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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


15.01.1999 Neujahsempfang der Gemeinde


Neujahrsempfang 1999:

Revolution und Auto für Schwester
Dr. Clemens Rehm sprach über Pfarrer Karl Kast
Auto für Schwester Ansgara mit Spenden finanziert



Zwischen Badischer Revolution und einer Überraschungsspende spannte sich der Bogen beim Neujahrsempfang der Gemeinde Waldbronn im Kurhaussaal, nach Meinung vieler war es einer der abwechslungsreichsten und gehaltvollsten Empfänge in den zurückliegenden Jahren. Musikalisch umrahmt wurde das kurzweilige Programm durch Gerrit Reichl und Ulrich Enters von der Musikschule Waldbronn und dem Quartett „Barbershop Sixpack“ aus Karlsruhe, das mit bewundernswerter Sicherheit im Stile der legendären Comedian Harmonists Begeisterungsstürme im Saal auslöste und nicht ohne Zugabe von der Bühne kam.
Die Gäste
Eine große Reihe von Gästen konnte Bürgermeister Martin Altenbach zum Neujahrsempfang begrüßen. Wörtlich führte der Bürgermeister aus: „Gemeinderat und Bürgermeister freuen sich darüber, daß Sie so zahlreich unse-rer Einladung in das Waldbronner Kurhaus gefolgt sind. Ich entbiete Ihnen allen die besten Grüße zum neuen Jahr. Wie auch in den Vorjahren sind heute neue Gesichter unter uns, weil wir es zur Regel gemacht haben, jährlich und abwech-selnd Mitbürgerinnen und Mitbürger aus allen Bevölkerungsschichten einzuladen. So begrüße ich all diejenigen, die das erste Mal unter uns sind, besonders herzlich.
Ich begrüße den Bundestagsabgeordneten Klaus Bühler und den Landtagsabgeordne-ten des Wahlkreises Ettlingen, Dr. Erwin Vetter. Unser Gruß gilt aber auch Ihnen, Herr Landrat. Ich sehe von hier Kollegen aus den Nachbargemeinden, nämlich die Herren Raab, Seeger, Becker, Rutschmann, Süß und die Bürgermeisterstellvertreterin Frau Marzluf aus Rheinstetten. Aus dem Nachbarschaftsstadtteil Wettersbach ist der amtierende Ortsvorsteher Horst Weiland für den urlaubsbedingt abwesenden Herrn Frank gekommen. Wie im Vorjahr gilt unser Gruß Ihnen, Herr Kugler aus Lembach im Elsaß.
Sehr zahlreich sind diverse Behördenvertreter anwesend, wobei ich besonders die Vertreter der Landespolizei und Damen und Herren begrüße, die im Feuer-wehrdienst, in der Altenpflege oder im Sanitätswesen rund um die Uhr engagiert sind.
Die Handwerkskammer ist durch Vizepräsident Kunz präsent. Stellvertretend für Handel, Gewerbe und Banken möchte ich in diesem Jahr Herrn Danke von der Commerzbank erwähnen. Ein Willkommensgruß gilt Herrn Forstdirektor Schäfer und den zahlreich er-schienenen Industrie- und Gewerberepräsentanten aus unserer Gemeinde, an-geführt durch den alle Jahre hier präsenten Senior, Herrn Lossau. Herzlich willkommen heiße ich die Damen und Herren von Presse und Rundfunk, herzlich willkommen ebenfalls die zahlreich erschienenen Vertreter von Vereinen und der Waldbronner Schulen.
Ein guter Schluß ziert alles. So freue ich mich, daß unsere Ehrenbürger, Herr Geistlicher Rat Kneis, und Herr Geistlicher Rat Lehmann, zu uns gekommen sind mit Herrn Pfarrer Helfrich und Pfarrer Greulich.
Rückblick des Bürgermeisters
Positiv fiel der Rückblick des Ortsoberhaupts auf das abgelaufene Jahr aus. Die Gewerbesteuereinnahmen erhöhten sich um 3,5 auf 13 Millionen Mark. Dieses gute Ergebnis habe den Gemeinderat veranlasst, den Hebesatz für diese Steuer um 10 Punkte zu senken. Wehmütig stellte Altenbach fest, dass vom gesamten Betrag rund 40 Prozent an das Land und den Landkreis abzuliefern seien. „Wer eine hohe eigene Steuerkraft hat, muss zum Ausgleich für die Kommunen, die weniger haben, in einen Ausgleichstopf zahlen. Das Prinzip ist zwar richtig, nur die Höhe schmerzt etwas!“
Der Bürgermeister streifte dann wichtige Vorhaben des zurückliegenden Jahres. Eine günstige Bilanz habe mit 3,5 Prozent Waldbronn auch bei den Arbeitslosen aufzuweisen. Diese günstige Bilanz sei vor allem den Waldbronner Gewerbetreibenden zu danken. Dabei hob Altenbach das Ausbildungsprogramm „Oskar“ hervor, an dem der Waldbronner Malerbetrieb Franz Csernalabics mit gutem Erfolg teilnehme.
Karl Kast, Pfarrer und Revolutionär
In einem hervorragenden Vortrag beleuchtete Dr. Clemens Rehm vom Generallandesarchiv in Karlsruhe Zeit und Person des Reichenbacher Seelsorgers Karl Kast. Die Erinnerung an die Ereignisse der Badischen Revolution sei 1999 richtig angesiedelt, habe sie ihre Ende doch mit dem Fall Rastatts im Juli 1899 gefunden. Rehm zeichnete ein lebendiges Bild der unterschiedlichen Strömungen in Kirche und Staat Mitte des vorigen Jahrhunderts. Karl Kast, so sein Resümee, stellte kein Einzelfall, „sondern eher das typische Schicksal eines engagierten Geistlichen dar.“
Rehm schloss mit den Worten: “Wenn Karl Kast heute leben würde, wäre er kein Revoluzzer mehr, viele seiner sozialen und politischen Wunschträume sind Wirklichkeit geworden. Allerdings - und da bin ich gewiss -, er hätte ohne zu zögern das Kirchenvolksbegehren unterschrieben.“ BdS übergab Neujahrsbrezel
Die schon traditionelle Neujahrsbrezel in Form von Backwaren, garniert mit Wurstwaren, kam in diesem Jahr von der Bäckerei Richard Nußbaumer und der Metzgerei Siegfried Marggraf, beide Busenbach. Die Präsente werden nach des Bürgermeisters Worten wie alljährlich der Nachtschicht des Polizeireviers Ettlingen zukommen.
BdS Vorsitzender Gerhard Becker ging in seinen Grußworten ebenfalls auf die Gewerbesteuer ein und „war dankbar dafür, dass der Hebesatz um zehn Punkte vermindert wurde.“ Auch hätten Verwaltung und Gemeinderat in den zurückliegenden Jahren Bedingungen geschaffen, unter denen Betriebe neu entstehen und sich gut entwickeln konnten. Nichts wäre jetzt gefährlicher als Stillstand. Becker hoffte, dass Regierung und Parteien nach „dem Durcheinander der letzten Monate sich endlich auf eine Wirtschafts-, Energie- und Steuerpolitik verständigen, die über den Tag hinaus Vertrauen schafft.“ Der Mittelstand habe nämlich die wenigsten Möglichkeiten, sich hemmenden Einflüssen zu entziehen.
Ein Auto als Überraschungsspende
Eine Überraschung besonderer Art kündigte Bürgermeister Martin Altenbach mit folgenden Worten an: „Drei Jahrzehnte hat hier die Gengenbacher Ordensschwester Ansgara selbstlos und hilfreich in der Krankenpflege gewirkt. Heute lebt und arbeitet sie in der Krankenpflege im Konvent der ,,Franziskanerinnen vom göttlichen Herzen Jesu" in Heiligenzell. Beiläufig hat sie mir gesagt1 daß sie zur umfassenden Erledigung ihrer Aufgaben häufig unterwegs sei, um Arztbesuche oder die Medikamentenbeschaffung bewältigen zu können. Kurzum, ich meine, Schwester Ansgara, Sie brauchen ein geeignetes und sparsames neues Fahrzeug.“
Danach rollte ein nagelneuer Renault Twingo in den Saal, wegen der Wegfahrsperre beim Start zwar etwas mit Problemen behaftet, aber mit einem kräftigen Schub durch Herbert Masino steuerte sein Bruder Willibald das Fahrzeug in den Saal. Bürgermeister Altenbach erklärte der sichtlich überraschten Schwester danach, wie das neue Fahrzeug finanziert wurde: „Diese Überraschung wurde nur möglich durch zahlreiche Spender, die ich nun namentlich nennen möchte. Es waren dies die Gemeinderäte der Gemeinde Waldbronn, Andrea Schuhmacher, Willibald Masino, Familie Michael Taller, der BdS Waldbronn mit Gerhard Becker an der Spitze, der Förderverein Lions-Club Waldbronn vertreten durch Al-fons Zschockelt, Familie Richard Nußbau-mer, die Kolpingfamilie Busenbach mit Manfred Peter, die Sparkasse Ettlingen vertreten durch Direktor Kurt Rössler, und vor allem Wolfgang und Ursula Krasser vom gleichnamigen Ettlinger Autohaus. Weitere Spenden für das neue Fahrzeug nehmen wir gerne noch entgegen.,“ erklärte der Bürgermeister zum Schluss.
Mit Small-Talk, allseits guten Wünsche fürs neue Jahr, Austausch von Meinungen, Verabredung von Terminen, dazu ist der jährliche Neujahrsempfang der Gemeinde ein gutes, jährlich wiederkehrendes Forum, klang der Abend schließlich bei Getränken und Laugestangen harmonisch aus.