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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


30.08.1999 Bernd Kohlhepp


Hämmerle allein zu Haus
Bernd Kohlhepp eröffnete die Veranstaltungen zur Waldbronner Woche


Bereits zum vierten Mal eröffnete der Kabarettist Bernd Kohlhepp das Veranstaltungsprogramm der Waldbronner Woche, und wie in den Vorjahren kam er auch diesmal wieder hervorragend bei seinem Publikum an. In seinem neuen Programm „Hämmerle allein zu Haus“ beäugte er in seinem neuen, gut zweistündigen Programm treffsicher die Bewohner eines Mehrfamilienhauses durch die kabarettistische Brille. Der Saal des Kulturtreff war jedenfalls bis auf den letzten Platz besetzt- fast bis auf den letzten Platz: „Warum ist dieser Stuhl hier vorne noch frei?- und sogleich sorgte er für Abhilfe. Auch die Zuschauer auf der Empore bekamen ihr Fett weg: „Da oben sitzt die erste Reihe vom letzten Jahr!“
Mit oft herrlich verqueren Pointen, die aber immer durch die heitere Fassade einen ernsten Hintergrund durchscheinen ließen und oftmals den Zuschauern einen Spiegel vorhielten, in denen sie sich selbst erkennen konnten, fesselte Kohlhepp sein Publikum. Bei allem Hintersinn verstand es Bernd Kohlhepp meisterlich, sein Publikum zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen, ohne jemals dabei bloßzustellen. Aber auch für Freunde des schwarzen Humors hatte der Kabarettist einige Schmankerln parat, siehe die Nummer mit dem Goldfisch!
Und in seinem Mehrfamilienhaus -„das heißt so, weil dort mehr Familien wohnen, als man ertragen kann“- tat sich einiges. Da wohnten Leute aus einem fremden Kulturkreis, aus Badenweiler, da wurden genaue Anleitungen zum Umgang mit der Waschmaschine gegeben, -„sich nicht selber drin waschen, man kriegt ein Schleudertrauma“- und herrlich auch seine Unterschiede zwischen Waschmaschine und Fernsehen: von Buntwäsche und Ghirnwäsche war da die Rede, von Seife und Seifenoper, und, wohl der wichtigste Unterschied: „Wenn man die Waschmaschine einschaltet, geht der Dreckfilm raus!“
Dazwischen streute er immer wieder „lyrische Exzesschen“, kleine, verquere Gedichte, wobei das Publikum am Anfang abstimmen durfte, ob es diese Lyrik hören wollte. Da aber nur Kohlhepp dafür stimmte, wurden sie dann einfach in das Programm eingestreut.
Die Vielseitigkeit von Bernd Kohlhepp zeigte sich auch in seinen musikalischen Nummern. Ob er mit einem Küchenmixer einen Blues sang, mit dem Bügelbrett rockte, seine Müllballade zum Besten gab oder sich als Küchenrevolutionär gebärdete –da mach ich nimmer mit“-, spontaner Applaus war ihm sicher. Verblüffend auch wieder seine Wandlungsfähigkeit, wie er ohne Maske oder Schminke jede der Typen aus seinem Mehrfamilienhaus in Mimik, Gestik und Körpersprache genau und zielsicher traf.
In Kürze, so war am Rande dieses Abends zu erfahren, wird man Bernd Kohlhepp mit anderem Programm und an anderem Ort wieder in Waldbronn erleben können. Für dieses Mal jedenfalls entließ das Publikum den Künstler erst nach regem Applaus und mehreren Zugaben.