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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


29.09.2001 Kulturring Waldbronn: Katarzyna-Mycka-Trio


Das Bestreben des Waldbronner Kulturrings, seinen Freunden nicht nur Programme anzubieten, wie sie allenthalben zum Alltag des Kulturbetriebs gehören, sondern auch nach dem Reiz des Besonderen Ausschau zu halten - diese Absicht hat jetzt mit einem Konzert des Katarzyna-Mycka-Trios im Kulturtreff wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. Die nicht gerade übermäßig zahlreichen Zuhörer jedenfalls zeigten sich äußerst angetan von dem, was ihnen Katarzyna Mycka, die "Botschafterin der polnischen Schlagzeugkunst", und Franz Bach, Soloschlagzeuger des Radiosinfonieorchesters Stuttgart, als renommierte Virtuosen des Spiels auf der Marimba sowie Katja Küppers als eine ebenso versierte Pianistin zu bieten hatten.
Wer beispielsweise mit dem Doppelkonzert d-Moll für zwei Violinen und Orchester von Johann Sebastian Bach vertraut ist und es jetzt in der Übertragung auf zwei Marimbas und Klavier hörte, kam aus dem Staunen nicht heraus, wie dieses Werk in dem neuen Gewand nicht nur nichts an struktureller Feinheit und Klarheit einbüßte, sondern viel mehr noch an klanglicher Fülle hinzugewann. Der Komponist hätte sicher seine Freude daran gehabt! Sehr wahrscheinlich auch an der dreifachen Umformung eines Präludiums aus seinem Wohltemperierten Klavier für zwei Marimbas von Andrew Thomas - einem brillanten Versteckspiel mit dem Original, das um nichts weniger brillant von den beiden Marimbaphonisten ins Werk gesetzt wurde. Zuvor hatte Katja Küppers besagtes Präludium mit der selben Sensibilität vorgetragen, mit der sie in einem späteren Programmteil auch der Suite "Pour le piano" von Claude Debussy mehr als nur gerecht wurde - ganz abgesehen von der hier demonstrierten technischen Zuverlässigkeit und dem Gespür für die klangfarblichen Valeurs dieser Komposition.
Mit einer Virtuosität und einer "Schlagfertigkeit" bei der Handhabung des zur Marimba gehörenden Schlägel-Sortiments, die schwerlich noch zu übertreffen sein dürften, ging es weitere zwei Male im Duo zur Sache: mit einer "Tambourin-Paraphrase" des Japaners Keiko Abe und mit Maurice Ravels "Alborado del Gracioso" (bearbeitet von Franz Bach), bevor eine witzige Samba von Karlheinz Köper für zwei Marimbas und Klavier den nur vorläufigen Schlusspunkt setzte. Denn die Zuhörer sorgten mit ihrem Beifall dafür, dass ein Strichpunkt daraus wurde, dem als Zugabe noch ein brillant vorgetragenes Bach-Sätzchen folgte.
Was von diesem Konzertabend über das rein musikalische Erlebnis hinaus in Erinnerung bleiben wird, ist Katarzyna Mycka nicht nur als ein Star ohne Starallüren, sondern vor allem als die personifizierte Musik, die federnd, fiebernd und sichtlich Freude verbreitend den ganzen Menschen zu erfassen schien. Kein Wunder, dass eine solche Ausstrahlung auch nachhaltig auf das klingende Produkt abfärbte!