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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


16.02.1999 Fastnachtsumzug


Waldbronner Fastnachtsumzug 1999

Müllgebühren unter närrisch-kritischer Lupe
Umzug mit 59 Einzelgruppen zog durch Waldbronn
Petrus war in diesem Jahr nicht in närrischer Stimmung


Gut „beschirmt“ setzte sich pünktlich um 14 Uhr der närrische Zug von der Wiesenstraße in Busenbach aus in Bewegung. Und obwohl alles andere als ideales Umzugswetter herrschte, es blies ein kalter Wind und es regnete teilweise heftig, ließen es sich die Narren im Zug nicht verdrießen: Mit kräftigem „Helau“ und viel Bewegung hielten sie sich warm, waren aber zum großen Teil auch gut verpackt in Plastik, so dass die Kostüme darunter noch zu sehen waren, oder suchten sich mit Schirmen vorm Nass zu schützen, das vom Himmel kam. Aber auch die Narren am Zugweg ließen es sich nicht verdrießen, sie kamen zwar etwas knapper zum Umzug, ihre Zahl war aber kaum geringer als in den Vorjahren. In bunter Vielfalt zogen Wagen, Kapellen, Fußgruppen, Hexen und Garden an den zahlreichen Zuschauern vorüber. Von den Wagen und Gruppen wurde die kommunale, aber auch die hohe Politik glossiert. Zahlreiche Musikkapellen und Guggemusiken gaben dem Umzug auch musikalischen Pfiff und sorgten für Stimmung.
Das Kommen des Zugs kündigte der Fanfarenzug des Jugendrotkreuz Busenbach mit seinen schmissigen Trommelwirbeln und Fanfarenklängen an. An zweiter Stelle marschierte die Abordnung des Ettlinger Carnevalsverein mit Lauerturmgarde, Musketieren, Roten Funken und den Dohlenahze mit ihren freundlichen Gesichtern in bunter Folge. Ein nicht nur Etzenroter Problem hatte der Obst- und Gartenbauverein Etzenrot auf die Schippe genommen und spielte mit dem Motto „Statt dem Bäcker kam der Schlecker“ auf die Situation in dem Waldbronner Ortsteil an. Als kleine und große rote Teufel kamen die Kleintierzüchter aus Busenbach daher. Für musikalischen Schwung sorgte dahinter der Musikverein Ittersbach.
Nicht als Hexen, wie in ihrer Fastnachtssitzung, sondern als Clowns, gut unter Regenschirmen versteckt, kam die katholische Frauengemeinschaft St. Wendelin Reichenbach daher, deren kräftige „Helaus“ schnell auf die Zuschauer übersprangen. Probleme mit seinem neuen Sportplatz glossierte der FC Busenbach: „Willst Du im Training nicht versaufen, musst Du Dir nen Schwimmring kaufen!“ Und die folgende Beduinengruppe des FCB war folgerichtig auf dem Weg „zur Aldi - Oase“.
Einen Münchner im Himmel hatte der MSC Waldbronn auf seinem Wagen, der sich sicher wünschte, bei diesem Wetter trotz Manna wieder im Himmel zu sein. In die Zukunft blickte der ERC Waldbronn mit hoffnungsfrohen Eishockeyspielern unter dem Motto „Kommt vom Land Moos, ist im Eistreff was los“, der damit ebenfalls auf ein aktuelles Waldbronner Problem aufmerksam machte. Als Kameltreiber zog der Turnverein Busenbach im Zug mit, angeführt von Obertreiber Theo.
Danach dann wieder Musik, diesmal vom Musikverein „Edelweiß“ Busenbach, dessen Kapelle in bunten Clownskostümen Zuschauer und Teilnehmer mit ihren schmissigen Klängen wärmte. Ihnen folgte auf dem Fuß der Frauenchor des Gesangverein „Freundschaft“ Busenbach, danach der Wagen dieses Vereins, der die Müllgebühren unter die närrische Lupe nahm und zunächst feststellte: „Bezahlt wird jede Leerung, so ein Schrott, Familien mit kleinen Kindern zahlen sich Tod!“, um dann die Schlussfolgerung zu ziehen: „Das erhöhte Kindergeld, so ist der Lauf, frisst die neue Müllgebühr wieder auf“. Schon traditionell zogen dahinter die Busenbacher Griebenwürst des Gesangvereins. Karneval in Venedig zauberte mit ihren wunderschönen Kostümen die GroKaGe Muggensturm in den kalten Norden. Auch schon viele Jahre gern gesehene Gäste beim Waldbronner Umzug sind die Buchholzhexen aus Schielberg.
Mit gleich fünf Gruppen marschierte der Musikverein „Lyra“ Reichenbach im Zug mit. Der Kindergarde und der Jugendgarde folgte die Kapelle, die sich und den Zuschauern mit ihrer gekonnten Faschingsmusik einheizte, danach dann die Tanzmäuse und der Wagen des Elferrats. Das Müllkarussell drehte sich rasant beim Schwarzwaldverein Waldbronn: „Das Müllkarussell dreht sich immer weiter, Müllvermeidung, große Tonne, Müllsortierung, kleine Tonne - dafür teurer, Müllverbrennung und so weiter“, verbunden mit der Befürchtung, dass immer mehr Müll im Wald abgelagert wird, ein Nullsummenspiel. Zu Fuß und auf dem Wagen waren die Waldbronner Hexen unterwegs. Ihnen folgten die „Gugge-Luuser Malsch“, die gewaltig aufspielten. Mit Narri Narro sorgten die Bohnengringel aus Ettlingenweier für Stimmung.
Mit einem Wagen waren die Klosterjäger aus Frauenalb mit im Waldbronner Zug, auf der neue Bundesfinanzminister Oskar als „Herr der Löcher“ karikiert wurde, und dennoch ein knallrotes Riesenpaket hervorholte: „Wahlgeschenke sind nicht geheuer, wir bezahlen sie mit Ökosteuer!“. Regensicher verpackt hatten sich auch die Landfrauen aus Schielberg, damit ihre wunderschönen Kostüme nicht dem Regen ausgesetzt waren. Mit einer großen Abordnung war auch wieder, wie in den Vorjahren schon, die FGAV Auerbach vertreten. Zwei Tanzgarden, eine Guggemusik und ein Wagen, bei dem es auch um die Müllgebühren ging: „Der Müll stinkt zum Himmel, noch mehr die Gebühren, wohin soll diese Abzockerei noch führen?“ Einen schönen Tupfer im fastnachtlichen Treiben setzten die Gespenster, eine private Gruppe um Tina Bauer, und auch D’Mälscher Wölf, beide mit liebevoll gestalteten Kostümen. Eine Verbindung zwischen Bonn und Entsorgungslogistik beim Müll, beide werden durch Steuern oder Gebühren reicher, stellte der Schützenverein Waldbronn auf seinem Wagen dar.
Für fastnachtlich-musikalische Stimmung sorgte dann der Musikverein Wolfartsweier. Die AH-Hexen des TSV Reichenbach trieben mit den Zuschauern wieder allerhand Schabernack. Mit einem gewaltigen Wagen kritisierte der TSV Reichenbach die Geldforderungen von Spielern: „Kaum ist der Ball am Rollen, die Spieler schon mehr Kohle wollen.“ Die neue Straßenbahnlinie durch Waldbronn als „Sauschwänz-le - Bahn“ glossierte der Kleintierzuchtverein Reichenbach und forderte: „Jedem Waldbronner seine eigene Haltestelle“. „Ins Bett - die etwas andere Kneipe“ aus Ettlingen hatte einen Wagen auf den närrischen Parcours entsandt.
Eine geballte fastnachtliche Ladung für sich mit seinen fünf Gruppen und einem Wagen waren der Gesangverein „Concordia“ Reichenbach und seine Fastnachter. Kinder- und Jugendgarde, Tanzgarde „Rot-Grüne Funken“, der Frauenchor, weiß gewandet, gut in Plastik verpackt, und schließlich die gewaltige Gaudi - Gugge, alles gefolgt vom Wagen, auf dem der Elferrat residierte unter dem Motto: „Die Titanic ging unter zwar, das Concordia Schiff ist unsinkbar!“. „Mit Genen geht alles“ erklärte der Obst- und Gartenbauverein auf seinem Wagen und lieferte den schlagenden Beweis mit einem Baum, auf dem einfach alles wuchs, vom Rettich über die Tomate und den Blumenkohl bis hin zum je hälftigen Rot- und Weißkohl. Dahinter sorgte die Cheerleadergruppe Ittersbach für ebenso viel Stimmung mit ihren Schlachtrufen, wie die anschließende Kapelle Los Brillos aus Karlsruhe. Mit einer Gruppe Zauberer jeden Alters war der Harmonika-Ring Busenbach vertreten.
Das „Rasthaus Gemeinde Waldbronn“ hatte sich der TSV Etzenrot vorgenommen, wies dabei auf seinen Sportplatz hin und kündigte an: „Und kriegt Etzenrot keinen Rasenplatz, beginnt die Bürgermeisterhatz!“ Zum Schluß sei noch vermerkt: Sichernd begleitet wurde der Zug von Rotem Kreuz Reichenbach, Polizei und Freiwilliger Feuerwehr Waldbronn.