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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


17.10.2001 Sachstandsbericht Eistreff


"Der Bürgerentscheid ist ein eindeutiger Auftrag! Wir werden den Eistreff sanieren und in Betrieb nehmen", stellte Bürgermeister Harald Ehrler zu Beginn fest. Er erinnerte an die Beschlüsse des Gemeinderats, die in einer Projektgruppe, zusammengesetzt aus Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und Fachbüros, umgesetzt werden. War zunächst nur eine Dach- und Fassadensanierung, Sanitär- und Anschnallräume und die Sanierung der Eisfläche enthalten, so wurde der Planungsauftrag inzwischen erweitert auf den Zwischentrakt. Wegen der umfangreichen Planungsvorgaben war der Termin für erste Ausschreibungen unmittelbar nach den Sommerferien nicht zu halten.
Um den Zuschuss zu erhalten, muss aber 2001 noch mit dem Bau begonnen werden, so der Bürgermeister. Deshalb wurden die ersten Ausschreibungen in Auftrag gegeben. Sie beinhalten den Abbau der Kälteanlage. Die Verwaltung wird sich aber wegen der umfänglicheren Sanierung um einen weiteren Zuschuss bemühen. Die Kostenvorstellungen für ein in sich schlüssiges Konzept liegen bei 14 bis 15 Millionen Mark.
Frank Zündorf, Leiter des Ortsbauamts, erläuterte die Maßnahmen im Einzelnen. Die große Halle soll geschlossen werden. Damit soll eine Verbesserung der Eisqualität ebenso erreicht werden wie ein besserer Lärmschutz und eine Verlängerung der Eislaufsaison. Das bisher geplante Eis – Grid – System für den Pistenaufbau habe man aufgegeben, da es bisher erst dreimal verlegt wurde und laut dem Fachbüro Probleme bereite. Deshalb solle die jetzige Eisfläche aufgebrochen und neu aufgebaut werden. Beim Kältemittel wird man sich vom Frigen verabschieden und auf Ammoniak umstellen, außerdem sollen aus Kostengrünen feste Banden eingebaut werden. Alle Maßnahmen, das machte Frank Zündorf deutlich, werden nach strengsten wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt.
Die geplanten Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen werden dem Gemeinderat in der Sitzung am 14. November detailliert dargestellt. Für den 3. November sei im Eistreff eine Bürgerinformation geplant. Die Dauer der Sanierungsmaßnahmen bezifferte Zündorf bis Mitte 2003, so dass zur Saison 2003/2004 die ersten Schlittschuhläufer wieder im Eistreff ihre Kreise ziehen können.
Günter Bauer (SPD) erinnerte an die Septembersitzung. Eine geschlossene Halle, Verlängerung der Saison und eine Sommernutzung seien nicht der Wunsch seiner Fraktion. Auch hinter den Abriss des Bodens setzte er ein Fragezeichen. Kritisch hinterfragte der Gemeinderat, ob die höheren Kosten tatsächlich durch den Bürgerentscheid abgedeckt seien und wehrte sich zugleich gegen die höheren Kosten. Leute, die sich für den Bürgerentscheid eingesetzt haben, fühlten sich "über den Tisch gezogen", so sein Vorwurf. Man könne mit den bisherigen Kosten den Eistreff "nur zum Schlittschuhlaufen" sanieren.
Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) fand ebenfalls den neuen Boden strittig. Die Zahlen müssten klar auf den Tisch kommen. Positiv fand er, dass manche Maßnahmen wie Restaurant, Pistenbar und raumakustische Maßnahmen nicht mehr in der Diskussion seien. Roswitha Bichler (CDU) kritisierte, dass die jetzigen Kosten fast doppelt so hoch seien wie beim Bürgerentscheid. Es müsse doch eine Zwischenlösung geben zwischen einer Minimalsanierung einer "Sanierung deluxe" für 15 Millionen, ein Ausdruck, den Bürgermeister Harald Ehrler aber sofort zurückwies: "Niemand will eine Sanierung deluxe". Gefunden werden solle eine vernünftige Lösung, die Schlittschuhlaufen zunächst einmal möglich mache.
Auch Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen) hatte Zweifel, ob die jetzt im Raum stehenden Kosten noch durch den Bürgerentscheid abgedeckt seien. Allerdings war er auch der Meinung, "für 8,5 Millionen hätten wir keinen intakten Eistreff bekommen". Dr. Andree Keitel (SPD) stellte die Frage, wie es der Bürger sehe, der einen Eistreff in sparsamer Form wolle. Wenn man davon abweise, dann "halten wir uns nicht an das, was dem Bürger versprochen wurde". Er regte an, das Konzept modular aufzubauen. Auf eine Sommernutzung solle verzichtet werden, und damit auch auf die geschlossene Halle. Allerdings müsse man sich technischen Zwängen stellen.
Bürgermeister Harald Ehrler stellte nochmals klar, dass eine geschlossene Halle eindeutige Vorteile bringe. Nicht nur eine Verlängerung der Eissaison sei möglich, gerade in der Übergangszeit erhalte man eine bessere Eisqualität und spare zudem noch Energie ein. Wenn bei der Umsetzung Gesichtspunkte auftreten, die die wirtschaftliche Nutzung verbessern können, so Prof. Manfred Hübscher (CDU), dann muss "etwas draufgesattelt" werden können. Viele Gemeinderäte hätten gegen den Eistreff gestimmt, weil die Verteuerung absehbar gewesen sei. Dies wurde auch hinausgetragen, aber nicht gehört, so Dr. Wolfgang Mangold (FWV). Er könne aber nur ein Konzept befürworten, das auch tragfähig sei. Bei einem Teilkonzept kämen auf die Gemeinde Folgekosten zu, die zum Schluss höher seien als eine >Komplettsanierung zum jetzigen Zeitpunkt.
Roland Bächlein (CDU) hob auf den Gesichtspunkt "Lärmschutz" ab. Ohne eine Schließung der Halle handle man sich mit dem gesamten Gebiet Reichenbach Nord Probleme ein. Eine nachträgliche Schließung der Halle sei aber problematisch. Er befürwortete auch den Abschied vom Eis – Grid – System. Die Argumente des Krefelder Fachbüros müssten gewichtet werden, so Bächlein. Im Übrigen sollte die Argumente mehr aus technischen als aus politischen Gründen hergeleitet werden.
Nach Marianne Müller (SPD) wurde die Verteuerung der alten Planung nie belegt. Die SPD vertrete weiter das Konzept der offenen Halle, die man von der Seite aber durchaus schließen könne. Zudem sei in geschlossenen Hallen die Eisqualität eindeutig schlechter. Sie bezweifelte die Effizienz der Sommernutzung, für zudem noch kein Konzept vorliege. "Die Zahlen damals stimmten und die heutigen Zahlen stimmen auch", so Franz Masino (SPD). Jeder habe beim alten Konzept gewusst, was saniert werden sollte und was nicht, alles weitere sei eine reine Additionsfrage. Einen erheblichen Kostenfaktor stelle die Eisfläche dar, wenn das Eis – Grid – System nicht funktioniere.
Mehr in die Zukunft zu blicken war der Wunsch von Erika Anderer (CDU). Man solle durchaus schauen, wo Einsparungen möglich sind, alles aber trotzdem korrekt und gut machen, damit nicht in einigen Jahren eine erneute Sanierung in Millionenhöhe auf die Gemeinde zukomme.