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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


14.11.2001 Eistreff wird saniert


Mit deutlichen Mehrheiten, teilweise sogar einstimmig, passierte das von Bürgermeister Harald Ehrler vorgelegte Grundkonzept zur Sanierung des Eistreff den Waldbronner Gemeinderat. Strittig war zunächst die Frage, ob der erhöhte Sanierungsaufwand noch durch den Bürgerentscheid vom März abgedeckt ist. Da nach Ansicht der Verwaltung die Planung nur optimiert und ergänzt wurde , liege das neue Sanierungskonzept im Rahmen des Bürgerentscheids, so die Verwaltung.
Danach werden über den Bürgerentscheid hinaus die Kältetechnik einschließlich neuem Rohrsystem für 1,667 Millionen DM saniert und die Fassaden der Hallen geschlossen. Hier fallen einschließlich der notwendigen Lüftungssysteme 1,135 Millionen an. Für 766.000 DM werden die Außenanlagen Instand gesetzt, Möblierung und zwei gebrauchte Eismaschinen beschafft, sowie die Dachhaut erneuert.
Bürgermeister Harald Ehrler stellte eingangs fest, der Bürgerentscheid sei ein eindeutiger Auftrag, der in die Tat umgesetzt werde. Da der Bürgerentscheid ein Gemeinderatsvotum ersetzt, werde über die damalige Planung mit Kosten von 8,6 Mio DM nicht mehr abgestimmt. Darüber hinaus könne der Gemeinderat weitere Planungen in Auftrag geben und auch die Durchführung beschließen.
Ehrler wehrte sich gegen den Vorwurf, die Sanierung des Eistreff verschulde die Gemeinde weiter. Im Haushaltsplan für 2002 seien 6 Mio., im Nachtragshaushalt 5,4 Mio. DM für den Eistreff bereit gestellt, beides ohne Kreditaufnahme. Der bisherige Zuschuss des Landes von 2,6 Mio fließe auf jeden Fall, die Gemeinde werde sich aber bemühen, die Obergrenze von 5 Mio auszuschöpfen. Andere Maßnahmen müssten nicht aus finanziellen Gründen geschoben werden, sondern weil die Großmaßnahme Eistreff die Kräfte im Rathaus binde.
Die Kurverwaltung, so die Planungen, werde weiterhin den Eistreff betreiben. Nicht saniert werde er für eine Sommernutzung, sie sei nur Ergänzung. Bei einer Schließung der Fassaden verbessere sich aber die Energiebilanz deutlich. Bei einer offenen Halle fallen Stromkosten von 101.333 DM pro Jahr an, sei die Halle aber geschlossen ermäßige sich dieser Betrag auf 64.133 DM.
Die über den Bürgerentscheid hinausgehenden Maßnahmen könne der Gemeinderat beschließen, ohne den Bürgerentscheid zu tangieren. Das geplante Restaurant zwischen großer und kleiner Halle solle eine Verbindung Eistreff – Freibad herstellen, im Winter als Pistenbar und im Sommer als Freibadkiosk dienen. Die rechtliche Situation erläuterte dann nochmals Rechtsamtsleiter Harald Irion. Der Gastronomieanbau sei ein eigenständiges Bauvorhaben.
Günter Bauer (SPD) bezweifelte die vorgetragene Rechtsauffassung und vermisste Alternativvorschläge. Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen) sah keine Alternative zur jetzigen Planung, die alte hätte keinen funktionierenden Eistreff gebracht, die Zahlen seien heruntergerechnet worden. Joachim Lauterbach (CDU) gab mit "Wenn jetzt Sanierung, dann richtig!" die Richtung vor. Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) sah auch ökonomische und ökologische Elemente im Spiel und bemängelte die geplante "Frittenbude für 1,4 Millionen". Marianne Müller (SPD) wehrte sich gegen den Vorwurf der falschen Zahlen. "Wir brauchen eine Eishalle zum Schlittschuhlaufen und keinen Eispalast", war ihr Resümee. Der Bürger verstehe, wenn Zwänge rechtlicher oder technischer Art auftreten, die eine 1 zu 1 Umsetzung des Bürgerentscheids verhinderten, so Dr. Andree Keitel (SPD). Es bleibe aber die Verpflichtung zu einer sparsamen und kostengünstigen Sanierung. Wo es nicht um die Substanz gehe, ließen sich vielleicht noch Einsparmöglichkeiten finden. Der Konzeption so nicht zustimmen konnte nach ihrer Erklärung Roswitha Bichler (CDU), sie entspreche nicht dem Bürgerentscheid. Bürgermeister Harald Ehrler hielt dem entgegen, nur mit einer nackten Eislaufhalle ohne Flair und ohne Eventcharakter locke man heute keine Besucher mehr an. Zudem habe jeder Ort sein Highlight, für Waldbronn könne dies der Eistreff wieder werden.
Danach erläuterte dann Frank Zündorf, Leiter des Ortsbauamts, die Planung, die sich in weiten Teilen aus gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien herleiten lasse. Der ursprünglich zurückgestellte Zwischenbau gehöre aber zur Funktionsfähigkeit des Eistreff. Auch sei eine spätere Sanierung der Haustechnik wegen der umfangreichen Maßnahmen nicht in der eislauffreien Zeit zu bewältigen, der Eistreff müsste dann erneut geschlossen werden. Die zusätzlichen Maßnahmen zur Modernisierung der Eishallen einschließlich Kältetechnik belaufen sich auf 1,667 Millionen, das Schließen der Fassaden werde 1,135 Millionen kosten, Außenanlagen, Möblierung und Eismaschinen schlagen nochmals mit 766500 DM zu Buche, nachdem bei den Dächern eine Einsparung vorgenommen wurde: hier kommt Folie statt Metall zum Einsatz, die um 400.000 DM weniger kostet.
Die Planungsfragen –Konzept 2000 oder Konzept 2001- lösten eine erneute Diskussion im Gremium aus, die sich vor allem an der Frage "offene oder geschlossene Halle" entzündeten. Günter Bauer (SPD) stellte dabei den Antrag, die Fassaden offen zu sanieren, der aber bei 4 – Jastimmen abgelehnt wurde. Demgegenüber fand dann der Antrag der Verwaltung, die Halle zu schließen bei vier Gegenstimmen und 1 Enthaltung eine klare Mehrheit. Die zusätzlichen Maßnahmen zur Modernisierung der Hallen einschließlich Kältetechnik wurden bei 2 Enthaltungen sogar einstimmig gebilligt. Einstimmig bereitgestellt wurden die zusätzlichen Mittel für Außenanlagen, Möblierung und Eismaschinen.
Zunächst zurückgestellt wurde auf Antrag von Roland Bächlein (CDU) die Sanierung des Zwischenbaus für 2,474 Millionen DM, sie soll in einer Sondersitzung 28. November beschlossen werden. Zurückgestellt wurde danach auch der Anbau für eine Pistenbar, die im Sommer als Kiosk für das Freibad betrieben werden soll.