Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.622.813



 

Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


10.07.2001 Zukunftschance Rathausmarkt


Kürzlich fand eine Diskussionsrune statt, die unter dem Thema "Zukunftschance Rathausmarkt" stand. Neben Bürgermeister Harald Ehrler nahmen daran von der Gemeindeverwaltung Rechtsamtsleiter Harald Irion, Ortsbaumeister Frank Zündorf, Jürgen Hemberger vom Baurechtsamt, Rainer Lange, Leiter des Grundbuchamtes, die Sachbearbeiterin für Liegenschaften Dagmar Reiser, sowie Gewerbetreibende aus dem Rathausmarkt I und II mit Dr. Ulrich Herz, dem Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats an der Spitze.
Bürgermeister Harald Ehrler begrüßte die anwesenden Gewerbetreibenden und stellte eingangs die Problematik des Rathausmarktes aus der Sicht der Gemeinde dar. Ziel dieses und noch folgender Treffen sei es, gemeinsam Lösungen zu finden, um den Rathausmarkt wieder aufleben zu lassen. Waldbronn liege bei der Kaufkraft in Baden-Württemberg an siebter Stelle. Allerdings stimme bedenklich, dass etwa 80 % der Kaufkraft nicht im Ort blieben, sondern abflössen. Deswegen plane die Gemeinde als ersten Schritt die Durchführung einer Marktanalyse, bei der Gewerbetreibende, Bürger und Kunden sowohl aus Waldbronn als auch aus den umliegenden Gemeinden betragt werden sollten. Der unbefriedigende und nicht mehr zeitgemäße bauliche Zustand betreffe vor allem den Rathausmarkt I, strukturelle Probleme seien aber in beiden Marktbereichen vorhanden. Die Gemeinde sei zwar willens und in der Lage, Problemstellen im Pflasterbelag und in der Bepflanzung relativ kurzfristig zu beheben. Die Verbesserung struktureller und bauwerksbedingter Schwachstellen sei aber im Wesentlichen Sache der ansässigen Gewerbetreibenden und der Eigentümer. Hier könne die Gemeinde nur unterstützend tätig werden.
Dr. Herz, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Rathausmarkt, stellte aus der Sicht des Einzelhandels die unbefriedigende Gesamtsituation dar. Vor allem der Rathausmarkt I leide neben bauwerksbedingten (Pflasterbelag, Bepflanzung, Beleuchtung, Zuschnitt der Gewerbeeinheiten) vor allem unter strukturellen Fehlentwicklungen und der leider auch zu beklagenden mangelnden Solidarität des dort ansässigen Einzelhandels (nur 20 der 40 Gewerbetreibenden seien z.B. Mitglied in der Werbegemeinschaft). Äußeres Zeichen der herrschenden Probleme sei der häufige Betreiberwechsel in vielen Geschäften. Er sieht als wichtigste Aufgabe, mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeinde die Qualität, das Aussehen und die Struktur des Umfeldes zu verbessern, um den Rathausmarkt als den Ortsmittelpunkt Waldbronns seiner Bedeutung gemäß zu präsentieren.
Bevor jedoch Veränderungen vorgenommen würden, müssten sich die Gewerbetreibenden untereinander einig werden. Anzufangen wäre da Z.B. mit gemeinsamen Öffnungszeiten.
Als Vorschläge für die äußere Veränderung Im Rathausmarkt I nannte Bürgermeister Ehrler: Überarbeitung des Pflasterbelags, wobei eine komplette Umgestaltung nicht möglich sei, sondern In erster Linie Reparatur der Problemstellen. Die derzeit vorhandene Bepflanzung mit Glyzinien beschädige durch den starken Wuchs die Holzpergola. Als Ersatz könnte man sich Weinlaub oder ein Knöterichgewächs vorstellen. Außerdem wäre ein einheitliches Beleuchtungskonzept in Rathausmarkt I und II wünschenswert. Hierzu werde die Gemeinde in Kürze einen Vorschlag unterbreiten. Im Zusammenhang eines demnächst auszuschreibenden städtebaulichen Wettbewerbs könnte auch über die Herstellung einer Verbindung zwischen dem Rathausmarkt i und II nachgedacht werden.
Aus der Mitte der anwesenden Geschäftsbetreiber kam der Vorschlag, in Richtung eines vor allem in Großstädten immer häufiger praktizierten Konzepts den Rathausmarkt großflächig umzugestalten und "alles unter einem Dach" zu präsentieren.
Kinderspielecke und kulturelle Veranstaltungen würden ebenfalls zur Belebung beitragen. Größte Priorität habe vor jeder weiteren Maßnahme die Untersuchung, wohin die örtliche Kaufkraft abflösse. Nur wenn diese Erkenntnis vorliege, könnten auch gezielt die entsprechenden Strukturveränderungen angegangen werden. Gefragt sei auf jeden Fall und zu allererst gemeinsames Handeln der Geschäftsbetreiber, die kurzfristig realisierbare Verbesserungen (Werbung, Beleuchtung, Schaufenster, Veranstaltungen) energisch und phantasievoll angehen sollten. Si-cher sei dabei auch die Unterstützung der Gemeinde gewünscht und willkommen, z.B. beim Nikolausmarkt.
Einhellig begrüßt wurde von den Gewerbetreibenden der von Bürgermeister Ehrler vorgestellte Anschluss an die Straßenbahn, der die Entwicklung der Gemeinde, und dadurch auch des Rathausmarktes positiv beeinflussen würde. Allerdings sei dieser nicht kurzfristig umsetzbar. Der Gemeinderat habe sich bereits bei einer Klausur mit diesem Thema beschäftigt. Demnächst werde ein Planungsauftrag erteilt. Die alte Trasse solle auf jeden Fall bestehen bleiben, für den innerörtlichen Bereich favorisiere die AVG wegen der deutlich geringeren Lärmentwicklung ein sogenanntes "Rasengleis". Als Hürde wäre ein möglicher Grunderwerb sowie die Bewilligung der Zuschussgelder zu nennen. Außerdem seien einige Anwohner der Talstraße aus Lärmgründen und wegen einer befürchteten Wertminderung Ihres Grundstücks gegen die Straßenbahn eingestellt. Gemeinde und AVG setzten allerdings ohne Vorbehalte auf den Straßenbahnanschluss und werden die Realisierung energisch vorantreiben.
Abschließend einigte man sich auf Vorschlag von Bürgermeister Ehrler auf die Bildung einer Projektgruppe "Rathausmarkt", die sich aus fünf Vertretern der Gewerbetreibenden (Frau Dagmar Becker, Frau Gisela Steinmetz, Frau Hannelore Le Large, Herr Ingbert Taller und Herr Michele Vizzuso), Herrn Bürgermeister Ehrler und Mitarbeitern der Verwaltung zusammensetzen wird. Erste Aufgabe dieser Projektgruppe sind kurzfristig die Gestaltung eines Hinweisschildes, das beim Ortseingang Talstraße, vor oder beim ALDI-Markt, und In der Bergstraße aufge-stellt werden soll, sowie die Durchführung des Rathausmarktfestes und des Weihnachtsmarktes. Die Gemeinde wird sich bei allen Aktivitäten beteiligen und hofft, dass die Veranstaltungen von den Waldbronner Bürgern rege besucht werden.