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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


27.08.2001 Waldbronner Woche: Kabarettabend


"Barfuß auf das Matterhorn", und wie an diesem berühmten Schweizer Berg ging es auch im Vorfeld dieses Abends zu: Großer Andrang, keine reservierten Plätze, wer zuerst kam, mahlte auch zuerst. Die freien Karten an der Abendkasse konnten leicht an einer Hand abgezählt werden. Bernd Kohlhepp hat in Waldbronn seine Fangemeinde, und sie scheint von Jahr zu Jahr zu wachsen.
Schon seit Jahren eröffnet Bernd Kohlhepp die Veranstaltungsreihe, zu der diesjährigen Waldbronner Woche aber hatte sich Bernd Kohlhepp alias Hämmerle Verstärkung mitgebracht in der Person von Eckhard Grauer alias Leible. Was die beiden boten, war schwäbische Comedy vom Feinsten. Besonders bestach die Reaktionsfähigkeit und das Eingehen auf das Publikum, dabei lebte heuer nicht die erste Reihe "gefährlich", es war die Dritte, in der sich Kohlhepp bei seiner Eröffnung die Opfer suchte. Beeindruckend bei beiden aber auch das Spiel ganz ohne Kulissen und Requisiten, und doch standen die bespielten Gegenstände oft zum Greifen nah auf der Bühne. Und auch beide kontrastierten schon vom Äußeren als Typen hervorragend und ergänzten sich so aufs Trefflichste.
"Sie hen sich kaum verändert", machte Kohlhepp gleich zu Beginn seinem Publikum ein Kompliment, um dann aber sein "Bempflingen" zu preisen, das auf der Landkarte und dem Globus am Nabel der Welt liegt. Und das scheint auch zu stimmen: Denn wer hat schon etwas von "Love Sharing" gehört, das sich in Hämmerles Nachbarschaft abspielte. "Ich hab dann einfach gefragt: Kenn sich die beiden Damen? Seitdem lebt er allein!" Kohlhepp und Grauer zeigten hervorragend beobachtete Szenen aus dem Alltag, in der sich jeder im Tiefsten wiederfinden konnte. Und oft nahmen die kleinen Alltagsgeschichten überraschende Wendungen, so wie bei dem "Thriller" im Fernsehen mit der "eiskalten Blondine", bei dem Hämmerle vor Aufregung den Ton abdrehte und den Fernseher mit dem Teppich verhüllte, und dann lapidar: "Nie mehr scheu ich die Ziehung der Lottozahlen!"
Speisekarten in Feinschmeckerrestaurants, Wortspielereien mit Werkzeugen, die Gründung eines Kulturvereins, Grauers Solo über Hämmerles Kriminalroman oder die philosophischen Betrachtungen über die Relativität der Zeit, immer trafen beide ins Schwarze und bei ihren Zuschauern auch den Lachmuskel. Auch ums Handy ging's. Beide waren zwar ohne dieses Gerät, aber Hämmerle machte die ständige Erreichbarkeit ganz fertig. Jede der kleinen Szenen passte.
Dass es diesmal ein ausschließlich schwäbisches Programm war, tat der Sache keinen Abbruch und hinderte Bürgermeister Harald Ehrler nicht daran, beiden zu danken, ihnen ein Waldbronner Handtuch und eine Flasche Badischen Wein zu schenken mit der Bemerkung: "Kenner trinken Württemberger", und das könnte auch als Resümee zu dieser Veranstaltung gezogen werden. Und für alle Fans noch eine gute Nachricht: Dem Vernehmen nach wird Bernd Kohlhepp auch im kommenden Jahr wieder bei der Waldbronner Woche zu Gast sein.