sie mit, einen geeigneten Lebensraum für Frösche und
Kröten aufzubauen. Dazu benutzten sie Spielmaterialien, die Herr Frey aus den
unergründlichen Tiefen seiner vielen Taschen und Behälter hervorholte. Die Kinder
erfuhren ganz nebenbei, was Frösche, Kröten, Molche und Salamander so alles
zum Leben brauchen und warum es dem Unkerich dort nicht gefällt, wo schon der
Grasfrosch zuhause ist.
Betroffenheit machte sich breit als klar wurde, dass sehr viele Amphibien in jedem
Jahr zur Laichzeit und später bei der Rückwanderung der Jungtiere ein Opfer des
Straßenverkehrs werden.

Die Unterschiede der Amphibienarten wurde den Kindern sinnfällig vor Augen geführt.

Flugs wurden aber alle Kinder - mit Warnwesten und Lampen ausgestattet- zu
Amphibienschützern, die schließlich einen Tunnel unter die Straße bauten, durch
den die Tiere gefahrlos die andere Seite erreichen konnten. Wie die Tiere sich
fortpflanzen, die Entwicklung vom Ei über die Kaulquappe zum fertigen Frosch oder
zur fertigen Kröte waren weitere Themen dieses spannenden Vormittags, die Ernst
Frey den Kindern auf sehr anschauliche und unterhaltsame Weise nahe brachte.
Absolute Höhepunkte seiner Darstellungen aber waren die lebenden Tiere, die er
mitgebracht hatte und die von den Kindern zum großen Teil auch in die Hand
genommen werden durften. So wurde den Kindern ganz von selbst der Unterschied
zwischen Frosch und Kröte, zwischen Molch und Salamander klar. Eher für die
Experten unter den Kindern waren dann die Unterscheidungen innerhalb dieser
Gruppen. Da gab es bei den Fröschen den Springfrosch, den Grasfrosch und den
Grünfrosch, bei den Kröten die Erdkröte, die Wechselkröte und die Knoblauchkröte und bei den Molchen den Bergmolch, den Teichmolch und den Kammmolch - alles Tiere, die auch in unserer Umgebung vorkommen.

Zunächst mit Respekt begegneten die Kinder dem riesenhaften
Ochsenfrosch.

Als Ernst Frey dann noch einen riesenhaften Ochsenfrosch hervorholte, reagierten
einige Kinder zunächst mit Furcht, die aber bald in Erstaunen umschlug. Anhand
des Ochsenfrosches, der bei uns nicht heimisch ist, sich aber durchaus in unserer
Natur erfolgreich fortpflanzen kann und dabei die Existenz der hier heimischen
Amphibienarten gefährdet, erklärte Herr Frey die Schwierigkeiten, der die Natur mit eingeschleppten Tieren ausgesetzt ist.
Großes Gekreische brach aus als es hieß „Wer küsst den Frosch"? eine Frage, die
nur an die Mädchen gestellt wurde, denn schließlich haben ja nur sie Aussicht auf
einen Prinzen. Viele der anwesenden Mädchen steigerten ihre Chancen für eine
solche Partie. Sie wurden zu Froschköniginnen erklärt und erhielten aus der Hand
von Ernst Frey eine Urkunde.
Begreifen durch Begreifen - die hautnahe Begegnung mit den Amphibien hat den
Kindern und natürlich auch den Erwachsenen, die dabei waren, zu mehr
Naturverständnis verholfen. Bei aller Begeisterung für die Tiere darf aber nicht
vergessen werden, dass die Amphibien geschützt sind und von daher nicht aus der
Natur entnommen werden dürfen. Auch Ernst Frey wird selbstverständlich seine
Frösche, Kröten und Salamander, die er zu Unterrichtszwecken mit besonderer
Erlaubnis hält,  demnächst wieder in die Natur entlassen, mit Ausnahme natürlich
des Ochsenfroschs und anderer Exoten, die zu seiner Sammlung gehören. 
Die Amphibienpräsentation der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege
ist einzigartig und hat ein überzeugendes pädagogisches Konzept. Aus diesem
Grund ist es sehr zu hoffen, dass sie als pädagogisches Angebot weiter erhalten
bleibt, auch wenn Herr Frey bald in seinen wohlverdienten Ruhestand geht.

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