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23.11.2003 Geburtskonzert beim Akkordeon-Orchester

Musikalische Party zum 30. Geburtstag
Konzert des Akkordeon-Orchesters Reichenbach

Von Mozart bis zu modernen Originalkompositionen für Akkordeon
schlug das 1. Orchester den Spannungsbogen.

"In der Kürze lag die Würze" beim Konzert des Akkordeon-Orchester Reichenbach. "It's just a Party" war das Motto des Abends, der unter dem Zeichen des 30-jährigen Bestehens stand. Und so erinnerte Thomas Lehmann bei seinen Grußworten auch an die Vereinsgründung. In dieser Zeit habe das Akkordeon-Orchester viele Menschen an das aktive Musizieren herangeführt. Diesen Auftrag wolle man auch in Zukunft mit Hilfe eines großen Fördererkreises und engagierter Aktiver erfüllen. Unter den Zuhörern konnte er im Kurhaus Waldbronn Bürgermeister Harald Ehrler und Musikschulleiter Armin Bitterwolf besonders begrüßen.
Gestaltet wurde das Konzert vom Jugendensemble und dem 1. Orchester, die beide
unter der Leitung von Uwe Müller stehen. Bei beiden Gruppen war in ihrem Spiel
deutlich die solide Ausbildung und die exakte Probenarbeit zu hören. Das
Programm selbst war abwechslungsreich gestaltet und bot sicher für jeden
musikalischen Geschmack etwas, wenn auch, ohne dass dies ein Nachteil wäre,
die moderne Akkordeon-Musik deutlich überwog.

Mit beachtlichen Darbietungen fand das Jugendensemble unter
Leitung von Uwe Müller (rechts) Anerkennung und Beifall.

Das achtköpfige Jugendensemble, es spielt seit eineinhalb Jahren in dieser
Besetzung zusammen, eröffnete seinen Programmteil mit "Open Air" von Hans-
Günther Kölz, eigens für Jugendorchester geschrieben. Jeder der fünf Sätze hatte
seinen eigenen Charakter, den die jungen Musiker gut zur Geltung brachten.
Höhepunkte waren dabei der "Rockblues" mit seinen vorwärts treibenden
Rhythmen und "Irish" mit dem für dieses Land typischen Tanzrhythmen. Bei "Night
in Copenhagen" von Hartmann und Gentner wechselten ruhige, stimmungsvolle
Passagen ab mit lebhaften, schnellen Teilen, die das hektische Leben in einer
Großstadt musikalisch zeichneten. Das Stück stellte für die jungen Musiker
durchaus eine Herausforderung dar, der sie sich, von Uwe Müller am Bass sicher
geführt, jederzeit gewachsen zeigten. Mit der Titelmelodie aus "Wicki und die
starken Männer" als Zugabe verabschiedete sich das Jugendensemble.
Das erste Orchester unter der Leitung von Uwe Müller eröffnete seinen
Programmteil mit der Ouvertüre zu Mozarts später Oper "La clemenza di Tito" in der Bearbeitung von Curt Herold. Ein ganz anderes Kaliber waren die "Drei Skizzen für Akkordeonorchester" des Berliner Jürgen Ganzer. Das interessante und
in einer modernen Tonsprache komponierte Werk verlangte nicht nur von den
Musikern Präzision und hohe Konzentration, auch die Zuhörer mussten bereit sein,
sich auf eine Tonsprache einzulassen, die weitgehend traditionelle Hörgewohnheiten verlässt.
Von Martin Schrack stammt "It's just a Party", einer Auftragskomposition für
Göppingen, im Volksmund Blaidlinge" genannt, und beim "Little 'blideling' Bossa"
auch im Mittelsatz verankert. Beeindruckend hier vor allem die stampfende "Twist-
Lokomotive" des Schlusssatzes.
Mit Astor Piazola, dem Schöpfer des "Tango Nuevo" hat das Akkordeon-Orchester einen "heimlichen Lieblingskomponisten" erkoren, wie Uwe Müller in der
Anmoderation sagte. Von ihm stand diesmal der "Libertango" auf dem Programm,
bei dem sich die Musik nach einem ruhigen Beginn in ein rasantes Tempo steigerte,
wieder abebbte, um einem neuen Höhepunkt zuzustreben. Hans-Günther Kölz
hatte einige Hits der legendären "Comedian Harmonists" für Akkordeon-Orchester
arrangiert. So erklangen die unvergesslichen Ohrwürmer "Mein kleiner grüner
Kaktus", "Ein Freund, ein guter Freund" und –vom Arrangement traf es die
Stimmung der Songs der Comedian Harmonists am besten- "Veronika, der Lenz ist
da". Mit "Chinatown" von Wolfgang Russ erklang zum Abschluss eine kleine
Rockballade mit vielen Swingelementen. Als Zugabe kam nochmals Astor Piazolla
mit seinem "Novi-Tango" zu Gehör.

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