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19.02.2004 Auch 2004 stürmten Narren das Rathaus

"Bürgermeister, rück de Schlüssel raus"
Heftiges Wortgefecht beim Narrensturm aufs Rathaus

Kampf um den Rathausschlüssel

Ein heftiges Gerangel entwickelte sich, denn Waldbronns Bürgermeister rückte den Rathausschlüssel nicht freiwillig raus.

„Bürgermeister, es hat kei Sinn, rück de Schlüssel raus, wir stürmen jetzt des
ehrwürdige Rathaus", so Ritter Elisabeth Anderer von der katholischen
Frauengemeinschaft Reichenbach beim Narrensturm auf das Waldbronner
Rathaus. Im Eisbärkostüm schleppten sie schließlich unter den Klängen der
„Concordia Gaudi-Gugge" den Waldbronner Schultes Harald Ehrler vor die
närrische Menge.

Die Waldbronner Hexen

Gelassen betrachteten die Waldbronner Hexen das Treiben vor dem Rathaus.

Der versuchte zunächst eine Finte, im Glauben, dass sein Eisbärkostüm keiner
durchschaut –"Euer Schultes isch im Eistreff drauße, er hat zu mir gesagt, mir solle
die Rolle mal tausche"-, aber das nützte ihm wenig. Er wehrte sich zunächst
durchaus selbstbewusst, verteidigte den Eistreff –"Ja, jetzt juble se alle, denn
80.000 ware's scho bis heut"- und Sparbeschlüsse, um immer wieder festzustellen
„Ja, Ihr Narren schaut nur her, hier im Rathaus regiert der Bär!" Dabei fasste er
auch heiße kommunalpolitische Eisen wie Kurhaus oder Kindergarten Reichenbach
an ehe er mit seinem Dank an die "Motoren der Waldbronner Fasenacht" noch
schnell die Stimmung zu seinen Gunsten drehen wollte, vergaß dabei aber auch
nicht die Sponsoren des Rathaussturms wie die Firma Taller, die den Orden
anfertigte, die Bäckerei Richard Nußbaumer, von ihr kam das Essen und das Bier
steuerte die Brauerei Hoepfner bei.

Der Bürgermeister im Burgverlies

Ins Burgverlies sperrten die Rittersleut
von St. Wendelin den Waldbronner Schultes,
obwohl er sich als Eisbär "getarnt" hatte.

Elisabeth Anderer ihrerseits zeigte sich davon wenig beeindruckt, hielt dem
Schultes seine Missetaten vor –"Do steht er nun, der große Held, un in seine Tasche is koi Geld"-, zählte aber auch die Gemeinderäte mit zu den Schuldigen und verdonnerte den Schultes bis Aschermittwoch zu Kerkerhaft im Burgverlies bei
Wasser und Brot. Das Urteil wurde gemildert durch den Einspruch der Ritterfrauen
in Gestalt von Ilse Weber. Aber den Schlüssel musste der bärige Schultes nach heftigem Kampf heraus- und kurzfristig ins Verlies einrücken, ehe alle in das Rathaus einzogen.
Beim anschließenden Narrenempfang brachten die einzelnen Abordnungen von St.
Wendelin, die "Lyra-Fetzer" vom Musikverein Reichenbach und der "Narrenchor" des Gesangverein „Concordia" einige ihrer Beiträge, aufmerksam beobachtet von der Waldbronner Hexen, die immer an Fastnacht für den Mutter-Teresa-Kreis sammeln und den Etzenroter Fastnachtern, in deren Händen wohl im nächsten Jahr der Rathaussturm liegen dürfte. An alle wurde auch der Rathausorden 2004 mit vielen Küsschen verteilt, den bekanntlich die Auszubildenden der Waldbronner Firma Taller geschaffen hatten.

Beim Narrenempfang im Rathaus

Zum Abschluss trafen sich die Abordnungen der fastnachtstreibenden Vereine friedlich schiedlich zu einem Empfang im Foyer des Rathauses.

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