Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.730.040

Volltextsuche



 

12.10.2003 Wegkreuz gesegnet

Kreuz lenkt Blick auch in Zukunft
Segnung des renovierten Wegkreuzes in der Kronenstraße

Nach der Renovation neu gesegnet wurde das 200 Jahre alte Wegkreuz in der Reichenbacher Kronenstraße.

Das aus dem Jahre 1803 stammende Steinkreuz in der Kronenstraße vor der
heutigen Schwarzwald-Apotheke erstahlt jetzt in neuem Glanz. Nachdem es im Juni abgebaut worden und zu dem Oberkircher Steinbildhauer Michael H. Huber gebracht worden war, kam es jetzt in neuer Schönheit wieder zurück. In einer kleinen Feierstunde wurde es nun neu eingesegnet. Musikalisch wurde die Feier durch den Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot und Almut Schneider (Gitarre), Ulrich Enters (Blockflöte), beide Lehrkräfte an der Musikschule Waldbronn.
Dass das Kreuz überhaupt renoviert werden konnte, verdankt es den beiden
Reichenbacher Familien Peter Sarbacher und Michael Taller, die für diese Arbeiten
die komplette Finanzierung übernommen haben. Darauf wies auch Bürgermeister
Harald Ehrler dankend bei seiner Ansprache hin.
Peter Sarbacher erinnerte an den Zustand des Kreuzes vor der Renovation, und
dass es in früheren Jahren immer als Station in die Fronleichnamsprozession
einbezogen war. Den Auftrag zur Renovation erhielt der Oberkircher Steinbildhauer
Michael H. Huber. "Über das gelungene Werk freuen wir uns sehr", so Sarbacher,
der besonders die Aufmerksamkeit auf die Sockelinschrift legte.
Die Originalinschrift war teilweise zerstört oder unter mehreren Farbschichten
verborgen. Unter Mithilfe der Nachbarin Waltraud Becker setzte Huber die
Bruchstücke zusammen, so dass sich heute wieder die ursprüngliche Inschrift am
Kreuzessockel befindet, die lautet: "Stehe still hier, oh Wandersmann, schau hier
Dein Vorbild an, und denke, dass Herr Jesu Christ für Dich gekreuzigt worden ist.
Gestiftet von Alban Kunz Und Elisabeth Nußbaumer 1803
."
Christoph Schwarzkopf vom Landesdenkmalamt Karlsruhe erinnerte an die Zeit vor 200 Jahren, die von Kriegsläufen geprägt den Menschen in Reichenbach so bittere Not bescherte, dass sie sich sogar in einer Bittschrift an den Markgrafen wandten. Wenn man zudem bedenke, dass ein Künstler der damaligen Zeit für ein solches Kreuz soviel erhielt wie das Jahreseinkommen eines Bauern, so könne man die Größe dieser Stiftung erst richtig ermessen. Der Anlass sei zwar nicht eindeutig klar, doch sei die Stiftung eines solchen Kreuzes ein Dank über den Tag hinaus gewesen, und dies sei auch die Renovierung, veranlasst von den Familien
Sarbacher und Taller.
"Die Segnung des renovierten Wegkreuzes ist ein besonderer Anlass für die
Gemeinde", so Bürgermeister Harald Ehrler. Dank gelte es den beiden
Reichenbacher Familien zu sagen. Das Kreuz sei eine Erinnerung an die
vergangenen 200 Jahre, lenke den Blick aber auch in Zukunft. Dort warte, so der
Bürgermeister, bereits ein weiteres Wegkreuz auf die Renovierung. Da es baufällig
war, habe die Gemeinde es abgebaut und bei einem Bildhauer eingelagert,
aufgrund der Finanzmisere sehe man sich derzeit aber außerstande, den Auftrag
zur Renovation zu vergeben.
Den Gedanken griff Peter Sarbacher bei seinen Schlussworten auf. Eine Chronik
über Kreuzte in Reichenbach könne gekauft werden, und er wies auf zwei
Spendentöpfe hin. Der Erlös aus beidem komme dem vom Bürgermeister
angesprochenen Kreuz bei der Kochmühle zu Gute und solle als Grundstein für
eine Renovation dienen. Am Schluss der Feier hatten alle Anwesenden die
Gelegenheit sich auf einer Urkunde zu verewigen, die mit einigen Zeitdokumenten
wie Tageszeitung und Amtsblatt in einer Kassette im Sockel des Kreuzes
eingemauert werden.

[<< Übersicht]