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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


28.01.2001 Kolpingfamilie Reichenbach: Festakt zum 75-jährigen Jubiläum


75 Jahre alt wird die Kolpingfamilie Reichenbach. Aus diesem Grund sind, wie Vorsitzender Siegfried Becker betonte, im Jubiläumsjahr zahlreiche Veranstaltungen geplant, die vom üblichen Rahmen abweichen. Eröffnet wurde das 75.Jahr des Bestehens mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Wendelin Reichenbach und einem anschließenden Festakt im Pfarrzentrum. Die Predigt beim Festgottesdienst, an dem die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und der benachbarten Kolpingfamilien teilnahmen, hielt mit dem Freiburger Hochschulpfarrer Thorsten Becker, ein gebürtiger Reichenbacher, der früher selbst bei der Kolpingfamilie aktiv war. Der Festakt wurde musikalisch umrahmt durch Kerstin Kunz (Querflöte) und Patrick Winkel (Klavier).
Für 25-jährige Treue zur Kolpingfamilie wurden Lorenz Bauer, Albert Becker und Vorsitzender Siegfried Becker geehrt. 40 Jahre gehören der Kolpingfamilie Berthold Becker und Dr. Herbert Weber an. Sie erhielten durch Bezirkspräses Dr. Ludwig Weiß und Reichenbachs Präses Pfarrer Joachim Greulich ihre Urkunden.
Vorsitzender Siegfried Becker hieß zu Beginn alle Anwesenden willkommen und begrüßte unter ihnen namentlich: Präses Pfarrer Joachim Greulich, Ehrenpräses Geistlichen Rat Pfarrer Ernst Kneis, Monsignore Anton Anderer, Bezirkspräses Pfarrer Dr. Ludwig Weiß, Hochschulpfarrer Thorsten Becker, Bürgermeister Martin Altenbach, MdL Dr. Erwin Vetter und die stellvertretende Diözesanvorsitzende Maria Busath.
Becker blickte dann zurück auf die Gründungsversammlung 1926. In all den Jahren sei die Arbeit der Kolpingfamilie über Generationen hinweg getragen worden von den Ideen Adolf Kolpings, nach denen sich die Mitglieder als tüchtige Christen in Ehe und Familie, in Erwerb und Arbeit, in Kirche und Staat bewähren und Verantwortung übernehmen sollen.
Der Vorsitzende zeichnete dann ein Bild der Jahre des Wiederbeginns nach dem Zweiten Weltkrieg, um den Kontrast zur heutigen Zeit herauszustellen. Dabei war der "Gesellenverein", wie die Kolpingfamilie damals noch hieß, der erste Verein in Reichenbach, der nach dem Krieg ein Theaterstück zur Aufführung brachte. Er erinnerte weiter an zahlreiche Aktivitäten der Reichenbacher Kolpingfamilie im sozialen und karitativen Bereich.
Besonders hob Becker die anlässlich einer Aufnahmefeier im Mai 1946 gefertigte Kolpingbüste hervor, die zum Festakt in neuem Glanz erstrahlte. Renoviert habe sie in mühevoller Kleinarbeit der Reichenbacher Malermeister Helmut Scheib, ohne der Kolpingfamilie dafür einen Pfennig zu berechnen.
Das Kolpingwerk verstehe sich als katholischer Sozialverband, so Präses und Pfarrer Joachim Greulich in seiner Festansprache. Nach dem Rückblick gelte es für den Präses, den Blick nach Vorne zu richten. "Gibt es das Katholische noch als gesellschaftliche Größe?", fragte der Präses und ging damit auf den Gestaltwandel des deutschen Katholizismus seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts ein. Die neuesten Auseinandersetzungen drohten zunehmend das Kirchenvolk und die Amtsträger der Kirche zu trennen. Die Stärke der deutschen katholischen Kirche liege aber in ihrer institutionellen Struktur, die europaweit für eine einzigartige Finanzbasis sorge.
Katholiken definierten sich heute mehr von ihrem Beruf und ihrem Lebensbereich her. Die Menschen, so der Präses, wollten aber angesprochen und aus ihrer Anonymität geholt werden. Die Zukunft werde deshalb nicht in einem Rückzug auf einen Raum zwischen Pfarrheim und Kirchentüre liegen, in einer Öffnung lägen mehr Chancen, als manche zu glauben bereit seien. Gerade hier könne Adolf Kolping mit seinen immer noch modernen Ideen ein Wegweiser sein. Abschließend dazu zitierte Pfarrer Greulich aus einem neuen Kolpinglied, wo es heiße: " Wir sind Kolping, Menschen dieser Zeit". Dieser Satz drücke die Gemeinschaftsidee des Kolpingwerkes aus.
Den Reigen der Grußworte eröffnete, auch im Namen der Ettlinger Kolpingfamilie, Bezirkspräses Dr. Ludwig Weiß. Das Kolpingwerk könne einen Beitrag leisten, das Christentum in die Gesellschaft zu tragen, und dazu gehöre auch an vorderster Stelle die Arbeit mit der Jugend, die in Reichenbach hervorragend geleistet werde.
Bürgermeister Martin Altenbach betonte, dass die Kolpingfamilien in der Unterhaltungsgesellschaft Handlungsanweisungen lieferten und Halt geben. Maria Busath, die stellvertretende Diözesanvorsitzende wünschte dem Geburtstagskind für die kommenden 75 Jahre das gleiche Engagement wie in den vergangenen Jahren, das aber nicht nur von der Tradition bestimmt sein solle, sondern auch von Innen kommen müsse. "Wenn Du Kolpingschwestern und -brüder triffst, dann ist Gemeinsamkeit da," stellte MdL Dr. Erwin Vetter fest. Bei Kolping sei das ganze Salz der Gesellschaft versammelt. Er rief die Kolpingmitglieder auf, gerade in der ausufernden medialen Gesellschaft die Führenden in der Kirche zu unterstützen. Kolping sei auch ein hervorragendes bürgerschaftliches Engagement. Mit dem gemeinsam gesungenen Kolpinglied endete der Festakt.


Für langjährige Treue zum Kolpingwerk wurden durch Präses Pfarrer Joachim Greulich und Bezirkspräses Dr. Ludwig Weiß (von links) ausgezeichnet: Albert Becker, Siegfried Becker (beide 25 Jahre), Berthold Becker, Dr. Herbert Weber ( beide 40 Jahre).