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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


29.10.1999 Heimatabende wiederbelebt


Den ersten Heimatabend gestalteten (von links) Harald Hurst, Karl Heinz Dörr, Armin Bitterwolf (Gitarre) und Helmut Scheib mit seinem Bass und mit Anekdoten und Liedern. Verdeckt ist Peter Nuß (Akkordeon).


Heimatstuben Waldbronn:
„Waischt noch, Karle, damals...“
Tradition der Heimatabende wieder aufgenommen



„Waischt noch, Karle, damals, damals wars noch schee..“ kam in den zurückliegenden Jahren manchem etwas wehmütig in den Sinn, wenn er an den Heimatstuben in der Stuttgarter Straße vorüberging und sich an die Heimatabende zurückerinnerte, an die Schmankerl von Helmut Scheib, an die stimmungsvolle Musik, an das deftige Vesper. Aber: vorbei ist vorbei, es war einmal.., so dachte mancher.
Und das galt bis zum vergangenen Freitag. Da lebte die Tradition der Heimatabende nicht nur wieder auf, sie soll auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden, wie Herbert Masino vom Presseamt der Gemeinde erklärte. Für diesen Neustart hatte die Gemeinde zunächst einmal zahlreiche Prominente eingeladen. So füllten vor allem Kommunal- und Kreispolitiker mit Landrat Claus Kretz an der Spitze den engen Raum. Die kommenden Heimatabende werden aber öffentlich bekannt gemacht, so dass auch ein gewöhnlich Sterblicher die Chance hat, eine Karte zu ergattern.
Die Form hat sich zwar etwas verändert, aber sonst ist alles so, wie es war, stellte ein Besucher fest, der früher schon Heimatabende mit erleben durfte. Neben Helmut Scheib, der bei diesen Abenden schier unverzichtbar ist mit seinen Liedern, seinen Anekdoten oder einfach seinen spontanen Kalauern. Und wer wüsste so spannend und humorvoll die Geschichte der Heimatstuben zu erzählen wie er, der fast vom ersten Tag an dabei war, obwohl er es eigentlich gar nicht vor hatte. Aber was tut man nicht alles, um ein Gerüst wieder zu bekommen!
Helmut Scheib zupft zur Freude der Besucher auch immer noch seinen Bass. Seine musikalischen Begleiter kommen in dieser neuen Besetzung mit Armin Bitterwolf, Karl Heinz Dörr, beide Gitarre, und Peter Nuß, Akkordeon, aus der Musikschule Waldbronn. Die „Nationalhymne der Karlsruher“ beherrschten sie jedenfalls schon perfekt. Denn wenn mit Bürgermeister Martin Altenbach der Vizepräsident der „Badener in Europa“ anwesend ist, gehört das Badnerlied mit allen, ausdrücklich mit allen Strophen zur Pflicht. Und Ettlingens Bürgermeister Werner Raab bewies, dass er bei Dr. Erwin Vetter in dessen Ministerzeit nicht nur Persönlicher Referent war, sondern dass badische Gesinnung abgefärbt hat: er zog eine kleine gelb – rot – gelbe Fahne aus der Tasche und schwenkte sie durch die Luft.
Und dann war da noch Harald Hurst, Mundartdichter aus Ettlingen. Er erzählte in der ihm eigenen Art und schuf so die Verbindung zwischen seinen Texten, aber auch zur Musik: „ich les e bissel was, dann spiele die was, und dann les ich widder, ich hoff es isch recht so!“ Und er las aus seinen Büchern, ausgewählte Gedichte und Geschichten, in denen er immer wieder mit der genauen Beobachtung des Alltags in unserer Gegend überrascht, und die bei seinen Zuhörern hervorragend ankamen. Mit „G’mütlich sitze“ gab er gleichsam das Motto für die Heimatabende vor. Dem Vernehmen nach wird Harald Hurst im kommenden Jahr gleich mehreren Heimatabenden mit seinen Mundartgeschichten und –gedichten seinen Stempel mit aufdrücken.
Ach ja, schier wär es hier vergessen worden: das deftige Vesper gibt es auch noch immer. Schinken, Leber- und Griebenwurst mit Brot und Senf, und was nicht gegessen werden kann, wird nach wie vor eingepackt. Und verdursten muss auch niemand, dafür sorgen in der Küche fleißige Helfer.
Für den nächsten Heimatabend allerdings ist mit Bernd Kohlhepp ein Schwabe verpflichtet –ob er das Badnerlied auch mit singt?“-, Rene Egles, Kuno Bärenbold und andere werden im kommenden Jahr dazu kommen. Weitere Namen hat Herbert Masino bereits in seinem Notizbuch stehen.