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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


19.09.2001 Änderungen beim Regionalplan


Die Fortschreibung von Regionalplan und Flächennutzungsplan beschäftigte den Waldbronner Gemeinderat. Dabei ging es vor allem um Korrekturen bei Siedlungs- und Gewerbeflächen, die vom Regionalverband vorgeschlagen wurden. Dabei waren bei den Abstimmungen meist die alten Frontlinien deutlich sichtbar zwischen den Befürwortern von möglichst viel Gewerbefläche (CDU) und denen, die aus landschaftlichen Gründen weniger Fläche für eine Bebauung bereitstellen wollen. Dabei machte die Verwaltung deutlich, dass zahlreiche ortsansässige Betriebe dringend auf eine Erweiterungs- oder Aussiedlungsmöglichkeit warten.
Dabei ging es jetzt, wie Rechtsamtsleiter Harald Irion erläuterte, zunächst um das geplante Gewerbegebiet "Rotenbuckel". Dieses Gelände wird nicht mehr zwingend benötigt, so dass die Gemeinde auf diese drei ha verzichten kann. Damit aber, so der Regionalverband, könne ein ha Gewerbefläche aus dem Gebiet "Im neuen Heubusch" als Wohnbaufläche im Regionalplan verbleiben. Durch den Verzicht auf den "Rotenbuckel" kann die ursprünglich für Siedlungserweiterung vorgesehene Fläche im Bereich "Fleckenhöhe" wieder aufgenommen werden.
Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen) eröffnete die Debatte mit der Feststellung, es sei positiv, dass auf den "Rotenbuckel" verzichtet werden kann. Schwierigkeiten bereite ihm aber wegen der Größe das Gebiet "Fleckenhöhe". 11,5 ha für Gewerbe plus vier für Wohnbebauung und 1,5 für ein Mischgebiet seien überzogen. Roland Bächlein (CDU) erinnerte daran, dass erst kürzlich ein Unternehmen Waldbronn verlassen habe, weil die benötigten Flächen nicht bereitgestellt werden konnten. Auf Grund der bekannten Nachfrage müsse die Gemeinde Reserveflächen vorhalten. Den Verzicht auf den "Rotenbuckel" fanden Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) und Dr. Wolfgang Mangold (FWV) positiv, kritisierten allerdings die geplanten Erweiterungen für Siedlung und Gewerbe. Bei stagnierender Bevölkerungszahl warnte Kroschel vor einer "Gigantomanie", während Mangold die ökologischen Belastungen in den Vordergrund stellte und sich warnend gegen eine Bevorratung bei Gewerbeflächen wandte.
"Glücklich, dass wir den Rotenbuckel wieder vom Hals haben", zeigte sich Franz Masino (SPD), setzte wegen der Größe hinter die "Fleckenhöhe" ein Fragezeichen, aber er stimme zu "mit einer Faust in der Tasche". Joachim Lauterbach (CDU) machte darauf aufmerksam, dass es nur zur Zustimmung um eine Planungsvariante gehe. Der Gemeinderat entscheide letztlich, wann was realisiert wird. Inge Lore Fischer (SPD) sah einen ungeheuren Druck durch diese Planungen voraus. Die "Fleckenhöhe" sei landwirtschaftliche Fläche und sie warnte vor einem weiteren Zurückdrängen der Landwirtschaft. Dieses Gebiet sollte auf ein Minimum reduziert werden.
Bürgermeister Harald Ehrler stellte fest, dass 26,1 ha aus dem derzeit gültigen Bebauungsplan noch nicht realisiert seien. Dies zeige, dass die Gemeinde Herr des Verfahrens sei. Die neuen Flächen seien Optionen für die Zukunft. Bedarf an Wohnbaufläche, das habe er im Wahlkampf mehrfach erfahren, sei vorhanden. Allerdings müsse man auch sehen, dass die jetzt geplanten Flächen "das Ende der Fahnenstange" bedeuten, da Waldbronn wie keine andere Gemeinde "von Landschaftsschutzgebieten umzingelt" sei. Einstimmig gebilligt wurde dann der Verzicht auf den "Rotenbuckel". Die ursprünglich wieder herausgenommenen Bereiche in der "Fleckenhöhe" werden als Siedlungserweiterung gekennzeichnet, so mit neun zu sechs Stimmen der Gemeinderat.