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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


05.07.2001 Anne-Frank-Schule im Kurhaus


Wer kennt nicht aus dem Religionsunterricht die alttestamentarische Geschichte von Josef und seinen "bösen" Brüdern, die aus Neid auf die Liebe des Vaters ihren Jüngsten an vorbeiziehende Händler verkauften. Gott aber, so die Bibel, fügte zum Schluss doch alles zum Guten. Josef deutete einen Traum des Pharao richtig, gelangte im alten Ägypten zu Ehre und Ansehen und rettete so viele Menschen, darunter auch seine Brüder, vor dem sicheren Hungertod. Und um genau diese bekannte Geschichte ging es auch im Singspiel "Josef - dicke Kühe, fette Ähren", das jetzt im Rahmen der Aktion "Schule - Verein" als Begegnungskonzert im Kurhaus aufgeführt wurde. Der stattliche Erlös des Abends, bei freiem Eintritt wurde am Ausgang um eine Spende gebeten, ging an das Caritas - Kinderkrankenhaus in Bethlehem.
Rektor Helmut Waldmann begrüßte eingangs im voll besetzten Saal des Wald-bronner Kurhauses Schulrat Roland Morlock vom Staatlichen Schulamt Karlsruhe, Bernhard Maechtel, Beauftragter des Ministeriums für Kultus und Sport für die Schulchöre, und seine Nachbarkollegen Ingeborg Jörg, Waldschule Etzenrot, und Peter Hepperle, Albert - Schweitzer- Schule Waldbronn. Das Programm solle zeigen, dass in der Schule heute Musik einen großen Stellenwert habe. Konrektor Rolf Nold, in dessen Händen die Gesamtleitung des Abends lag, stellte mit dem Mandolinen- und Gitarrenorchester Ötigheim, Schulchor und Theater - AG der Anne - Frank - Schule Busenbach die drei beteiligten Gruppen vor, die allesamt unter seiner Leitung stehen. Das Stück selbst, der Text stammt von Hanno Herzler, die Musik von Siegfried Fietz, sei ursprünglich ein Hörspiel, dann aber für Theater - AG, Chor und Orchester "umfunktioniert worden", so Rolf Nold, wobei er bescheiden zu erwähnen vergaß, dass die musikalischen Arrangements des Ganzen aus seiner eigenen Feder stammen.
Nachdem sich Schulchor sowie Mandolinen- und Gitarrenorchester mit je zwei Stücken vorgestellt hatten, folgte als Höhepunkt die Geschichte von Josef. Wer nun aber geglaubt hatte, hier werde ohne Umschweife einfach nur die biblische Geschichte erzählt, sah sich schnell getäuscht. Ein Fußballreporter mit Mikro und Kopfhörer betrat als erster die Bühne. Er übertrug ein Spiel des Kanaan - Cup, in der letztlich siegreichen Mannschaft war der "Star" Josef wegen einer roten Karte gesperrt, und Trainer Jakob musste auf ihn verzichten.
Damit aber war der Bogen geschlagen, um die Geschichte modern verpackt, mit sehr schönen Songs zu erzählen. Und man merkte Beteiligten und Zuhörern an: so macht biblische Geschichte Spaß. Verblüffend auch die Leistungen der jungen Darstellerinnen und Darsteller, schließlich kamen sie aus der zweiten bis sechsten Klasse. Nach außen wirkte es, als sei Lampenfieber ein Fremdwort. Die Songs, abwechselnd von den beteiligten Personen solo gesungen, der Chor übernahm dann den Kehrvers, bewältigten ihre Parts mit hoher musikalischer Sicherheit und waren darstellerisch verblüffend präsent.
Das Ganze hielt Rolf Nold mit sicherer Hand zusammen. Die Leichtigkeit der Darbietung ließ nur ahnen, welche Arbeit in der Vorbereitung dieser Aufführung steckte. Erschwerend kam noch hinzu, dass Orchester und Schulensemble keine gemeinsame Probe miteinander hatten, es war aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Um so höher sind die Leistungen aller zu werten.
Ein Großteil der Wirkung bezog die Aufführung aber auch aus den wunderschönen Kostümen, die von den Volkschauspielen Ötigheim ausgeliehen waren und dem Bühnenbild, das Elvira Schneider, Susanne Ries-Schmid und Andrea Rensch-Fritsche, allesamt Mütter von mitwirkenden Schülerinnen oder Schülern, angefertigt hatten. Bleibt nur noch zu sagen: die Geschichte endete, wie sie begonnen hatte, nur diesmal in der Vergangenheit: Josef und seine Brüder meldeten für den Pharao - Cup.
Kein Wunder, dass trotz tropischer Temperaturen im Kurhaus am Schluss lang anhaltender Applaus allen Mitwirkenden vor, auf und Hinter der Bühne dankte. Die Zuhörer hatten klar erkannt, dass solch ein Projekt nur im Zusammenwirken aller bewältigt werden kann, und da ist auch das kleinste Rädchen wichtig. Bleibt als Fazit: Sicher hat keiner den Gang ins Kurhaus an diesem Abend bereut, und fast noch sicherer ging jeder bereichert um ein Erlebnis besonderer Art nach Hause.


Alles hat sich zum Guten gewendet: Josef ist wieder mit seinen Brüdern und seinem Vater Jakob versöhnt.