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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


10.11.2001 Theater im Kulturtreff


Wenn Provinzler beschließen, der Großstadt Paris einen Besuch abzustatten, dann kann allerhand passieren. Und so taumelt die Bouillotte – Runde aus dem kleinen Nest La-Ferte-sous-Jouarre in der Champagne von einer peinlichen Situation in die nächste, dem Leben und dem Raffinement der Großstadt in keiner Weise gewachsen.
Diesen Grundeinfall variierte der französische Komödiendichter Eugen Labiche, lange Zeit mitleidig abgetan als Possenschreiber, dabei hielt er eigentlich der spießbürgerlichen Gesellschaft seines 19. Jahrhunderts einen drastischen Spiegel vor. Diese Hintergründigkeiten begann man aber im ausgehenden 20. Jahrhundert erst zu entdecken, und so nimmt es auch nicht Wunder, dass sich mit Botho Strauß ein renommierte deutscher Gegenwartsdramatiker dieses Textes angenommen und ihn ins Deutsche übertragen hat.
Von der Handlung sei nur soviel verraten, dass die Kartenrunde aus der Provinz aus unterschiedlichen Motiven sich dazu entschließt, das prall gefüllte Sparschein für eine Reise nach Paris zu schlachten. Hier trampelt man von einem Fettnäpfchen in ein Neues, landet auf dem Polizeirevier, und das Ganze hätte sicher in einer Katastrophe geendet, hätte Meister Labiche nicht ein Einsehen mit seinen Helder aus der Provinz gehabt und statt des möglichen Dramas eine Komödie geschrieben.
Die Theatergruppe der Volkshochschule Waldbronn jedenfalls fand in diesem Stück eine reizvolle Aufgabe. Gerd Kiecherer hatte gemeinsam mit seiner Truppe das Stück flott in Szene gesetzt und jeder hatte die Möglichkeit, seiner Rolle einen unverwechselbaren Typus zu verleihen. Gelungen war auch das Bühnenbild, für das auf dem Programmzettel Martin Kage, Simone Keller – Stadler und die Theatergruppe gemeinsam verantwortlich zeichnen.
Es wäre in diesem Rahmen unfair, einzelne Akteure besonders herauszuheben. Alle gaben ihrer Rolle komödiantisches Profil und sorgten so für einen unterhaltsamen Abend im vollbesetzten Saal des Waldbronner Kulturtreff. Beteiligt waren auf der Bühne Sabine Batke, Petra Heiker, Patricia Keller, Veronika Köppen, Nadja Leeb, Anna Lindenau, Myriam Mayer, Heinz Herr, Gerd Kiecherer, Kurt Meyer, Norbert Ried, Klaus Schroff, Peter Seiler und Franz Wallisch.
Hinter der Bühne aktiv waren als Souffleure Johann Wallisch und Peter Seiler. Für die gelungenen Masken war Patricia Keller zuständig, die Technik betreute Philipp Kiecherer.
Die Komödie in fünf Akten "Das Sparschwein" ist noch zweimal im Saal des Kulturtreff zu sehen: am kommenden Samstag, 17. November um 20 Uhr und am Sonntag, 18. November um 18 Uhr. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

In der Großstadt Paris sind die Provinzler vor keiner Überraschung gefeit. Szene aus "Das Sparschwein" mit (v.l.) Gerd Kiecherer, Kurt Meyer, Patricia Keller, Veronika Köppen und Klaus Schroff.