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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


11.05.2001 Harald Ehrler als Bürgermeister verpflichtet


Die Amtsgeschäfte hat Bürgermeister Harald Ehrler zwar schon am 2. Mai aufgenommen, die Verpflichtung und Vereidigung auf seine neues Amt fand im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung im Großen Saal im Kurhaus Waldbronn am vergangenen Freitag statt. Zahlreiche Waldbronner Bürgerinnen und Bürger waren zu dieser Sitzung gekommen, aber auch viele auswärtige Gäste wohnten der Sitzung bei, deren einziger Tagesordnungspunkt hieß: "Vereidigung und Verpflichtung des neu gewählten Bürgermeisters Harald Ehrler". Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch das Kammerorchester der Musikschule Waldbronn unter der Leitung von Toni Reichl mit Werken von Christoph Willibald Gluck, Harald Genzmer, Ferenc Farkas und Johann Stamitz.

Begrüßung der Gäste
Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle begrüßte zu Beginn namentlich den Bundestagsabgeordneten Klaus Bühler, Ersten Landesbeamten Dieter Eckert, die Ehrenbürger Bürgermeister i.R. Martin Altenbach und Alfred Ohl, die vollzählig anwesenden Gemeinderäte und Jugendgemeinderäte und die anwesenden Altgemeinderäte, Pfarrerin Sabine Jestadt und die Pfarrer Joachim Greulich und Bernd Peisker. Für die Schulen hieß er Rektorin Ingeborg Jörg, Rektor Peter Hepperle und Rektor Helmut Waldmann willkommen. Weiter begrüßte Völkle zahlreiche Bürgermeister der Nachbargemeinden, aber auch aus der Nachbarschaft von Lobbach.

Stellung des Bürgermeisters
Nirgendwo in der Bundesrepublik Deutschland habe der Bürgermeister eine solch herausragende Stellung wie in Baden - Württemberg. Deshalb sei der Gemeinderat auch übereinstimmend der Meinung gewesen, dass die Tagesordnung und Verpflichtung mit entsprechendem Rahmenprogramm durchgeführt wird, betonte der Bürgermeisterstellvertreter. Am 04. März hätten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Waldbronn ihren Bürgermeister gewählt, blickte Völkle zurück, ehe er den drei Kandidaten Harald Ehrler, Heribert Purreiter und Herbert Masino dankte, dass Sie sich zur Wahl gestellt haben und damit eine demokratische Wahl erst ermöglicht haben. Dies zeuge von echtem Bürgersinn, wenn auch nur einer gewinnen könne. "Die Wahl ist vorbei und das Ziel könnte sein, dass alle nun mit geballter Kraft auch in Zukunft zum Wohle unserer Gemeinde Waldbronn arbeiten", blickte er in die Zukunft.
Die Wahlprüfung durch das Landratsamt Karlsruhe habe zu keinen Beanstandungen geführt. Einsprüche seien gegen die Wahl nicht eingelegt worden, sie sei nunmehr rechtskräftig. Den Reiz des Amtes machen vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten, Selbständigkeit und Vielseitigkeit der Aufgaben aus. Das sei die Lust, aber auch gleichzeitig die Last dieses Amtes. "Man ist immer im Dienst, kennt keine Freizeit und keinen Feierabend, kann nie einen Rollenwechsel vornehmen, auch Frau und Familie werden von diesem Amt mit beschlagnahmt" umriss Völkle die Aufgaben eines Bürgermeisters. Bürgermeister sei man mit Haut und Haaren.


Vereidigung und Verpflichtung
Nach der Vereidigung und Verpflichtung Ehrlers auf sein neues Amt, beides nahm im Auftrag des Gemeinderats Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle vor, übergab er dem neuen Waldbronner Bürgermeister zunächst die Amtskette. Erwünscht sei die hohe Kunst des Abwägens, so Völkle weiter. Wichtig dabei sei, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe. Zum einen beim Dienstleistungsunternehmen Gemeindeverwaltung, zum anderen auch in der Verwaltung selbst. Eine gute Zusammenarbeit sei angesagt. Bürgermeister, Gemeinderat und Bürger hoffen auf eine menschliche faire Partnerschaft, wie sich bisher bewährt habe und eine gute politische Kultur in der gegenseitigen Achtung und Anerkennung. Völkle erinnerte weiter an das ausgeprägte Vereinsleben, Wirtschaft und Städtepartnerschaften, die Kurverwaltung mit ihren Einrichtungen, Schuler, Jugend und Senioren, sie alle erwarteten die Fürsorge des Bürgermeisters. Die Gemeinde solle das Bild heimatlicher Geborgenheit darstellen, sich mit Selbstbewusstsein aber auch nach außen öffnen und auf Dauer das Ortsteildenken überwinden.
Die Arbeit im Gemeinderat sei nicht immer eine Veranstaltung der Harmonie. Sie sei auch die Arena für streitige Auseinandersetzungen im Ringen um den richti-gen Weg. Trotzdem aber sollten die einzelnen Mitglieder auch nach dem politi-schen Streit aufeinander zugehen können. Der Bürgermeister sei hier als Aus-gleichsperson gefragt. In gemeinsamer Arbeit und im Dialog mit den Bürgern solle Waldbronn lebens- und liebenswerter werden. Es gelte jetzt nach vorne zu bli-cken, für die Gemeinde beginne ein neuer Abschnitt. Bestehendes gelte es zu bewahren und Neues zu wagen. Mit einem Gruß an die Frau des neuen Wald-bronner Bürgermeisters schloss Völkle seine Ausführungen.


Grußworte der Gäste
Die Grüße des Landkreises überbrachte Erster Landesbeamter Dieter Eckert, der von einem besonderen Tag für Waldbronn sprach. Die große Zahl auswärtiger Gäste sei ein Beweis für die Attraktivität Waldbronns. Kritisch äußerte sich der Erste Landesbeamte zu Regulierungstendenzen bei der kommunalen Selbstverwaltung, wie sie vor allem von der EU her drohten, wo zahlreiche Mitgliedsländer straff zentralistisch organisiert seien. Waldbronn genieße weithin einen guten Ruf, dazu habe Martin Altenbach durch sein Wirken beigetragen. Vor allem die finanziellen Verhältnisse seien geordnet, was bei Gemeinden mit vergleichbarer Infrastruktur nicht ganz selbstverständlich sei.
Auch MdB Klaus Bühler begann seine Grußworte mit einem Dank an Martin Altenbach für ein stets gutes Miteinander. Für die Zukunft Waldbronn mit Harald Ehrler stimmten ihn drei Faktoren optimistisch: die zehn Jahre Berufserfahrung, das wohlgeordnete Haus, das er übernehme und der Vertrauensbeweis bei der Wahl, von dem viele Politiker nur träumen könnten.
Für die Nachbarbürgermeister überbrachte Bürgermeister Rudi Knodel aus Karlsbad die Grüße und Glückwünsche. Aus ersten Begegnungen lasse sich sagen, dass Harald Ehrler seine Ziele in Kooperation zu erreichen suche. Bei den zahlreichen Verflechtungen mit Karlsbad und den übrigen Nachbargemeinde bleibe nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren. Bürgermeister Erich Mick aus Mauer gratulierte seinem "Freund Harald Ehrler" im Namen der Lobbacher Nachbargemeinden. Ehrler habe stets "das Ohr am Volk", schilderte er eine der Stärken des neuen Waldbronner Bürgermeisters. "Sie als Waldbronner dürfen sich freuen, einen Bürgermeister mit reicher Erfahrung gewählt zu haben" schloss Mick, ehe er als besonderes Präsent eine Nachbildung des Unterkiefers überreichte, der in Mauer gefunden, als "homo heidelbergensis" bekannt ist und als ältestes Zeugnis von Menschen in Mitteleuropa gilt. Für die Waldbronner Schule sprach Rektor Peter Hepperle Grußworte.


Ansprache des neuen Bürgermeisters
Waldbronns neuer Bürgermeister dankte zu Beginn für den überaus herzlichen und freundlichen Empfang in Waldbronn. Er erinnerte daran, dass er mit 66,4 % von den Waldbronner Bürgerinnen und Bürgern zum Bürgermeister gewählt wurde. Humorvoll merkte er an, dass ihn besonders freue, dass in Waldbronn ein alter Wunsch in Erfüllung gehe, den er in Lobbach über die zehn Jahre nicht realisieren konnte: eine Amtskette für den Bürgermeister. Dies setze dem "gewissen Glücksgefühl noch die Krone auf", so Ehrler.
Er dankte seinen Eltern, aber auch dem ehemaligen Grünwettersbacher Bürgermeister und Ortsvorsteher Walter Rohrer, der ihn seine ganze bisherige Amtszeit über begleitet habe. Lobbach zu verlassen sei ihm nicht leicht gefallen, doch der Entschluss in Waldbronn zu kandidieren sei durchaus überlegt, aber auch emotional und schließlich mit Zustimmung seiner Familie gefallen. Überzeugen konnte er dabei auch seine Kinder mit den Argumenten des Freibads, der größeren Feuerwehr -"Hat Waldbronn eine Drehleiter?"- und einem tollen Ferienprogramm.
Das Wahlergebnis, in der BNN stand vom "Erdrutschsieg für Harald Ehrler" zu lesen, sei kein Kissen zum Ausruhen, sondern ein großes Stück Arbeit die Erwartungen der Menschen in Waldbronn zu erfüllen. Er werde alles daran setzen, dass die Bürgerinnen und Bürger zufrieden mit ihm seien und den Vertrauensvorschuss von 2001 in einen Vertrauensbeweis im Jahr 2009 umwandeln. "Die Herzen der Menschen zu gewinnen, das ist mir ein persönliches Anliegen", erklärte Harald Ehrler. Er strebe einen vertrauensvoller Umgang mit der Bürgerschaft, den Kindern und Jugendlichen, mit allen Gruppierungen, Vereinen, den Schulen, Kirchen, Kindergärten, ja mit allen Einrichtungen in Waldbronn an. Die Person des Bürgermeisters sehe er als erste Integrationsfigur in der Gemeinde, als Vorbild, als Vordenker und Motivator.
Mit dem Gemeinderat, dem Hauptorgan der Gemeinde, allen Ausschüssen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus, dem Bauhof, der Gärtnerei, den Kindergärten, Musik- und Volkshochschulen, der Feuerwehr, der Kurverwaltung, ja mit allen die für die Gemeinde Waldbronn Verantwortung tragen, sehe er sich eng verbunden. Hierbei gelte für Entscheidungen der Grundsatz: "Keiner weiß soviel wie wir alle zusammen." Ehrler sagte zu, mit allen politischen Gruppierungen zusammen zu arbeiten, denn er wolle kein "politischer Bürgermeister" sein, ihm gehe es um das Wohl der Gemeinde.
Das Wort von der Feuerwehr rief dann zum Schluss spontan noch Waldbronns Ortskommandant Peter Weißenborn auf den Plan, der dem neugewählten Bürgermeister einen Feuerwehrumhang übergab. Im übrigen habe man das Wort von der Drehleiter durchaus mit Interesse gehört, meine Weißenborn.


Zahlreiche Waldbronner Mitbürger wollten sich die Verpflichtung des neugewählten Bürgermeisters nicht entgehen lassen und kamen zur öffentlichen Gemeinderatssitzung in den Saal des Kurhauses Waldbronn (rechtes Bild). Der älteste Mensch Mitteleuropas ist seit Freitag auch in Waldbronn zu Hause: Bürgermeister Erich Mick aus Mauer schenkte seinem "Freund" Harald Ehrler eine Kopie des in Mauer gefundenen Unterkiefers des "homo heidelbergensis".