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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


28.07.1999 Gemeinderat im Wald


Gemeinderat informierte sich im Wald
Forstdirektor Schäfer stellte Waldränder in Blickpunkt
Kurparksee soll zu Waldsee werden

Die Waldränder rückte Forstdirektor Hermann Schäfer bei der jährlichen Waldbegehung des Waldbronner Gemeinderats in den Mittelpunkt. Dabei machte der Forst-direktor auch konkrete Vorschläge, wie der das südliche Ufer des Kursees Natur näher gestaltet werden kann. Diese Vorschläge hatte Schäfer aus dem Entwicklungs-konzept für den Waldbronner Kurpark erarbeitet, das mit dem Wald eng verzahnt sei.
Erste Station war demzufolge der südliche Randweg entlang des Kurparksees. An der Betonschale des Kurparksees sei mit vertretbaren Mitteln kaum etwas zu ändern. Eine Änderung lasse sich aber in naher Zeit beim Waldrand erzielen. Dazu schlug der Forstdirektor vor, den südlichen Uferweg weg zu nehmen und als Ersatz die etwas höher liegende ehemalige AVG – Trasse zu wählen. Von dort könnten Schneisen freigemacht werden, so dass von oben ein interessanter Blick auf den Kurparksee frei werde, mit der Silhouette Reichenbachs im Hintergrund, die von unten überhaupt nicht zur Geltung komme. Zudem entstehe beim Blick von oben der Eindruck eines natürlichen Waldsees, der aus der Nähe nie zu erzielen sei. Allerdings machte der Forstdirektor auch deutlich, dass diese Waldränder ständiger Pflege bedürfen, um den Blick auf den See frei zu halten. An Beispielen auf der ehemaligen Bahntrasse zeigte Schäfer auf, welche Möglichkeiten sich hier bieten, erläuterte aber auch auf dem weiteren Waldbegang das Konzept der gestuften Waldränder.
Auch beim Kurparksee solle das Konzept verfolgt werden, den Laubholzanteil zu erhöhen, das Nadelholz weiter zurückzudrängen. Dieses Ziel wurde schon mit den beiden letzten Forsteinrichtungen verfolgt. Von 1977 bis 1997 wurde der Laubholzanteil von 26 auf 44 Prozent erhöht. Dazu wurde die Kiefer weiter zurückgedrängt. Diese Veränderungen erfolgten, so Schäfer, durch Naturverjüngung.
Am nächsten Halt bei den Odenwiesen ging es um forstliche Eingriffe im Wald. Im konkreten Fall wurden hier, so der Forstdirektor, nach dem Krieg auf einer Wiese Pappeln und Linden als schnell wachsende Hölzer gepflanzt. Der jetzige Eingriff, dessen „Spuren“ noch deutlich sichtbar waren, dünnte den Baumbestand unter den Linden aus. Das anfallende Holz wird zu Papier, zu Paletten oder Bauholz verarbeitet. Auch als verlorene Schalung im Tiefbau lasse es sich nutzen. Der Waldbronner Wald, ergänzte Rechnungsamtsleiter Josef Manz, habe 1998 mit einem Plus von 157.000 Mark abgeschlossen.
Auch auf das Thema Waldsterben ging Forstdirektor Schäfer im Laufe der Waldbegehung ein. Staat Schwefel beinhalten die Immissionen heute mehr Stickstoffverbin-dungen. Dies sei positiv bei fruchtbaren Böden, deshalb würden auch die Einschläge erhöht, weil aus der Luft eine zusätzliche Düngung durch Stickstoff erfolge. Insgesamt führe dies aber zu einer Bevorzugung von Pflanzen, die mehr Stickstoff benötigen und dann die anderen Pflanzen überwachsen. Als wesentlich schlimmer in seinen Auswirkungen wertete Schäfer dagegen den Treibhauseffekt. Anzeichen für die Turbulenzen, die mit einer Klimaveränderung einher gehen, seien die heftigen Gewitter.
Grünpflege wird vergeben
Vergeben werden soll die Grünpflege in Waldbronn. Gerade nach ausgiebigen Regenfällen schieße das Unkraut in die Höhe, so Bürgermeister Martin Altenbach. Da die Gärtnerei diesen Arbeitsanfall personell nicht verkrafte, solle eine Fremdfirma beauftragt werden, die 26 Hektar Anlagen zu säubern. Der Bürgermeister wurde vom Gemeinderat einstimmig ermächtigt, Angebote ein zu holen und im Kostenrahmen von DM 70.000 pro Jahr für die kommenden drei Jahre die Arbeiten an den günstigsten Bieter zu vergeben.