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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


11.11.2000 Obst- und Gartenbauverein Reichenbach: Ausgabe Obstbäume


Vom Obst- und Gartenbauverein Reichenbach wurden jetzt die Bäume ausgegeben, die von Grundstücksbesitzern in der Feldflur als Ersatz für die Sturmschäden gepflanzt wurden. Auf unserem Bild nehmen Fachberater Siegfried Becker und Helmut den Pflanz - und Wurzelschnitt vor.


Obst- und Gartenbauverein Reichenbach:
Obstbäume für die Feldflur
In Reichenbach über 100 Obstbäume ausgegeben
Ersatz für Schäden von Orkan "Lothar"



Gewütet hat der Orkan "Lothar", den das Wetter als Weihnachtsüberraschung bereit hielt, nicht nur in den Wäldern. Auch in der freien Feldflur fielen zahlreiche Bäume "Lothar" zum Opfer, wurden abgeknickt, Äste abgerissen, wurden gespalten oder einfach nur umgerissen. Diese Situation rief gleich nach dem Sturm die drei Waldbronner Obst- und Gartenbauvereine auf den Plan. Sie begannen, die Feldflur systematisch abzugehen und die Bäume zu zählen, die der Orkan so stark schädigte, dass sie auf jeden Fall entfernt werden müssen. Am stärksten betroffen war zweifellos die Gemarkung Busenbach, dort wurden 432 geschädigte Bäume gezählt. Noch verhältnismäßig glimpflich kam die Reichenbacher Feldflur davon, dort waren es "nur" 220 Bäume, um Etzenrot herum wurden 25 zerstörte Obstbäume gezählt. Zum Ziel setzten sich die Obst- und Gartenbauvereine, dass wieder Bäume gepflanzt werden, die in die landschaftsprägende Funktion der jetzt zerstörten Bäume hineinwachsen können.
Ausgepflanzt werden müssen die Bäume in der Zeit zwischen Ende Oktober und Mitte November. Unterstützt wird die Pflanzung durch die Gemeinde und die drei Waldbronner Obst- und Gartenbauvereine. So ist es möglich, den Kaufpreis für Interessenten auf 10 DM pro Baum zu begrenzen. Wer einen Baum erhält, muss dann dafür sorgen, dass er die erforderliche Pflege erhält und auch regelmäßig geschnitten wird. Hilfestellung kann dabei von den Obst- und Gartenbauvereinen gegeben werden.
In Reichenbach wurden jetzt 106 Obstbäume an Interessenten abgegeben. Der Großteil waren Apfelbäume, aber auch Birnen, Zwetschgen, Kirschen und Nussbäume wurden geordert. Mit dieser Zahl, so Vorsitzender Werner Bollian, konnte fast die Hälfte der zerstörten Obstbäume wieder in der Feldflur ausgepflanzt werden. Rund 40 Grundstückseigentümer haben die Bäume gepflanzt, überwiegend Hochstämme, nur bei Zwetschgen wurden auch neuere Sorten beschafft. Bezogen wurden die Bäume von einer einheimischen Baumschule. Unterstützt wurde die Aktion in allen drei Ortsteilen von der Gemeinde Waldbronn, die damit auch Sorge trägt, dass der landschaftsprägende Charakter der Streuobstwiesen rund um Waldbronn langfristig erhalten bleibt.
Bei der Ausgabe unterstützte der Obst- und Gartenbauverein Reichenbach die Grundstücksbesitzer mit wertvollen Informationen. So gab es zu den Bäumen jeweils einen Pfahl und eine Drahthose dazu. Die Drahthose wird engmaschig um Stamm und Pfahl herum gelegt, um Wild und Schafe davon abzuhalten, an der noch jungen Rinde zu knabbern und die Bäume so nachhaltig zu schädigen. Außerdem bekamen alle Bäume den Pflanz- und Wurzelschnitt mit auf ihren Weg. Festgehalten wurde auch, in welchem Gewann und welcher Flurstücksnummer die jungen Bäumchen ihre neue Heimat finden werden.
Fachberater Siegfried Becker gab zudem jedem Grundstücksbesitzer noch weitere wertvolle Tipps mit auf den Weg. Ein zusätzliches Informationsblatt schilderte anschaulich die richtige Pflanzung, und zwar jeweils in unterschiedlichem Gelände. Damit die jetzt noch jungen Bäume genügend Raum zur Entfaltung haben, wurde auf einem weiteren Blatt auch der Platzbedarf berücksichtigt. Sicher las manch einer überrascht, dass für einen ausgewachsenen Hochstamm bei Äpfeln rund 80 m2, bei Birnen sogar 100 m2 zur Verfügung stehen sollten. Wer die ausführlichen Pflanzempfehlungen befolgt, darf sich ziemlich sicher sein, dass das jetzt noch zarte Pflänzchen in einigen Jahrzehnten zu einem stattlichen Obstbaum heranreifen wird.