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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


28.03.2001 Podiumsdiskussion zu Funkmast in Etzenrot


Funkmast Etzenrot:

Standortdebatte als Chance für Funkgegner?
Publikum zeigte bei Podiumsdiskussion deutlichen Widerstand gegen Antennenmast



Ins Etzenroter Gesellschaftshaus hatte die Bürgerinitiative eingeladen, die gegen den geplanten Funkmast auf Etzenroter Gemarkung kämpft. Über die Podiumsdiskussion war in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 30. März 2001 unter obiger Überschrift zu lesen::
Waldbronn/Karlsbad. "Wenn alle informiert sind, dann wird keiner mehr die Genehmigung zur Antenne geben." Diese Haltung vertrat der künftige Waldbronner Bürgermeister Harald Ehrler bei einer Podiumsdiskussion zur "Gefährdung durch Mobilfunk?" Er werde wegen der Strahlung und der Landschaftsästhetik gegen das Vorhaben stehen, in Etzenrot einen Funkmast zu errichten. Allerdings sei er noch nicht im Amt, habe also auch .keine Akteneinsicht, so Ehrler weiter. Die Frage, wie es weiter geht mit ,den vom Gemeinderat beschlossenen und unterschriebenen Verträgen der Gemeinde mit der Viag - Interkom, blieb somit offen. Gleiches gilt für die Chance, etwas gegen einen neuen Standort an Stelle des Wasserhochbehälters zu unternehmen, der nach Darstellung der lokalen Bürgerinitiative auf Landesgelände liegt.
Aus Sicht der rund 200 Zuhörer im Gesellschaftshaus muss das Vorhaben dort und andernorts rund um Etzenrot gekippt werden. "Ich sehe nicht ein, dass mir für die Profitgier anderer Leute Grundstück und Haus als Altersvorsorge kaputt gehen", kommentierte eine Frau und erhielt dafür deutlich Applaus. Argumentativ unterstützten dieses Ziel auf dem Podium Claus-Peter Cremer und Geron Löbbe vom Edith-Liebergeld-Institut für Umweltmedizin in Kiefersfelden. "Chronischer Reiz ist Ursache aller chronischern Krankheiten, auch wenn nur latent, also unsichtbar da ist", erfuhren die Zuhörer. Mit diversen Zeitungsausschnitten demonstrierte Cremer, was schon alles als seligmachend angepriesen wurde und sich schlussendlich als schädlich herausgestellt habe. Ziel müsse deshalb grundsätzlich "Quellvermeidung" sein.
Dass dies für Funkantennenmasten besonders gilt, war der Tenor in Filmbeiträgen, die zu Anfang der von Wilhelm Sievers geleiteten Diskussion gezeigt wurden. Kopfschmerzen,. Schlafstörungen, weniger Milchleistung bei Kühen, Frühgeburten und Missbildungen im Stall wurden als mögliche Krankheiten durch Mikrowellenbelastung genannt. Ob es stimmt, könne aber mangels ausreichender Forschung nicht als gesichert gelten.
Unabhängig davon ging es bei Film und Diskussion auch um Strahlenmengen. Die vorgegebenen Grenzwerte bezögen sich auf Wärme, würden andere Kriterien berücksichtigt, müssten sie erheblich niedriger sein, erläuterte dazu Löbbe. Dies gelte schon bei kontinuierlicher Strahlung und noch weit mehr bei gepulster.
Auch mit Blick darauf einen etwas anderen Aspekt brachte Norma Wenk von der Bürgerinitiative Ubstadt - Weiher in die Diskussion. Dort wird seit geraumer Zeit gegen Funkantennen im Ort gekämpft, die nicht genehmigungspflichtig sind. "Die Chance über einen Standort zu verhandeln, hatten wir nicht", meinte sie als im Saal eine harte Linie gegen den Funkmast deutlich wurde. Drohungen, wie in Etzenrot würden alle Verträge mit Viag - Interkom gekündigt und kein Privatmensch im Ort werde sein Dach zur Verfügung stellen, räumte sie keine Bedeutung ein. "Bei Geld ist es mit der Solidarität ganz schnell aus."
Dietmar Schröder, Leiter der Viag - Niederlassung Stuttgart, setzte auf diesen Weg als er sagte, der Turm müsse gemäß dem Wunsch der Anwesenden nicht gebaut werden. Sollte er kommen, böte er Platz für Anlagen aller Anbieter. Dass dies aus Spielberger Sieht eine akzeptable Lösung sein könnte, machten Vertreter der dortigen Bürgerinitiative im Publikum deutlich. Sie kämpfen gleich Norma Wenk gegen Antennen im Ort.
Der angepeilte Standort für den laut Schröder 50 bis 80 Meter hohen Mast ist weiter weg von der Wohnbebauung als der Wasserhochbehälter. Er diene ausschließlich der Versorgung von Etzenrot und Spielberg. UMTS werde dort frühestens 2005 realisiert. Wie Schröder weiter informierte, investiere die Viag rund eine Viertel Million für das Projekt. Antennen im Ort seien billiger.

Edith Kopf