Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.940.502



 

Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


08.07.2001 Musikschule Waldbronn: Kammerorchester


Von der Barockzeit bis in die Moderne reichte der musikalische Teppich, den Toni Reichl und das Kammerorchester der Musikschule Waldbronn vor ihren zahlreichen Zuhörern im Saal des evangelischen Gemeindezentrums ausbreiteten. erfreuliche Feststellung war auch bei dieser erneuten Begegnung, dass einmal das Repertoire des Orchesters von Mal zu Mal anspruchsvoller wird, zum anderen aber auch, dass die Musikerinnen und Musiker immer besser auf die Intuitionen ihres Dirigenten Toni Reichl einzugehen verstehen. Und offenbar spricht es sich auch herum, dass das Kammerorchester musikalische Qualität zu bieten hat, das jedenfalls beweist nicht zuletzt die Zahl der Zuhörer.
Eröffnet wurde das Programm mit der "Sinfonie G-Dur für Streichorchester" von Christoph Willibald Gluck. Dabei gelangen mit Gerit Reichl am Cembalo die drei Sätze in ihrer unterschiedlichen Charakteristik mit feinen dynamischen Abstufungen und Schattierungen.
In dem viersätzigen "Concerto Nr. 2 für Sopranblockflöte, Streicher und Basso Continuo" von Robert Woodcock, einem Zeitgenossen Glucks, präsentierte die Musikschule Sandro Eramo als Solisten. Der 13-jährige Waldbronner begann seine Ausbildung 1994 bei Ulrich Enters an der Musikschule Waldbronn, der ihn bis heute unterrichtet. Er hat bereits mehrfach bei Konzerten und Veranstaltungen der Musikschule mitgewirkt, so unter anderen in der französischen Partnergemeinde St. Gervais. Im vergangenen Jahr war er zweiter Preisträger beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert". Sein Auftritt mit dem Kammerorchester war auch für ihn eine Premiere, spielte er doch erstmals als Solist mit einem Orchester. Das Concerto selbst bot Sandro Eramo Gelegenheit, sein bereits großes Können auf der Blockflöte unter Beweis zu stellen, die schnellen Läufe, vor allem im einleitenden Allegro und den beiden Menuettos meisterte er souverän. Dabei waren ihm Toni Reichl und das Kammerorchester aufmerksame und einfühlsame Begleiter.
Den zweiten Teil eröffnete das Orchester mit "I fjol Gjaette Gjeitinn", einer norwegischen Volksmelodie, von Johann Svendsen für Streichorchester bearbeitet, und eines der beiden Stücke, mit dem sich die Musiker am Schluss für den lebhaften Beifall bedankten. Von Edward Elgar, einem englischen Komponisten aus der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, folgte die "Serenade e-moll, op. 20 für Streichorchester", bei dem Toni Reichl und seine Musiker die romantisch - klassizistische Musik in ihrer ganzen Schönheit erklingen ließen.
Neben dem Flötenkonzert war sicher der "Walzer Nr. 2 aus der Suite Nr. 2 für Jazz - Orchester" von Dimitri Schostakowitsch einer der Höhepunkte des Programms. Die Fassung für Streichorchester stammte von Hans J. Rogoll und Toni Reichl. Es war schon hörenswert, wie das Orchester unter Toni Reichls Stabführung den melancholischen Charakter dieses Walzer auskosteten, und es war bezeichnend, dass ein zustimmenden Raunen durch die Reihen der Zuhörer ging, dass gerade dieses Werk als zweite Zugabe erklang.
Musikschulleiter Armin Bitterwolf bedankte sich zum Ende bei allen Mitwirkenden, vorab bei Sandro Eramo und Toni Reichl, aber auch bei allen Musikerinnen und Musikern des Kammerorchesters. Seine Dankesworte schloss er mit einem Hinweis auf das Musikschulfest am 13. und 14. Juli im Kulturtreff, das aus Anlass des 20-jährigen Bestehens dieser Waldbronner Einrichtung größer gefeiert wird als in den Vorjahren.


Solist in diesem Konzert war der erst 13-jährige Sandro Eramo, ein Blockflötenschüler der Waldbronner Musikschule, der 2000 auf Landesebene im Wettbewerb "Jugend musiziert" den zweiten Preis errang.