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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


15.09.2001 10 Jahre Flohmärkte durch Eine - Welt - Kreis


"Was kostet der Pullover?" – "Vier Mark!", erneute Prüfung und Frage: "Drei Mark?" und die Antwort "OK" besiegeln den Handel. Solche und ähnliche Szenen spielten sich auf dem Flohmarkt am Samstag vor der Festhalle Waldbronn sicher hundertfach ab. Diese Waldbronner Flohmärkte, oft in Verbindung mit einem Vereinsfest, werden seit nunmehr zehn Jahren vom "Eine – Welt – Kreis" Waldbronn organisiert.
Rund 80 Anbieter hatten an diesem regnerischen Vormittag den Weg nach Waldbronn gefunden. Bei besserem Wetter können es auch schon mal bis zu 130 Stände sein, die vor der Waldbronner Festhalle aufgebaut werden, erzählt Dieter Föhrenbacher, zusammen mit Thomas Kunz beim "Eine – Welt – Kreis" für die Flohmärkte zuständig.
Zwischen 10 und 15 Personen sind in Waldbronn in diesem Kreis pfarrübergreifend und ökumenisch tätig. Ziel ist es, Menschen in der Dritten Welt zu unterstützen. Dazu hilft der Verkauf von Dritte – Welt – Waren zu einem "fairen Preis", wie beispielsweise Kaffee, der die Anbieter in den Erzeugerländern nicht übervorteilt. Auch die Flohmarkterlöse gehen in die Dritte Welt.
Die Gelder aus den Flohmärkten kommen von den Anbietern, die pro Meter Standlänge 10 Mark zu entrichten haben, "wobei wir hier aber nicht mit dem Metermaß durchgehen, sondern eher großzügig schätzen", so Dieter Föhrenbacher. Dieses Geld geht in voller Höhe ins bolivianische Comarapa, wo die aus Reichenbach stammende Ordensschwester Gundelinde, vormals Rosemarie Kunz, in der Missionsstation ein Kinderkrankenhaus aufgebaut hat. Und genau dieses Krankenhaus wird vom "Eine – Welt – Kreis" unterstützt. Viele Findelkinder gebe es dort, schreibe Schwester Gundelinde, die einfach vor der Missionsstation abgelegt werden, um dann, oft unterernährt und dem Hungertod nahe, im Krankenhaus gepflegt werden müssen.
Doch zurück zum aktuellen Flohmarkt: Der Betrieb beginnt noch vor Tagesanbruch. Bis um 5 Uhr der Parkplatz vor der Festhalle geöffnet wird, haben schon die ersten Anbieter in der Talstraße Position bezogen. Dann werden von Thomas Kunz und seinen Helfern die Standplätze zugeteilt, jeder Anbieter stellt seine Tische auf, meistens Tapeziertische, die mit ihrer Einheitslänge von 3 Metern auch gut abzurechnen sind. Eine Besonderheit aber hat der Flohmarkt: Stände von Kindern sind frei, wobei auch schon Kinder vorgeschickt werden, um einen kostenfreien Standplatz zu ergattern. "Das kommt schon mal vor, aber im Gespräch lässt sich das meist regeln, und das sind Einzelfälle," so Dieter Föhrenbacher.
Die zweite Besonderheit dieses Flohmarkts sind –noch- die "Flohmärktler von St. Wendelin". Sie haben gleichsam Heimrecht und sind beim Standplatz gesetzt, waren sie es doch, die diesen Flohmarkt nach Waldbronn brachten und vor zehn Jahren den "Eine – Welt – Kreis" für die Organisation gewannen. Allerdings sind die Flohmärktler, wie Initiatorin Hildegard Betsche sagt, derzeit am Ausverkauf. Am 27. Oktober ist der letzte Flohmarkt für dieses Jahr bei der Festhalle, und gleichzeitig der 100. und Letzte, an dem die "Flohmärktler von St. Wendelin" teilnehmen werden. Der "Eine – Welt – Kreis" allerdings wird die Tradition in Waldbronn auch in den kommenden Jahren mit drei bis vier Flohmärkten pro Jahr fortsetzen.