Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.887.804



 

Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


10.08.2001 Ferienprogramm: Kinderfliegen


44 Kinder, Mädchen wie Jungen, hatten sich zum Segelfliegen beim Luftsportverein Albgau gemeldet. Jedes der Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren, durfte mit einem der Piloten des Luftsportvereins eine erweiterte Platzrunde fliegen und die Heimat einmal aus der Vogelperspektive betrachten. Klar auch, dass dieses attraktive Angebot schnell ausgebucht war. Wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen wurde die Brezel der Gemeinde erst nach dem Start verzehrt.
In vier Gruppen wurden die jungen Flugpassagiere von Willibald Masino am Waldbronner Rathaus abgeholt und mit dem Gemeindebus zum Segelfluggelände in Forchheim gefahren. In der Betreuung wechselten dort Andrea Kraft, Waltraud Anderer und Natscha Hirth ab. Gespannt waren alle schon bei der Fahrt auf das, was da auf sie zukommen sollte, denn wer ist schon mal mit einem Segelflieger in die Luft gestiegen?
Auf dem Segelfluggelände beim ehemaligen Flugplatz in Forchheim erwarteten sie dann schon die Piloten des Luftsportvereins Albgau und Vorsitzender Joachim Frank. Die Piloten stellten sich vor, allesamt erfahrene, umsichtige Segelflieger, unter ihnen mit 75 Jahren auch der Senior H. Albert, einer der erfahrensten Piloten des Ettlinger Luftsportvereins. Die Flugzeuge wurden erklärt, Fragen beantwortet und dann war's auch schon für die Ersten soweit. Der Fallschirm wurde ihnen umgebunden, sie durften in einem der Segelflieger auf dem hinteren Sitz Platz nehmen und wurden angeschnallt. Trotz angespannt cooler Mine ist bei Vielen aber doch die Aufregung vor dem Kommenden mehr als deutlich zu spüren, nur zugeben wollte es fast niemand. Dann wurde die Haube geschlossen, das Zugseil mit der respektablen Länge von 900 m von Flugschülern am Haken befestigt, der Windenführer am gegenüberliegenden Ende des Platze verständigt, und los ging's!
Die Segelflieger beschleunigen beim Windenstart schneller als ein Formel 1 Wagen und bereits nach wenigen Metern heben sie vom Boden ab. Rasant geht es den Wolken entgegen. Einen solchen Windenstart muss man erlebt haben, er lässt sich kaum beschreiben. In weniger als einer Minute ist die Ausklinkhöhe erreicht, je nach Wind zwischen 450 und 600 m, das Seil löst sich und fällt von einem kleinen Schirm gebremst zu Boden. In weiten Kreisen versuchen die Flugzeuge danach weiter an Höhe zu gewinnen, fliegen lautlos eine große Kurve bis über Ettlingen und schweben dann wieder zur Landung herein. Dort warten schon die Nächsten ungeduldig und gespannt auf ihren Start.
Überraschend kam gegen Mittag auch Besuch aus Waldbronn. Bürgermeister Harald Ehrler, von einem Termin im Elsass kommend, schaute bei den Ferienprogrammfliegern vorbei: Er dankte dem Luftsportverein Albgau und seinem Vorsitzenden Joachim Frank für die Bereitschaft, dass er mit seinen Aktiven nun schon zum wahrscheinlich zehnten Mal diese Attraktion des Waldbronner Ferienprogramms möglich machte. Mit Ettlinger, Rheinstettener und Karlsruher Kindern wird die Ferienattraktion schon einige Jahre länger durchgeführt, dann aber zum Teil auch in Kooperation mit Vereinen aus Karlsruhe, wie dem Flugsportverein und der Akaflieg Karlsruhe.
Den Dank des Bürgermeisters nahm Joachim Frank gerne entgegen. Allerdings trübte sein Blick in die Zukunft die allgemeine Freude. Denn ob es nächstes Jahr dieses Kinderfliegen für Ettlingen, Karlsruhe, Rheinstetten und Waldbronn noch geben wird, steht in den Sternen. Auf dem ehemaligen Flugplatz in Forchheim entsteht ja bekanntlich die neue Messe. Obwohl aber das Segelfluggelände von der Baustelle nicht berührt wird, sollen die lautlosen Gleiter von ihren schönen Anlage weichen. Der Grund ist, dass Rheinstetten auf einem Teil dieser Fläche ein Gewerbegebiet plant, der Grunderwerb zudem für den kleinen Verein finanziell außerhalb der Möglichkeiten liegt. Ein Ersatzgelände ist jedenfalls noch nicht gefunden, und damit wäre drei Vereinen, die Segelflug betreiben, auf einen Schlag ihre Existenzgrundlage entzogen. Aber, wie heißt es so schön, nicht nur die Kinder, auch die Segelflieger hoffen darauf, dass es "Wunder immer wieder gibt", vielleicht auch im Rheinstettener Rathaus.


Spannend war es schon vor dem Einstieg: Fallschirm umschnallen, dann in den Segelflieger reinklettern und sich festschnallen lassen.