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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


27.04.2001 Martin Altenbach verabschiedet


Mit einer stimmungsvollen Feier, die der Person Martin Altenbach angemessen war, verabschiedete sich Waldbronn von seinem Bürgermeister. Martin Altenbach geht nach 13 Bürgermeisterjahren in den Ruhestand. Für seine Verdienste hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen, ihm die höchste Auszeichnung zu verleihen, die eine Gemeinde vergeben kann: die Würde des Ehrenbürgers. In allen Reden wurde mit unterschiedlicher Betonung immer wieder auf die Bescheidenheit und Menschlichkeit Martin Altenbachs abgehoben. Dass er in seiner Amtszeit viel zur Integration der Waldbronner Ortsteile getan hat, dafür gab es an diesem Abend ein sichtbares Zeichen: erstmals in ihrer Geschichte bestritten die Sänger aller drei Waldbronner Gesangvereine gemeinsam einen Auftritt in ihrer Heimatgemeinde.
Der musikalische Abschied
Eröffnet wurde der Abend durch die Musikvereine aus Busenbach, Etzenrot und Reichenbach, die gemeinsam unter der Stabführung von Gernot Franz das "Larghetto" aus der Sinfonie in D von Beethoven spielten. Dem ließen sie dann den "Königgrätzer Marsch" folgen, ehe die Waldbronner Gesangvereine sich zu einem gewaltigen Männerchor formierten und inter der Leitung von Matthias Hammerschmidt zunächst die "Hymne an das Lied" von Robert Edler und danach "Der Jäger Abschied" von Felix Mendelsohn - Bartholdy interpretierten.
Die Gäste
Lang war die Liste der Gäste, die Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle im Saal des Kurhauses begrüßen konnte. Er nannte die beiden Waldbronner Ehrenbürger Bürgermeister i.R. Alfred Ohl und Pfarrer Meinrad Lehmann. Aus Politik und Verwaltung hieß er MdL Dr. Erwin Vetter, Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle und Landrat Claus Kretz willkommen, die eine Riege von zwölf Bürgermeistern der Nachbargemeinden anführten mit Oberbürgermeister Josef Offele an der Spitze. Gekommen war die Rektoren der Waldbronner Schulen, die Gemeinderäte, Jugendgemeinderäte, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und eine Abordnung aus der Partnergemeinde St. Gervais. Begrüßen konnte Völkle die Pfarrer beider Konfessionen und zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, von Behörden und Vereinen.
Rückblick auf die Amtszeit
Der Bürgermeisterstellvertreter führte in seiner Laudatio aus, dass für Martin Altenbach der 30. April nicht nur eine Zensur nach 13jähriger Bürgermeistertätigkeit sei, sondern vielmehr ein 36jähriges Dasein im kommunalen Bereich für und mit den Bürgern der Gemeinde Waldbronn zu Ende gehe. Auf seiner politischen Wegstrecke habe er auch immer Menschen und Freunde gefunden, die Vorbild, Berater und gute Wegbegleiter waren. Völkle erinnerte an Altenbachs politischen Ziehvater Hugo Rimmelspacher oder dessen Nachfolger Dr. Erwin Vetter, an Altlandrat Dr. Bernhard Ditteney oder Landrat Claus Kretz und viele weitere Abgeordnete und Repräsentanten aus Regierung und Verbänden.
Altenbach habe in einer eindrucksvollen Neujahrsansprache, die er schon als Abschiedsrede nutzte, und bei seiner letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung einen Rechenschaftsbericht mit Zahlen, Anerkennungs- und Dankadressen vorgetragen und erklärt, er wolle auf eine spezielle Verabschiedungsfeier verzichten. "Aber so einfach will Sie der Gemeinderat nicht ziehen lassen. Gestatten Sie mir, bei all Ihrer Bescheidenheit, einige Bemerkungen", fügte Völkle an.
Altenbach könne heute stolz auf Ihre Arbeit zurückblicken. Die Arbeit mit den Menschen sei ihm stets wichtig gewesen, so war er auch immer bemüht, mit den Nachbarbürgermeistern ein gutes Einvernehmen zu halten. Er sei allgegenwärtig und jederzeit ansprechbar gewesen. "Alle Generationen, Kinder, Jugendliche, bis hin zu den älteren Jahrgängen des Seniorenalters, waren gut versorgt mit dem Bürgermeister Martin Altenbach."
Er habe sein Versprechen vom Wahlabend eingehalten, dass die Menschen unter einem Bürgermeister Altenbach gut leben könnten. Das Rathaus zeigte sich jederzeit partnerschaftlich mit einem umfangreichen Serviceangebot, das auch mit den modernen Verwaltungstechniken stets Schritt hielt. Bürgerbüro, Internet seien nur beispielhaft genannt.
Altenbach hinterlasse seinem Nachfolger ein geordnetes Haus, vor allem auch bei den Gemeindefinanzen. Er habe nie eigenprofitlich gehandelt, selbst bei dienstlichen Anlässen habe er des öfteren aus der eigenen Tasche bezahlt. Völkle erinnerte weiter an das Engagement Altenbachs um die Partnergemeinden Esternay, Monmouth, St. Gervais, denen er Reda in Polen hinzugefügt habe.
Viel sei in den 13 Jahren erreicht worden. 1992 hat die Gemeinde Waldbronn ganz groß gemeinsam das 7oojährige Jubiläum gefeiert. 1994 wurde nach umfangreicher Vorarbeit das Prädikat ,,Ort mit Heilquellen - Kurbetrieb" zuerkannt. Beim Mittelstand sei es gelungen Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Zudem habe Altenbach den Wert der Vereine in der Gemeinde erkannt und sie entsprechend gefördert. Er sei überzeugt, dass die Liebe zu den Vereinen auch weiterhin erhalten bleibe.
Altenbach habe keine Müdigkeitserscheinungen gezeigt, sich eher kämpferisch und mutig als Badener gegeben, der in Gemeinde und im Kreis gegen den Zentralismus aus Stuttgart ankämpfte. Auch die Kirchen, ob evangelisch oder katholisch, und die Schwesternhäuser, wo Waldbronner Ordensschwestern leben, durften seine mannigfache Unterstützung erfahren.
Dem Lebensmittel Wasser habe in drei Wasserverbänden die besondere Aufmerksamkeit gegolten. 611 Millionen wurden bewegt, davon rund 108 Millionen für Investitionen in die Hand genommen. Allen voran für die Grund-, Haupt- und Werkrealschulen, für Kanalisation, Friedhöfe, Kindergartenneubau sowie die Verschönerung und Neugestaltung des solarbeheizten Freibades, aber auch für Probe- und Jugendräume, Sportstätten, wurde investiert.
Völkle nannte dann einige Daten aus Altenbachs vielschichtigen Wirken und hob besonders hervor: - 6 Jahre Ortschaftsrat in Busenbach, 23 Jahre Gemeinderat, vier Jahre Bürgermeisterstellvertreter und 13 Jahre Bürgermeister. Nicht vergessen waren auch die 30 Jahre im Kreistag des Landkreises Karlsruhe, wo Altenbach im Verwaltungsausschuss, im Altestenrat wirkte, und zehn Jahre Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion war. Weiter erwähnte Völkle den Vorsitz in drei Wasserverbänden, die Mitgliedschaft im Nachbarschaftsverband und den Vorsitz bei Heimatstuben und Kulturring. Weiter war er Beiratsmitglied der Touristikgemeinschaft Nördlicher Schwarzwald und Stellvertretender Vorsitzender der Touristikgemeinschaft Vis-a-vis sowie nicht zuletzt Geschäftsführer und Kurdirektor der Kurverwaltungs-GmbH Waldbronn.
"Ihre kommunalpolitische Bilanz nach 36 Jahren kann sich sehen lassen. Dies darf ich für den Gemeinderat feststellen und ganz besonders den Dank und die Anerkennung aussprechen namens der Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, für Bündnis 90/Die Grünen, für die Freien Wähler" fuhr Völkle fort.
Die erfolgreiche Durchführung der vielen Mandate und Ämter sei aber nur möglich gewesen durch Zurückstellung aller persönlichen, privaten und familiären Belange zu Gunsten des Wirkens für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Waldbronn.
"Sehr geehrter Herr Altenbach, in der Gemeinderatssitzung am 21. März hat der Gemeinderat in Ihrer Abwesenheit aufgrund all der vorgetragenen Zahlen und Fakten, all Ihrer Verdienste um die Gemeinde Waldbronn den einstimmigen Beschluss gefasst, Sie mit dem heutigen Tag zum Ehrenbürger der Gemeinde Waldbronn zu ernennen", schloss der stellvertretende Bürgermeister seine Laudatio. Unter dem Beifall der Anwesenden überreichte Helmut Völkle anschließend den in Leder gebundenen Ehrenbürgerbrief und die zugehörige Medaille an den scheidenden Bürgermeister.
Grußworte der Gäste
Den Reigen der Grußworte eröffnete MdL Dr. Erwin Vetter. In sehr persönlich gehaltenen Ausführungen wandte er sich zunächst an Frau Altenbach, um ihr für die Fürsorge und das Verständnis zu danken, die sie ihrem Mann entgegenbrachte. Martin Altenbach verlasse das schönste Amt, das einen nie mehr los lasse, und das getragen werde von Menschen. Seine Ausführungen verband der Abgeordnete mit einem Plädoyer für die kommunale Selbstverwaltung badischer Prägung. Oft würden die Bediensteten kritisiert, die aber nur Gesetze umsetzen müssten, die von Politikern gemacht wurden. Gemeinden müssten zunehmend unternehmerisch denken und handeln. Ein Vorbild für ihn sei hierbei Alfred Ohl gewesen, Altenbachs Vorvorgänger im Amt. Altenbach habe er als loyalen Mitarbeiter in Ettlingen kennen gelernt, der über die Parteigrenzen hinweg menschlich war. In diesem Sinne wollte er sein oft gebrauchtes Wort von seinem "Roten Bruder Martin" verstanden wissen.
Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle, die wegen einer anderen Termins später zur Veranstaltung gekommen war, stellte fest: "Es ist unmöglich, dass Martin Altenbach von Bord geht und ich bin nicht dabei!" Sie dankte dem scheidenden Waldbronner Bürgermeister für viele Gespräche und noch mehr gute Ratschläge. Sie habe kein Geschenk dabei -"Das Land ist arm, wir schenken nichts, wir kommen selbst"-, aber die Verordnung über das Wasserschutzgebiet für die Seewiesenquellen sei fertig und rechtsgültig unterzeichnet. Dafür habe Martin Altenbach jahrelang gekämpft, erklärte die Regierungspräsidentin, ehe sie die entsprechende Urkunde überreichte.
Für Landrat Claus Kretz war es ein persönliches Anliegen, zur Verabschiedung von Martin Altenbach zu kommen, um Dank zu sagen. Es falle schwer, einen so hoch verdienten Bürgermeister in den Ruhestand zu verabschieden. Der Landrat erinnerte in seiner Ansprache an einige Episoden mit Martin Altenbach, so bei einer Israel - Reise, wo er im Namen aller Kreisräte an der Klagemauer eine besondere Bitte hinterließ. In Waldbronn sei Politik in konstruktivem Miteinander gemacht worden, und dies sei Martin Altenbach zu danken.
Für insgesamt 12 Nachbarbürgermeister dankte Oberbürgermeister Josef Offele Martin Altenbach, der im Gegensatz zum Manager ein "Pater domus" gewesen sei, der seine Mitbewohner liebt und sein Haus in Ordnung hält. Offele erinnerte auch daran, dass der Name Altenbach eng mit der Stadtsanierung in Ettlingen verbunden sei, wo Altenbach 26 Jahre wirkte. Der Vorname Martin sei ein Symbol für die Hilfsbereitschaft des scheidenden Waldbronner Bürgermeisters, dem Prunk und Protokoll fremd waren. Er habe seinen Ort vorangebracht und solidarisch in der Region mitgearbeitet. "Wir sind stolz auf den Kollegen Altenbach, wir sind dankbar für den Kollegen Altenbach und wir gratulieren dem Ehrenbürger Altenbach", schloss Ettlingens Oberbürgermeister seine Grußworte.
Im "ökumenischen Doppelpack" dankte Pfarrerin Sabine Jestadt und Pfarrer Joachim Greulich für die Waldbronner Kirchengemeinden, zu denen er während seiner Amtszeit oft unterwegs gewesen sei. Er verlasse nun die Kommandobrücke, auf der er aber nicht als Kommandant sondern eher als Lotse gewirkt habe. Für die Waldbronner Schulen sprach Rektor Helmut Waldmann den Dank an einen jederzeit schulfreundlichen Bürgermeister aus. Er erinnerte an Neubauten und Sanierungen und die Einrichtung der Werkrealschule während der Amtszeit von Martin Altenbach. Ortskommandant Peter Weißenborn dankte dem "obersten Feuerwehrmann" der Gemeinde, lobte die gute Zusammenarbeit und erinnerte an den Bau der Gerätehäuser. Für die "Waldbronner Selbständigen" sprach Vorsitzender Reiner Becker in Vertretung der 130 Selbständigen Grußworte. Mit Altenbach habe es eine fruchtbare und menschliche Zusammenarbeit gegeben verbunden mit der spontanen Bereitschaft zu helfen. Für die Waldbronn Vereine dankte Martin Musger von Arbeitsgemeinschaft Reichenbacher Vereine. In vielen der mittlerweile 70 Vereinen sei Altenbach Mitglied, der Besuch der Veranstaltungen sei für ihn selbstverständlich gewesen. Er habe in den 13 Jahren seiner Amtszeit dazu beigetragen, das "Wir - Gefühl" in Waldbronn zu steigern.
"Ich bin gespannt, was passiert, wenn nach dem vielen Lob einst beim Jüngsten Gericht das Thema Kommunalpolitik aufgeschlagen wird", sagte Waldbronns neuer Ehrenbürger Martin Altenbach in seiner Ansprache. Auch er erinnerte, gewürzt mit vielen Anekdoten, an seine Lehrmeister und nannte vor allem Gertrud Zollner, Hugo Rimmelspacher und Dr. Erwin Vetter. Er bekannte, dass er sein Leben beruflich wieder so ordnen würde, ehe er nochmals, angereichert mit vielen Anekdoten, die Kommunalpolitik Revue passieren ließ. Den Schlusspunkt setzten dann zunächst die Gemeinderäte. Sie stimmten, musikalisch unterstützt von Armin Bitterwolf, Peter Nuß und Alfred Hess, das Badnerlied an, in das dann die Gesang- und Musikvereine und der gesamte Saal einfielen.


Gemeinsam mit den Waldbronner Musikvereinen intonierten die Gemeinderäte auf der Bühne und die Gäste im Saal das Badner - Lied.