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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


08.12.2001 Waldbronner Feuerwehr übte im Eistreff


Dicker Qualm drang am Samstag Abend aus allen Ritzen des Eistreff Waldbronn nach außen. Über dem Dach stand eine dicke Rauchwolke. Ein Schwelbrand in der Elektroverteilung war die Ursache nicht nur für den Qualm, auch für die Finsternis im gesamten Gebäude, die Stromversorgung war ausgefallen. Im Gebäude befand sich zudem eine zunächst unbekannte Zahl von Personen, die es zu retten galt. Sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr waren dabei mit rußverschmierten Gesichtern im Einsatz.
So die Übungsannahme für die unangekündigte Alarmübung der Waldbronner Feuerwehr, die Jannis Duffner und Christian Müller von der Abteilung Etzenrot ausgearbeitet und perfekt vorbereitet hatten. Um 17:14 Uhr wurde der Alarm über Meldeempfänger und Sirenen ausgelöst. Sechs Minuten später traf mit Blaulicht und Martinshorn das erste Fahrzeug der Abteilung Busenbach beim Eistreff ein, nur unwesentlich später kam von der anderen Seite Reichenbach. Nur in Etzenrot wollte zunächst die Tür am Gerätehaus nicht aufgehen, die Türautomatik hatte nicht ausgelöst.
Den Feuerwehrleuten war schnell klar, dass ohne Atemschutz kein Vordringen in das Gebäude möglich war, bereits im Vorraum sah man die sprichwörtliche Hand vor den Augen nicht mehr, Disconebel hatte ganze Arbeit geleistet. Inzwischen trafen auch weitere Einsatzkräfte ein, zum Schluss war die Waldbronner Wehr mit allen acht Fahrzeugen und mit 56 Mann vor Ort. Zur Unterstützung wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Karlsbad die Drehleiter angefordert, von Bruchhausen kamen zwei Feuerwehrleute mit einer Wärmebildkamera, um bei der Suche nach vermissten Personen zu helfen, und um den zunächst unbekannten Brandherd zu lokalisieren. Die Einsatzleitung übernahm Waldbronns Ortskommandant Peter Weißenborn.
Zuschauer gab es bei dieser unangekündigten Übung fast keine. Vor Ort war aber Waldbronns Bürgermeister Harald Ehrler, der sich vom Leistungsvermögen der Waldbronner Wehr beeindruckt zeigte und sich auch von der Einsatzleitung über den Ablauf der Übung detailliert informieren ließ.
Der Ablauf der Übung bewies einmal mehr, dass bei der Waldbronner Feuerwehr in den Abteilungen gute Arbeit geleistet wird. Sorgfältig, aber doch in der gebotenen Schnelligkeit wurden die einzelnen Maßnahmen getroffen. Insgesamt acht Atemschutztrupps drangen in das dunkle, völlig verqualmte Gebäude vor, durchsuchten die einzelnen Räume nach Personen und leiteten die Bergung ein. Eine Person musste dabei durch einen Schacht geborgen werden, andere wurden aus dem Gebäude befreit und dem Deutschen Roten Kreuz, alarmiert waren die Bereitschaften aus Busenbach und Etzenrot, zur Behandlung übergeben. Auch der Schwelbrand in der Elektroverteilung im Keller wurde gefunden und gelöscht. Danach konnte dann der gesamte Eistreff entlüftet werden, um den Qualm aus dem Gebäude zu treiben, ebenfalls ein Teil der Übung.
Schwierigkeiten bereitete bei den örtlichen Gegebenheiten einmal die Größe des Objekts, das es zu durchsuchen galt. Bei den Atemschutztrupps stieß die Waldbronner Wehr dabei fast an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine andere Schwierigkeit zeigte sich, dass durch die massiven Betonwände im Untergeschoss der Sprechfunk mit den Atemschutztrupps stark beeinträchtigt wurde, im Ernstfall kann das ein Sicherheitsrisiko für die Wehrleute sein.
Bei der Abschlussbesprechung in der ehemaligen Pistenbar des Eistreff zog Ortskommandant Peter Weißenborn jedenfalls ein positives Fazit der Übung. Der Eistreff, so seine Aussage, sei gewählt worden, da er in der Größe einem Industrieobjekt gleich komme. Nachgegangen müsse, so Weißenborn auch dem Problem mit der Tür am Etzenroter Gerätehaus. In einem Ernstfall könne sich dies fatal auswirken.

Mit Atemschutzgeräten drang die Wehr in den völlig verqualmten Eistreff vor (Bild links).
Mit einer Seilwinde wurden eingeschlossene Personen durch einen Schacht geborgen.