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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


03.07.2001 Präventionsprojekt an Anne - Frank - Schule Busenbach


Positive Bilanz wurde jetzt gezogen, nachdem das Karlsruher Präventionsprojekt gegen sexuelle Gewalt an Kindern auch auf die Waldbronner Anne - Frank - Schule ausgedehnt worden war. Ermöglicht hatte dies der Lions - Club Waldbronn, der die Aktivität mit insgesamt 6.000 DM unterstützte. Zum Abschlussgespräch in der Busenbacher Schule waren nicht nur die Projektbetreuer gekommen, auch Landrat Claus Kretz, Bürgermeister Harald Ehrler und Doris Seitz, die Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises Karlsruhe waren vor Ort.
Das Projekt "Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern" wurde im Juni und Juli in den dritten Klassen der Anne - Frank - Schule durchgeführt. Da sich sexuelle Gewalt an Kindern überwiegend im Nahbereich des Kindes abspielt, müssen die Kinder veranlasst werden, sich schon bei Anfängen zu wehren. Der Lions - Club und hier insbesondere Alfons Zschockelt hatten das Karlsruher Präventionsprojekt aufgegriffen, das in Karlsruher Schulen schon erfolgreich praktiziert wurde. An drei Vormittagen wurde das Projekt durch Psychologen durchgeführt, nachdem die Eltern in Elternabenden und die Lehrer in einem pädagogischen Tag ausführlich informiert wurden.
Psychologiestudentin Margot Isele und Joachim Sailer, letzterer von Pro - Familia - Karlsruhe, zeigten sich positiv beeindruckt von der Aufnahme in der Schule und vor allem von den Kindern in Busenbach. Besonders ihre Offenheit hoben sie im Gespräch hervor, aber auch ihr Wissen um sexuelle Fragen sei weit differenzierter gewesen, als dies bisher angetroffen wurde. Auch die Trennung in geschlechterspezifische Gruppen habe keine Schwierigkeiten bereitet. Die Kinder, so die beiden Projektbetreuer, konnten nicht nur artikulieren, dass Kinder in eine Auto gezerrt und getötet werden, sondern dass da auch sexuell etwas ablaufe. Aber auch die bedauerliche Tatsache, dass nicht nur Fremde hier eine unrühmliche Rolle spielen, sondern dass es durchaus, und in den meisten Fällen, Bekannte oder sogar Familienangehörige sind.
Rektor Helmut Waldmann dankte bei seiner Begrüßung vor allem dem Lions - Club, der mit seiner Spende das Projekt an der Anne - Frank - Schule erst möglich gemacht habe. Besonderen Dank habe hier Alfons Zschockelt als Initiator und Begleiter verdient. Insgesamt habe das Projekt drei Ansprechpartner erreicht: Eltern, Kinder und Lehrkräfte. Ziel sei es gewesen, die Kinder der dritten und vierten Klassen zu sensibilisieren und dahingehend zu stärken, dass sie sich wehren. Das Modell, so Waldmann, werde an der Schule erhalten bleiben und auch in den kommenden Jahren fortgeführt.
Doris Seitz, die Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises Karlsruhe, erinnerte an ein Wort von Landrat Claus Kretz, der einmal gesagt habe: "Man muss Ideen eine Chance geben, sich zu entwickeln." Und das sei bei dem Präventionsprojekt geschehen, das gemeinsam mit Pro - Familia und Wildwasser entwickelt wurde. Die Anne - Frank - Schule sei die fünfte Schule in diesem Projekt. Mit Alfons Zschockelt habe sie einen Menschen kennen gelernt, der die Idee gut fand und diese Arbeit über die Pilotphase hinaus finanziell absicherte. Dafür sei ihm vor allem im Namen der Kinder zu danken. Beobachtbar sei gewesen, dass sich der Umgang zwischen Mädchen und Jungen hin zu mehr Offenheit und Selbstsicherheit positiv gewandelt habe. Dies hätten auch beide Klassenlehrerinnen Fr. Heuß und Fr. Müller bestätigt, die ebenfalls an diesem Abschlussgespräch teilnahmen. Insgesamt solle das Karlsruher Präventionsprojekt fortgeschrieben und erweitert werden.
Landrat Claus Kretz sprach von einem Anlass, der eher ernüchternd stimme, denn sexuelle Gewalt gegen Kinder sei ein bedrückendes Problem. Das Präventionsprojekt, so hob er hervor, sei eines von vielen Projekten, das der Landkreis gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe durchführe. Dabei seien helfende Hände immer willkommen. Der Landrat bedankte sich bei allen, vor allem beim Lions - Club Waldbronn und bei Alfons Zschockelt, die hier unterstützend eingreifen, verbunden mit der Hoffnung, dass auch weiterhin durch andere ein solches Sponsoring erfolge.
Bürgermeister Harald Ehrler hoffte, dass das Projekt Nachhaltigkeit erzeuge. Der Anstoß müsse jetzt in den Familien weitergetragen werden. Kindesmissbrauch, so Ehrler, sei hoffentlich nie ein Thema in Waldbronn. Der Bürgermeister dankte dem Team, der Schule und dem Lions - Club, der sehr aktiv sei und dabei auch solche Projekte fördere.
Reinhard Link, zweiter Vizepräsident des Waldbronner Lions - Club, zeigte sich positiv beeindruckt, dass das Projekt so großen Anklang gefunden habe. Die Aufgabe des Lions - Clubs sei es, dort zu helfen, wo der Staat nicht helfen kann. Einen "internen Dank" sprach er an Alfons Zschockelt aus, der maßgeblich in dieses Projekt eingebunden war.
Zschockelt selbst hob die Zusammenarbeit zwischen Kindern und Erwachsenen positiv hervor. Er verwies darauf, dass beim Lions - Club noch Spendenmittel bereit stehen, um an weiteren Schulen dieses Präventionsprojekt durchzuführen. Als Governor der Lions - Clubs in Südwestdeutschland habe er für dieses Projekt geworben und annähernd 100.000 DM zusammengebracht, um Kinder zu stärken, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren. Konkret sei dies im kommenden Schuljahr an der Reichenbacher Albert - Schweitzer - Schule denkbar, falls die Gremien der Schule und der Lions - Club zustimmten. Wichtig wäre es, so Zschockelt, dass dieses Projekt über die Zeit hinaus fortgesetzt werde. Der Lions - Club wolle anstoßen, danach aber müssten dann zuständige Träger gefunden werden. Abschließend wies Zschockelt darauf hin, dass ein Großteil der in Busenbach eingesetzten Fördergelder beim jährlichen Nikolausmarkt im Rathausmarkt Waldbronn erwirtschaftet werde, und nannte mit dem 1. Dezember auch gleich den Termin für dieses Jahr.