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15.11.2003 Zum Henker mit den Henks

Die Henks – keine normale Familie
Aufführung der VHS-Theatergruppe wird noch viermal wiederholt

Das Ensemble von "Chamäleon" nimmt den verdienten Beifall
entgegen und dankt seinerseits dem Publikum mit Beifall: (v.l.)
Birgit Garbatzki, Martin Kage, Franz Wallisch, Norbert Ried,
Peter Seiler, Anna Lindenau, Patricia Keller, Veronika Köppen,
Gerd Kiecherer, Klaus Schroff, Ramona Lau, Sabine Batke.

Ratten huschen über den Boden eines düsteren gotischen Hauses mitten im Moor
vor London, Spinnweben überall, skurrile Gäste, Pistolen, Messer und Gift, Blut und Leichen, damit mischt Norman Robbins in "Zum Henker mit den Henks" einen
durchaus vergnüglichen Krimi-Cocktail, den die Theatergruppe der VHS-Waldbronn diesmal ihren Zuschauern kredenzte.
Und es gab noch eine Neuerung: die Theatergruppe hat sich einen Namen
gegeben. Unter dem Mantel der Volkshochschule Waldbronn heißt sie jetzt
"Chamäleon", und wandlungsfähig wie dieses kleine Reptil zeigten sich auch die
Akteure bei dieser Aufführung. Eine Homepage haben sie sich auch zugelegt. Unter der Adresse www.chamaeleon-waldbonn.de sind sie jetzt auch im Internet erreichbar.

Wer war der Mörder? Szene aus "Zum Henker mit den Henks" der
VHS-Theatergruppe "Chamäleon" im Kulturtreff mit (v.l.) Sabine
Batke, Franz Wallisch, Veronika Köppen, Ramona Lau, Peter
Seiler (verdeckt) und Gerd Kiecherer.

Die Handlung ist schnell erzählt, ohne aber die überraschende Schlusspointe
vorwegzunehmen. Septimus Henk, letzter Bewohner von Monument House, eben
jener Residenz im Moor, ist verstorben. Sein Anwalt Mortimer Crayle lädt die noch
lebenden Mitglieder der Familie ein, um den Nachlass zu verteilen. Dabei verfolgt
er mit seiner Assistentin Zoe Mapleton aber durchaus eigene Interessen. Er will die
gesamte Familie vergiften, um selbst an das Erbe zu kommen. Allerdings gibt es da
ein klitzekleines Hindernis: die Familie Henk ist seit Generationen ein Clan höchst
erfolgreicher Profikiller. Was sich daraus dann entwickelt bis zur überraschenden
Schlusspointe, sollten sich Freunde guter Krimiunterhaltung nicht entgehen lassen.

Was hat Octavia Henk (Anna Lindenau) mit Zoe Mapleton (Ramona Lau) vor?

Für die Inszenierung sorgte wie in den zurückliegenden Aufführungen Gerd Kiecherer in Koproduktion mit der gesamten Theatergruppe. Gegen Texthänger war Birgit Garbatzki als Souffleuse aktiv, die Masken besorgte Patricia Keller. Für das
stimmige Bühnenbild und die Bühnentechnik war Martin Kage zuständig, die
Beleuchtung lag in den Händen von Karl-Heinz Batke und das Kamingemälde hatte
Simone Keller-Stader entworfen und ausgeführt.
Schon der Personenzettel zieht eine klare Trennungslinie zwischen der Familie
Henk und den Fremden. Da ist die "Raumpflegerin" Vernon Previtt, der Franz
Wallisch –er wird von Aufführung zu Aufführung besser- unverwechselbares Profil
verleiht, ihm assistiert Sabine Batke als Edna Honeywell, vor allem ihre jeweiligen
Abgänge sind sehenswert. Aalglatt mit blondem Toupet gibt Klaus Schroff den
linken Rechtsanwalt, dem Ramona Lau als seine Sekretärin wirkungsvoll assistiert.
Geheimnisvoll bis zum Schluss bleibt die eigentliche Rolle von Larry Lewiss, einem
Kinderclown, dem Gerd Kiecherer unverwechselbares Profil verleiht.
Den Fremden stand aber die Familie Henk in nichts nach. Typgenau Anna
Lindenau als Octavia Henk, die Älteste der Sippe, die überall eine besondere Aura
wittert. Veronika Köppen war eine teilweise herrlich unbedarfte Athene Henk, hinter deren freundlichem Äußeren aber die blanke Mordlust immer wieder durchblitzte.
Einen eiskalten und auf Männer scharfen Engel stellte Patricia Keller als Fabia
Henk auf die Bühne. Neben diesem Damenflor schlugen sich Norbert Ried als stets
hungriger Sir Henry Henk und Peter Seiler als finsteres Familienoberhaupt Dr.
Augustus Henk tapfer und sorgten für manche Pointe.

Warum erscheint Larry Lewiss (Gerd Kiecherer) nur mit einem Badetuch bekleidet, fragen sich  (v.l.) Veronika Köppen, Patricia Keller, Ramona Lau und Anna Lindenau.

Krimifreunde haben noch viermal Gelegenheit, diese sehenswerte Aufführung im Kulturtreff Waldbronn zu besuchen. Wiederholungen sind jeweils am Samstag, 22. und 29. November um 20 Uhr und an den beiden Sonntagen 23. und 30. November, dann allerdings schon um 18 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der VHS Waldbronn, Tel. 07243-69091.

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