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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


16.06.2001 Galerie Mühlenkeller


In regelmäßigem Turnus führt das Architekten - Ehepaar Anke Fuchs -Keck und Dieter K. Keck in der Kochmühle Ausstellungen von Künstlern durch. Hervorragend geeignet für solche Events ist der Mühlenkeller, der den Künstlern und ihren ausgestellten Werken das passende Ambiente gibt. Aber auch im Freien lassen sich Skulpturen oder Bilder ausstellen, wie die Pflasterköpfe von Martin Matschke beweisen, dem die vorhergehende Präsentation gewidmet war.
Bereits im Eingangsbereich empfing die Besucher ein auf Glas gemaltes Werk von Michael Ditteney, dem die diesjährige Ausstellung gewidmet war. Ditteney, Jahrgang 1965, studierte freie Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe bei Prof. van Dülmen, bei dem er zwei Jahre auch Meisterschüler war. Ein einjähriges Stipendium führte ihn nach Dublin in Irland. Heute lebt und arbeitet Michael Ditteney in Kirchzarten und Freiburg.
In der Kochmühle jetzt stellt Michael Ditteney 30 Werke aus, die überwiegend in den letzten Wochen und Monaten entstanden sind. Dazu gehören auch die Glasbilder am Eingangsweg und an der Sandsteinmauer gegenüber dem Mühlenkeller, dem eigentlichen Ausstellungsraum. Die Vernissage umrahmte Michael Ditteney auch musikalisch, gemeinsam mit Jürgen Becker, spielte er "space music", die Gruppe nennt sich "nextant".
Bei der Eröffnung der Ausstellung begrüßte Anke Fuchs - Keck den Künstler und alle Gäste. "Ohne Freund kann ich nicht malen, kann meine Kunst nicht entstehen. Ich brauche die mir nahestehenden Personen und ihre Persönlichkeit wie sie sich mir zeigen als Grundlage für die Entstehung der Darstellung in meinen Bildern", zitierte Anke Fuchs - Keck gleichsam das Credo des Künstlers. Die Bilder erschließen sich dem Betrachter nicht sofort, es sei deshalb wichtig, die Ausstellungsräume mehrmals zu betreten. Dabei werde jeder immer wieder eine andere Betrachtungsweise herausfinden.
Martin Matschke führte in das Werk von Michael Ditteney ein, der als kleiner Junge in seiner Kinderkunstschule die ersten Schritte in Richtung Kunst unternahm. Matschke führte unter anderem aus: "Der erste Eindruck der Ölbilder und Zeichnungen von Michael Ditteney ist: sich selbst isolierend, sich allein im Raum fühlend, treten uns geistig äußerst sensible Menschen entgegen! Die Einblicke in die Bilder geschehen meistens von oben, das Auge trifft zunächst auf den Kopf, auf das Gesicht, das Spiegelbild der Seele. Der Körper ist durch die starke Verkürzung kaum wahrnehmbar. Den Raum, die Figuren umgebend, gestaltet Michael Ditteney sehr karg, alles erzählende Beiwerk schließt er aus. Die Menschen sind kreisend festgehalten, so auf die Leinwand gesetzt, dass die Gefahr besteht sie werden aus dem Bild gehen, um ins Nichts einzutreten. Der verdichtende Stil, dann der Standpunkt des Betrachters von oben, verwehren uns die Form in ihrer Ganzheit zu erfassen. Die Bildfiguren sind anwesend und doch nicht existent.
Die Ausstellung ,bilder nach freunden und ..., zeigt ca. 30 aktuelle, neue Arbeiten des jetzt in Freiburg-Kirchzarten lebenden Künstlers, die wie der Titel schon sagt, Bezug haben, die abgebildeten Menschen nach Freunden sozusagen, dargestellt wurden.
Es gibt zwei Arten von Arbeiten, die farbigen Ölbilder sind meist monochrom, zart und mystisch, träumerisch. Trotz des kreisenden Pinselstrichs hält die Farbe immer die Figur lässt sie sprechen und lässt für sie eine dominante Haltung einnehmen. Oder: es erwächst die Figur gewissermaßen aus dem Raum, der Raum verdichtet sich zur Figur. Aber es besteht Gefahr, dass sich die Figur wieder auflöst und ins Nichts versinkt, wobei der starke Pinselstrich der das Bild aufbaut in der Gestalt kippt, gleichzeitig ein Vorhang vor das Bild schiebt. Hinter diesem Vorhang zieht sich die Figur immer mehr in den Hintergrund zurück, um darin zu verschmelzen. Die Bilder verweisen uns auf die Flüchtigkeit unseres Seins oder auf die Flüchtigkeit des Seins überhaupt.
Es bedarf mehrerer Bilder, um diese Inhalte gewissermaßen umkreisend von allen Seiten sichtbar zu machen. Der junge Künstler, dem der harte, unbequeme Weg immer noch zu leicht ist, hat uns mitzuteilen, sagt dies in einer sensiblen fraglichen Weise, was für ihn gilt: - der Weg ist das Ziel!"
Die sehenswerte Ausstellung in der "Galerie Mühlenkeller" in der Kochmühle bei Neurod ist bis zum 15. Juli 2001 mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Michael Ditteney selbst ist mittwochs von 16 bis 18 Uhr anwesend.

Michael Ditteney (2.v.li) im Gespräch mit Anke Fuchs - Keck, Martin Matschke, der in das Werk des Künstlers eingeführt hatte, und Dieter K. Keck (linkes Bild). Über 30 neue Werke stellt Michael Ditteney im Mühlenkeller in der Kochmühle aus.