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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


28.11.2001 Restliche Eistreff -Sanierung beschlossen


Für insgesamt 15 Millionen Mark soll der Waldbronner Eistreff in den beiden nächsten Jahren saniert werden. Der Kostendeckelung auf diesen Betrag, so ein Antrag der CDU, stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. Zuvor aber waren nochmals die alten Frontlinien gezogen worden zwischen den Befürwortern einer Minimalsanierung ohne Zwischenbau und neuem Pisten- beziehungsweise Eistreffrestaurant und den Befürwortern einer attraktiven Sanierung, die auch Umbaumaßnahmen enthält, die aber auch den heute erforderlichen "Eventcharakter" beinhaltet, wie es Bürgermeister Harald Ehrler formulierte und so mehr Besucher anlocken kann.
Zunächst stellte Petra Gathmann vom planenden Ingenieurbüro die Vorteile einer Sanierung in einem Zug dar. So müssten Reparaturmaßnahmen im Zwischenbau bei einer späteren Sanierung wieder zurückgebaut werden. Im Technikbereich sei mit häufigeren Reparaturen zu rechen. Während der Instandsetzungsmaßnahmen müssten Teilbereiche geschlossen werden. Währ3end einer Sanierung des Zwischenbaus als zweitem Bauabschnitt sei es sogar nötig, den gesamten Eistreff erneut zu schließen. Zudem seien im Zwischenbau räumliche Verbesserungen bei den Flucht- und Verkehrswegen zu schaffen, dies schreibe die neue "Muster-Versammlungsstätten-Verordnung" ebenso zwingend vor wie eine Erweiterung der WC-Anlagen und den behindertengerechten Ausbau.
Dazu sollten der bisherige Gastronomiebereich stillgelegt werden, da er nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. Auch der Anschnallraum habe räumliche Mängel, so bestehe ein Engpass beim bisherigen Schlittschuhverleih. Zudem schreibe die Sportstättenverordnung vor, dass vom Aufsichts- und Regieraum aus beide Hallen bestmöglichst eingesehen werden können, was bisher überhaupt nicht der Fall sei. Die funktionalen Mängel im Zwischenbau könnten vorwiegend durch Nutzungsänderungen behoben werden. Diese Kosten allerdings fielen auf jeden Fall an, da sie schon durch die technisch begründete Sanierung der Bauteile entstehen.
Als zentrale Entscheidung der gesamten Sanierung bezeichnete Gathmann die Lage der Pistenbar, die in Zusammenhang mit den ebenfalls zur Sanierung anstehenden Funktionsräumen beim Freibad gesehen werden müssten. So könnten die neu zu schaffenden WC-Räume nicht nur für den Eistreff genutzt werden, sondern auch als Ergänzung für das Freibad, Das neu geplante Kiosk könne dann ebenfalls vom Eistreff und vom Freibad genutzt werden, hier sei also eine Ganzjahresnutzung möglich.
Die Kosten für die Baukonstruktion wie Decken, Böden, Innenwände, Türen, Baukonstruktion für den Aufzug, baukonstruktive Einbauten wie Einbauschränke und Theken sowie Abbruchkosten auf 1,3 Millionen. Mit 1,175 Millionen wird annähernd der gleiche Betrag für die technische Gebäudeausrüstung wie Wasser, Abwasser, Wärmeversorgung, Lüftung, Starkstrom- und Fernmeldeeinrichtungen, Aufzug, Küchengerät und Gebäudeautomation fällig.
Die Debatte eröffnete Joachim Lauterbach (CDU), der sich etwas enttäuscht zeigte, dass sich beim Zwischentrakt keine neuen Einsparmöglichkeiten ergeben haben. Hier sei bei der Planungsgruppe leide keine Bewegung festzustellen. Die CDU stelle deshalb den Antrag, die Kosten, eine funktionsfähige Technik vorausgesetzt, auf 15 Millionen zu begrenzen. Dafür könne eine attraktive Eishalle geschaffen werden, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten biete.
Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) kritisierte, der Zwischenbau sei keine Sanierung mehr sondern ein Umbau. Bei einer Sanierung könne vieles bleiben. So sei die Tribüne ebenso verzichtbar wie eine neue Bande. Auch solle kein neues Restaurant angebaut werden, deshalb beantrage er die Kosten auf 12 Millionen zu begrenzen. Bürgermeister Harald Ehrler hielt dem entgegen, dass der Antrag zu spät komme, da sowohl über Tribüne wie über neue Bande bereits entschieden sei. Somit seien bereits Kosten von über 12 Millionen vom Gemeinderat beschlossen.
Günter Bauer (SPD) zielte in die gleiche Richtung wie der Antrag Kroschel. Der Zwischenbau biete mehr Einsparmöglichkeiten. Zudem ermisste er Alternativen. So könne sicher auf den Anbau eines Pistenrestaurants verzichtet werden. Die Anforderungen könnten heruntergeschraubt werden, dazu habe aber das planende Büro Krahwinkel keinerlei Alternativen aufgezeigt. Auch Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen) fand 15 Millionen zuviel. Knackpunkte seinen für ihn der Zwischenbau und das Kiosk. Prof. Manfred Hübscher (CDU) mahnte, bei der Sanierung auch die Attraktivität zu berücksichtigen, und dazu gehöre auch ein Restaurantbereich, der zudem nach dem vorliegenden Konzept sommers wie winters betrieben werden könne.
Bernd Bull (CDU) sah bei einer Deckelung auf 12 Millionen das Gesamtkonzept gestört. "Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir etwas Attraktives anbieten", das sei auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Franz Masino (SPD) hielt Bull entgegen, dass der Eistreff in seinem jetzigen Zustand schon attraktiver sei als viele Eishallen in der Umgebung. Dr. Andree Keitel (SPD) sah zwar, dass die Attraktivität möglicherweise erhöht werde, aber die Erweiterungen habe der Bürger im Bürgerentscheid nicht gewollt. Eine Sanierung solle so durchgeführt werden, dass bei späteren Maßnahmen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Der Neubau des Restaurants solle entfallen, um einer Strukturentscheidung im Freibad nicht vorzugreifen.
Bürgermeister Harald Ehrler rechnete vor, dass eine Deckelung auf 12 Millionen bereits die bisher schon beschlossenen Maßnahmen mehr kosten. Er bezweifelte, dass für diesen Betrag ein Eistreff zu schaffen sei, der Besucher anziehe. Der Eventcharakter würde dann völlig fehlen, zudem erhalte man einen Eistreff mit gestörtem Betriebsablauf.
Für den Antrag einer Deckelung auf 12 Millionen sprachen sechs Gemeinderäte aus, zehn stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Dem Antrag der CDU, die Kosten auf 15 Millionen zu begrenzen, "mit diesem Antrag kann ich leben", so der Bürgermeister, stimmten zehn Gemeinderäte, bei sechs Neinstimmen und zwei Enthaltungen. Damit war aber auch die Entscheidung über den Anbau eines gemeinsamen Restaurants gefallen, das in diesen Kosten enthalten sein soll.