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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


23.03.2001 75 Jahre Kolpingfamilie Reichenbach: Mundartabend


Beim Mundartabend der Kolpingfamlie aktiv (von links) Harald Hurst, Peter Nuß, Karl Heinz Dörr und Armin Bitterwolf.


75 Jahre Kolpingfamilie Reichenbach:
Mundart mit Musik zum Jubiläum
Harald Hurst und Musikschule gemeinsam aktiv



75 Jahre alt wird die Kolpingfamilie Reichenbach, und war sie in den zurückliegenden Jahren schon rührig, so hat sich die Schlagzahl der Veranstaltungen im Jubiläumsjahr deutlich erhöht. Der Mundartabend am zurückliegenden Freitag war dann auch schon die dritte Veranstaltung im Monat März, und noch einige größere Ereignisse sind für den Rest des Jahres geplant.
Bis auf den letzten Platz besetzt war der Pfarrsaal um Pfarrzentrum Ernst Kneis, als Kolping - Vorsitzender Siegfried Becker die Zuhörer, aber auch die Akteure auf der Bühne begrüßen konnte. Zu Harald Hurst, bekannt und beliebt wegen seiner detailgenauen Mundartgeschichten, gesellten sich von der Musikschule Waldbronn die Lehrkräfte Armin Bitterwolf, Karl Heinz Dörr, beide Gitarre, und Peter Nuß, Akkordeon. Sie überbrückten die Mundartpausen mit passender, fetziger bis virtuos gespielter Musik. Dass dabei auch das Badener - Lied nicht fehlen durfte, wunderte eigentlich bei einer Lesung mit Karlsruher Mundart kaum noch.
Die Zuhörer wurden von der Kolpingfamilie zuerst gestärkt. Zur Gründungszeit wäre dies wohl undenkbar gewesen: im katholischen Pfarrzentrum an einem Freitag in der Fastenzeit mit einem deftigen Bauernvesper mit Schinken und Wurst auf die folgenden mehr geistigen Genüsse einzustimmen. Aber die Zeiten haben sich zum Glück geändert und alle warteten schließlich gespannt auf den Auftritt von "Harald Hurst und Co". Der stimmte denn auch in seiner bewährten Art auf seine kleinen, aber feinen Geschichten aus dem Alltag ein, und hatte schon mit den ersten Sätzen das Publikum auf seiner Seite. In den Hurst'schen Geschichten erstaunt immer wieder eine genaue Beobachtung alltäglicher Situationen, die virtuos in Sprache umgesetzt werden. Dennoch hält Hurst bei aller Heiterkeit seinen Zuhörern einen Spiegel vor, in dem jeder sich oft auch selbst wieder erkennen kann, wenn er nur will und sich auf die Hurst'schen Geschichten einlässt.
Und so reihten sich Musik -Originalton Hurst: "Mir spreche uns halt kurz ab, wie schon bei viele Heimatabende!"- und die aus seinen Büchern bekannten Geschichten zu einer bunten, unterhaltsamen Kette. Ob Hurst dabei die "-ing" - Wörter unter die Lupe nahm, oder vom Hund "Rambo" erzählte, über die schwäbische Verwandtschaft sinnierte, oder "an'd Luft gehen" wollte, jede Geschichte, jedes Gedicht war ein kleines Kunstwerk für sich und wurde durch den originellen Vortrag von Harald Hurst noch zusätzlich geadelt. Zum Schmunzeln auch sein Bericht über eine Lesung bei einem evangelischen Landfrauenverein im Schwäbischen mit dem Resümee "net gschimpft is globt genug!" und seine herrliches Vater - Sohn - Gespräch beim Picknick über "de Schneck".
Ebenso hintersinnig wie die Geschichten von Harald Hurst fielen schließlich auch die Dankesworte von Siegfried Becker aus, ehe dann für die Musiker und für Harald Hurst nochmals die Bühne frei war zu einer Zugabe. Langanhaltender Beifall dankte am Schluss, aber auch nach jeder Darbietung den Vieren auf der Bühne.