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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


07.10.2001 Kirwe in Reichenbach


Seit vielen Jahren halten Musikverein "Lyra" Reichenbach und Schützenverein Waldbronn den alten Reichenbacher Kirwebrauch aufrecht. Nachdem vor Jahren fast keine Kirwe mehr gefeiert wurde, nur die Albert - Schweitzer - Schule erinnerte mit ihren Schimmeln noch daran, übernahm zunächst der Musikverein erfolgreich dieses Brauchtum.
Nach einem festen "Ritual" läuft die Kirwe jeweils am ersten Oktobersonntag ab. In der Festhalle mustert zunächst der Schütz seine Kirwegesellschaft. Beanstandungen werden dabei mit erheblichen "Strafschoppen" –in der Regel 1 DM pro Strafschoppen- geahndet, ein Brauch, dem im Laufe des Kirwefestes viele Prominente, oder wer dafür gehalten wird, zum Opfer fallen. Ihren besonderen Reiz aber erhält die Kirwe durch den Kirweschimmel, zunächst ein richtiges Pferd, seit 1910 aber ein "künstlicher Schimmel". Und gerade dieser Schimmel sorgte in diesem für Verwunderung und Spekulationen, trug er doch auf der linken Seite richtig die Jahreszahl 2.001, während es rechts 2.101 hieß. Vielleicht, so eine Annahme, wollte die Kirwegesellschaft damit zum Ausdruck bringen: auch in 100 Jahren wird in Reichenbach noch Kirwe gefeiert.
Mit Musik und der Kirwegesellschaft geht es am Nachmittag zu den Heimatstuben, wo bereits 18 kleine Schimmel der Albert - Schweitzer - Schule auf ihre Abholung warten, um die sich Lehrerkräfte der Albert – Schweitzer – Schule kümmern, federführend dabei Konrektorin Elke Auer. Hier stößt dann auch der große Schimmel dazu, die Heimatstuben werden "vermessen" und die große Kirwebrezel wartet auf ihre Abholung. Aufmerksamer Beobachter war mit Bürgermeister Harald Ehrler hier auch ein "Neuling" beim Kirwegeschehen.
Bei der Festhalle haben die Schulschimmel einen schwierigen Parcours zu bewältigen. Jeder, ob Schimmel oder Schimmelführer, erhält anschließend einen Preis als Lohn fürs Mitmachen.
Einer der Höhepunkte ist alljährlich die Verbrennung des Kirweschimmels, bei der regelmäßig lautes Wehklagen gen Himmel schallt, wenn die "Bergpredigt" verlesen wird, ein alter Text, der köstlichen Nonsens enthält und bei dem auch oft Anspielungen auf aktuelle Ereignisse vorgenommen werden.. Den musikalischen Abschluss des Kirwetages besorgten die Musiker des Musikverein "Lyra" Reichenbach unter ihrem Dirigenten Gernot Franz.

Der Kirweschimmel beim Zurechtrücken der Heimatstuben.