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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


04.01.2001 Neujahrsempfang der Gemeinde


Im Zeichen des Abschieds stand der letzte Neujahrsempfang, zu dem Bürgermeister Martin Altenbach als Amtsinhaber eingeladen hatte. Aus Anlass seines Abschieds nutzte der Bürgermeister die Gelegenheit, seine 13 Amtsjahre Revue passieren zu lassen und zu danken. Nicht zu kurz kam dabei auch die positive finanzielle Lage der Gemeinde Waldbronn. Bei seinen Ausführungen wurde Waldbronns Bürgermeister mehrfach von spontanem Beifall unterbrochen.
Zahlreiche Gäste konnte Bürgermeister Martin Altenbach im voll besetzten Saal des Kurhauses Waldbronn namentlich begrüßen, so die Ehrenbürger Ernst Kneis und Meinrad Lehmann, die MdB Klaus Bühler und Axel Fischer, MdL Dr. Erwin Vetter, Landrat Claus Kretz, die Nachbarbürgermeister Willi Rutschmann und Raimund Schuster. Ein gern gesehener Gast ist seit Jahren Raymond Kugler aus dem Elsaß. Der Bürgermeister begrüßte mit Matthias Taller den Inhaber der Taller AG, die zwar börsennotiert ist, von der sich aber alle Anteile im Familienbesitz befinden. Für die Kirchengemeinden begrüßte Altenbach Pfarrerin Jestadt sowie die Pfarrer Joachim Greulich und Bernd Peisker gemeinsam mit Geistlichem Rat Anton Anderer.
Das Rahmenprogramm gestalteten die vier Cellisten Lukas Dreyer, Matthias Trück, Tim Ströble und Hartwig Christ von "quattrocelli", die mit den Auszügen aus ihrem Repertoire beim Publikum sehr gut ankamen. Besonders ihre zuletzt gespielten Rags wurden mit lebhaftem Beifall belohnt, ebenso wie die mit Eleganz und Esprit präsentierten Zaubereien des Waldbronners Simon Pierro, der Papiertücher, Luftballons oder Tischtennisbälle verschwinden oder erscheinen lässt.
Für die "Waldbronner Selbständigen" (WS), unter diesem Namen firmiert seit Jahresbeginn der BdS, sprach 2. Vorsitzender Edgar Weber Grußworte. Er dankte dem Bürgermeister für die gute Zusammenarbeit mit den Waldbronner Selbständigen im abgelaufenen Jahr. Die Weiterentwicklung von Handel, Handwerk, Gewerbe und Dienstleistung am Standort Waldbronn waren und sind Anliegen des Bürgermeisters. Viele Kontakte zu den Waldbronner Selbständigen sprächen davon. Auch im Neuen Jahr sollten Fragen und Probleme der WS gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung angegangen du einer Lösung zugeführt werden, wünschte Weber, ehe Metzgermeister Siegfried Markgraf und Bäckermeister Wilhelm Müller an Bürgermeister Martin Altenbach traditionell eine Neujahrsbrezel und einen Wurstkorb überreichten.
In den zurückliegenden Jahren seien diese Präsente immer an das Polizeirevier Ettlingen gegangen, erklärte dazu Waldbronns Bürgermeister: "Wir sind der Meinung, die Polizisten haben dies verdient!" Da aber der Rechtsgrundsatz der Vorteilsnahme "möglicherweise strapaziert" wird, gab der Bürgermeister das Präsent weiter an Caritas- Direktor Kurt Wiehler mit der Bitte, es den Bewohnern des Ettlinger Albert - Stehlin -Hauses zukommen zu lassen.
"Mit dem heutigen Tag möchte ich mich quasi offiziell verabschieden", so Altenbach zu Beginn seiner Rede. Auf eine spezielle Verabschiedungsfeier verzichte er. Bürgermeister in Waldbronn sei eine interessante und ausfüllende Aufgabe gewesen. Dabei dankte er den Gemeinderäten für die meist konstruktive Arbeit. Zum Eistreff wollte Altenbach nicht dem Bürgerentscheid vorgreifen, sagte aber unter Beifall deutlich: "Ich möchte haben, dass der Eistreff wieder in Betrieb geht!"
Den Löwenanteil der Investitionen seit 1988 verschlangen der Schulhausbau und die Schulhaussanierung, die Kläranlage einschließlich der Regenüberlaufbecken und die nach und nach vollzogene Sanierung des Waldbronner Kanalnetzes. Größtes Projekt war die Albert - Schweitzer - Schule Reichenbach mit 17,2 Millionen, gefolgt in diesem Bereich von der Anne - Frank - Schule Busenbach mit 3,8 und der Waldschule Etzenrot mit 1,1 Millionen DM.
Zum Thema Kinder und Jugend verwies der Bürgermeister auf den neuen Kindergarten in der Reichenbacher Oosstraße, auf die Musikschule, die Gemeindebücherei und die Volkshochschule. "Summa Summarum wurden in meiner Amtszeit, das Klärwerk Neurod eingeschlossen, Investitionen in einer Größenordnung von 130 Millionen getätigt", resümierte Altenbach.
Dennoch könne er am Ende seiner Amtszeit sagen, dass Waldbronn finanziell gut gerüstet in die Zukunft gehe. 2001 werden 17 Mio. freie Mittel aus dem eigenen Haushalt zur Verfügung stehen. Davon werden 6 Millionen in die Rücklage gestellt und der Haushalt 2001 könne ohne Kredite finanziert werden. Seit 1997 seien keine Kredite neu aufgenommen worden, 1,5 Mio. an Krediten konnten sogar getilgt werden, widersprach der Bürgermeister einer anderslautenden Darstellung in einer Anzeige im Amtsblatt. "Hier erwarte ich eine Richtigstellung", forderte der Bürgermeister unter dem Beifall der meisten Zuhörer. Aus den Rücklagen von 16 Mio. könnten Tilgungen vorgenommen werden, jedoch seien 5,4 Mio. der Schulden unter 5 Prozent langfristig angelegt. "Die lassen wir stehen und kassieren statt dessen lieber steigende Zinserträge aus dem Festgeld", so Altenbach.
Dies alles beruhe auf Steuerzahlungen eines Weltmarktunternehmens. Die Bruttogewerbesteuereinnahme werde 2001 bei 35,6 Mio. DM liegen. Mittelfristig seinen große Aufgaben geplant. Das Kanalnetz müsse weiter in Ordnung gebracht werden, Kurparksee und Odenbach renaturiert, das Kurhaus saniert und die Sanierung des Rathauses zu Ende geführt werden. Die Finanzierung dieser Maßnahmen sei gesichert. Komme der Eistreff mit 8,5 Mio. DM, abzüglich 2,9 Mio. Landeszuschuss, noch hinzu, so sei auch dieser Betrag für Waldbronn finanzierbar.
Gut stehe auch die Kurverwaltungsgesellschaft da. Die "albtherme" sei dabei das Schmuckstück, das "schwarze Zahlen" schreibe, ein wohl einmaliges Ergebnis in Deutschlands Bäderlandschaft, wie der Bürgermeister betonte. Dazu seien aber auch immer wieder Investitionen nötig gewesen, um "unser Wellnessbad" modern und auf dem Markt konkurrenzfähig zu halten. Die Anstöße dazu seien immer wieder von Prokuristin Alwine Birglechner von der Kurverwaltung selbst gekommen. Einen hohen Stellenwert nehme in Waldbronn auch die Kultur ein. Altenbach erinnerte hier an den Kulturring, an die Aktivitäten der Vereine und der Volkshochschule. Die Rheumaliga, geleitet von Helmut Völkle, sei ein hervorragendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement. Zudem ergänze sie im Verein mit der "albtherme" die Arbeit in der Klinik für Rehabilitation.
Der Bürgermeister streifte dann noch die Bauleitplanung, nach der im "Rück" östlich des Rathausmarktes Gelände für Dienstleistungsbetriebe und Wohnbebauung ausgewiesen werden soll. "Wir hoffen auf die Bereitschaft der Grundstückseigentümer, ihr Gelände zu einem Preis einzubringen, der es uns ermöglicht, die Umlegung durchzuführen", appellierte der Bürgermeister.
Um Beschlüsse umzusetzen, brauche eine Kommune Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit seien, Verantwortung zu tragen. "Daran hat es in der Gemeinde Waldbronn nicht gemangelt", so Altenbach. Er dankte dabei namentlich den Amtsleitern Josef Manz, Walter Knab, Winfried Krutzsch und Harald Irion und den Mitarbeitern auf diesen Ämtern, er dankte Bauhof und Gärtnerei sowie den Kindergärtnerinnen. Ein Markenzeichen sei inzwischen das Bürgerbüro und auch das Standesamt werde für seine Bürgerfreundlichkeit gelobt.
Ein besonderer Dank ging zum Schluss an sein Sekretariat und an die Gebrüder Masino. Willibald Masino stehe ohne Zeitlimit immer zur Verfügung, wenn es technische Probleme zu lösen gelte. Sein Bruder Herbert Masino sei "ein Energiebündel, wenn in schwierigen Situationen pragmatische Lösungen gefunden werden müssen". Ihm sei zu verdanken, dass bei der Enge der Gemarkung Nischen für gewerbliche Grundstücke zu entdecken und zu realisieren. Zuletzt habe dies für das Gelände östlich der Tankstelle in Reichenbach und die Betriebsverlagerung der Bäckerei Richard Nußbaumer gegolten, früher schon bei der Firma Aldi.

Simon Pierro (Mitte) aus Waldbronn verzauberte mit Eleganz und Brillanz sein Publikum, das er auch auf die Bühne bat.