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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


01.07.2001 Pfarrer Kneis feierte Goldenes Priesterjubiläum


"Gott braucht Menschen", unter dieses Motto stellte Waldbronns Ehrenbürger, Geistlicher Rat und Pfarrer i.R. Ernst Kneis seine Predigt, als er mit seiner ehemaligen Pfarrgemeinde Reichenbach an dem Tag sein Goldenes Priesterjubiläum feierte, an dem sich zum 50. Mal sein Primiztag jährte. Der Jubilar war von 1969 bis zu seinem Ruhestand 1998 fast 30 Jahre Seelsorger der Pfarrei St. Wendelin Reichenbach. Eine Woche zuvor, dem eigentlichen Weihetag, feierte er mit seiner Heimatgemeinde, und dort hielt der aus Reichenbach stammende Hochschulpfarrer Thorsten Becker die Predigt, einer von vier Priestern, die aus Gemeinden hervorgingen, die von Pfarrer Kneis betreut wurden.
Der Festgottesdienst wurde mitgestaltet vom Kirchenchor Reichenbach - Etzenrot unter der Leitung von Michael Hilschmann, Solistin Fr. Zobel und an der Orgel Eberhard Essig, die die kleine Orgelmesse von Haydn zu Gehör brachten. In seiner Predigt hob der Jubilar darauf ab, dass es schön sei, Priester zu sein. Darüber müsse man gerade heute mehr und selbstbewusster reden. Gott brauche Menschen um der Menschen willen, und auch Jesus, so im Sonntagsevangelium zu hören, sei gekommen, um zu dienen. Ein Priester, erinnerte er an den kürzlich verstorbenen Monsignore Anton Anderer, könne nicht irgendwann in Pension gehen, er bleibe immer Priester. Die Konkurrenz von Priestern und Laien sei ein Zerrbild, Laien und priesterliches Amt seien beide unverzichtbar.
In die Kirche geleitet wurde Reichenbachs ehemaliger Seelsorger von den Fahnenabordnungen der Vereine, dem Musikverein "Lyra" Reichenbach sowie seinem Nachfolger Pfarrer Joachim Greulich. Nach dem Gottesdienst fand im Pfarrhof vor dem "Pfarrzentrum Ernst Kneis" ein Empfang statt, zu dem die Pfarrgemeinde sehr zahlreich erschienen war und der vom Gesangverein "Concordia" Reichenbach und dem Musikverein musikalisch umrahmt wurde.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hubert Kuderer gratulierte im Namen der Pfarrgemeinde zum Goldenen Priesterjubiläum. Von seinen 50 Jahren als Seelsorger habe Pfarrer Kneis 29 Jahre in Reichenbach verbracht und dabei die Pfarrgemeinde wesentlich geprägt. Er erinnerte dabei besonders an die äußerlich sichtbaren Zeichen wie Öffnung des alten Pfarrsaals, Bau des neuen Pfarrzentrums, Innenrenovation der Kirche und Weihe der neuen Orgel. Gottesdienste hätten bei Pfarrer Kneis immer einen hohen Stellenwert besessen. Aber auch das innere Leben der Pfarrgemeinde habe Pfarrer Kneis mitgestaltet, so die Umsetzung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils mit der Einrichtung des Pfarrgemeinderats und neuen Aufgaben für die Laien. Aus diesem Neubeginn heraus entwickelte sich durch die kooperative Art von Pfarrer Kneis ein harmonisches Miteinander. Auch seien in seiner Zeit viele pfarrliche Gruppen neu entstanden. Mit der politischen Gemeinde habe er immer ein harmonisches Miteinander gepflegt, auch das habe 1994 zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde geführt. Der Jubilar habe stets nach dem Grundsatz gehandelt, ein Pfarrer gehöre zum Volk, was sich auch in der Mitgliedschaft bei zahlreichen Vereinen ausdrücke.
Bürgermeister Harald Ehrler betonte ebenfalls, dass Waldbronns Ehrenbürger das pfarrliche Leben in Reichenbach geprägt habe. Der Gottesdienst sei ein beeindruckendes Zeugnis gewesen für einen Pfarrer, der die Menschen begeistere und dabei die Jugend mit einbeziehe. "Waldbronns Ehrenbürger sind entweder Pfarrer oder Bürgermeister". so Ehrler weiter, der dann Parallelen zwischen beiden fand. Beide seien in gewissem Sinne Seelsorger. Ehrenbürger sei zunächst eine Würde, der aber die Bürde des Amtes vorausgehe, sich der Nöte der Mitmenschen anzunehmen.
Norbert Anderer, stellvertretender Vorsitzender des TSV Reichenbach, überreichte Pfarrer Ernst Kneis dann den Ehrenbürgerbrief seines Vereins und dokumentierte damit sinnfällig die Verbundenheit des Jubilars mit den Vereinen und ihren Menschen.
Ehrenbürger, Geistlicher Rat und Pfarrer i.R. Ernst Kneis dankte für die Grußworte und erinnerte in persönlich gehaltenen Worten an seinen Abschied, der an der gleichen Stelle stattgefunden habe. Er erinnerte aber auch an sein Silbernes Priesterjubiläum, zu dem ihm die Pfarrgemeinde ein Messgewand geschenkt habe, das er zum heutigen Gottesdienst getragen habe. Statt Geschenken habe er um eine Spende für das Kinderkrankenhaus in Bethlehem gebeten, und er freue sich, dass hier bereits 18.000 DM zusammen gekommen seien. Danach war dann für die anwesenden Mitglieder der Pfarrgemeinde Gelegenheit, ihrem ehemaligen Seelsorger zum Goldenen Priesterjubiläum zu gratulieren.


Pfarrer Ernst Kneis (links) vor den Fahnenabordnungen der Vereine beim Empfang im Pfarrhof nach dem Gottesdienst.