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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


29.09.2001 Umweltspaziergang mit BUND und Bürgermeister Harald Ehrler


Die Wolken hielten ihr Nass ausnahmsweise zurück und so meinte es das Wetter gut mit den etwa 25 großen und kleinen Wanderfreudigen, die sich mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Bürgermeister Harald Ehrler zu einem Umweltspaziergang durch den Kurpark und das Hetzelbachtal begaben. Auf dem Programm standen die Besichtigung des Kräutergartens und des Kursees im Kurpark sowie ein Gang durch das direkt im Anschluss an den Kurpark gelegene landschaftlich reizvolle Hetzelbachtal.
Der Kräutergarten geht, so erläuterte es die BUND-Vorsitzende Karola Keitel, auf eine Initiative der Kurverwaltung zurück. Die naturnahe Anlage entstand 1990 in Zusammenarbeit des BUND mit der Gemeinde Waldbronn und wird seither vom BUND mit betreut. Mehr als 70 Heil- und Küchenkräuter beherbergt der Garten, der inzwischen zu einem Anziehungspunkt für viele naturheilkundlich interessierte Menschen geworden ist, die hier erkunden können, wie die Pflanzen aussehen, die sich in Form von Tees, Tabletten, Salben oder Tinkturen segensreich auf ihre Gesundheit auswirken. In Zukunft soll das Pflegemanagement für den Garten verbessert und die Kurparkbesucher durch ein ansprechend gestaltetes Schild umfassender informiert werden, so wurde es vor Ort vereinbart, bevor man sich weiter zum Kursee begab.
Aufgrund zu hoher Nährstofffrachten, Enten- und Fischbesatz ist der Kursee schon seit vielen Jahren ökologisch gesehen ein Problemfall. Karola Keitel zitierte aus dem Umweltbericht der Gemeinde von 1989, in dem bereits die Sanierung und naturnahe Neugestaltung in Aussicht gestellt wurde. Die Chancen für eine Realisierung der Maßnahmen stehen zur Zeit, so erläuterte es Bürgermeister Ehrler am Kursee gut und die Umweltberaterin der Gemeinde, Isa Weinerth ergänzte, dass die Kurseesanierung im Zusammenhang mit dem Gewässerentwicklungsplan, der demnächst für Waldbronn erstellt wird, angegangen wird. Große Probleme, so Isa Weinerth weiter, werden auch durch Fische und sogar Schildkröten verursacht, die unvernünftige Zeitgenossen am Kursee aussetzten. Auch das Füttern der Enten habe zur Instabilität des Gewässers beigetragen, weshalb es in jüngster Zeit verboten wurde.
Welche Auswirkungen ein hoher Versiegelungsgrad der Ortschaften auf natürliche Gewässer haben können, erfuhren die Spaziergänger am Hetzelbach, der bei starken Regenfällen Schmutzwasserfrachten aus der Kanalisation von Reichenbach aufnehmen muss. Der einstmals flachgründige Wiesenbach hatte sich dadurch mehr als zwei Meter eingetieft, die Wasserqualität war verheerend. Eine Verbesserung der Situation brachte die vor einigen Jahren erfolgte Vergrößerung des Regenüberlaufbeckens am Eingang des Hetzelbachtals. Schmutzfrachten werden nun seltener in das Bachbett entlastet, die Wasserqualität verbesserte sich und der Gehölzbewuchs hat nun eine Chance, die Ufer zu stabilisieren. Seit 1984 hat der BUND zusammen mit dem Schwarzwaldverein die Patenschaft über den Hetzelbach. Forstdirektor Hermann Schäfer, Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins, gab den Teilnehmern des Umweltspaziergangs im Gelände Auskunft über die Aktivitäten der Bachpaten. So haben die Bachpaten entlang des Ufers und im Bachbett selbst zahlreiche Erlen und Weiden gesetzt. Landschaftspflegerisches Ziel der Bachpaten ist die Erhaltung einer vielgestaltigen, ökologisch und kulturell bedeutsamen Wiesenlandschaft. In direkter Beziehung zum Kurpark, aber im Gegensatz zu diesem keine Park- sondern eine Kulturlandschaft könnte das Hetzelbachtal für die Naherholung der Bevölkerung, aber auch für Kurgäste in Zukunft eine größere Rolle spielen, wenn die Sichtbeziehungen zum Kurpark verbessert und das Hetzelbachtal in entsprechenden Kartendarstellungen als attraktives Naherholungsgebiet des Kurorts berücksichtigt würde.
Als einer der wenigen noch offen fließenden Bäche in Waldbronn hat der Hetzelbach für unseren Ort eine große landschaftsästhetische und ökologische Bedeutung. Aber auch historisch gesehen ist der Bach mit Waldbronn verbunden, denn bei Wassermangel, wie er früher öfter einmal vorkam, versorgte sich, so wusste Werner Bollian der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Reichenbach zu berichten, die Bevölkerung an der Hetzelquelle mit dem kostbaren Gut. Früher wie heute aber nutzen die Kinder das Gelände zu allerlei abenteuerlichen Spielen. Da machten die Kinder, die mit auf den Umweltspaziergang gegangen waren, keine Ausnahme. Die meisten kamen von diesem Nachmittag mit nassen Füßen heim. Nicht nur den Kindern auch den Erwachsenen hat dieser erste Waldbronner Umweltspaziergang sehr gut gefallen. Aus diesem Kreis kam am Schluss auch die Anregung, einen solchen Spaziergang regelmäßig anzubieten und als nächstes die Streuobstgebiete in Augenschein zu nehmen, eine Idee, die Bürgermeister Ehrler mit Aussicht auf eine gute Waldbronner Mostprobe gerne aufgriff.