Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.610.578



 

Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


09.10.2000 Kindergarten Schwalbennest: Bürgeraktion zur Gestaltung der Außenanlagen


Über 60 freiwillige Helfer legten an zwei Tagen bei den Außenanlagen des neuen Kindergartens mit Hand an.


Kindergarten "Schwalbennest" Reichenbach:
Freiwillige Helfer bei Außenanlage
In zwei Tagen wurden mit Eltern, Nachbarn und Bürgern die Außenanlagen beim Kindergarten geschaffen



Eine naturnahe Spielraumgestaltung liegt der Planung der Außenanlagen beim kommunalen Kindergarten "Schwalbennest" in Reichenbach zu Grunde. Bei diesem Konzept geht es aber nicht nur um einen sinnesanregenden Spielraum für Kinder, in extensiven Bereichen soll auch neuer Lebensraum für heimische Pflanzengesellschaften, Vögel, Eidechsen, Käfer und Schmetterlinge geschaffen werden.
Unter dieser Zielsetzung planten im Auftrag der Gemeinde Waldbronn die "Forschungsstelle für Spielraumgestaltung (FFS)" aus Hohenahr gemeinsam mit Gemeinde, Architekt, Kindergarten und Eltern die Außenanlagen. Die Zielvorgaben aller Beteiligten wurden im Vorentwurf berücksichtigt. Umgesetzt werden sollte der naturnahe Spielbereich im Rahmen einer Bürgeraktion an zwei Tagen eines Wochenendes. Das Minimum von 50 Erwachsenen an beiden Tagen, das von der FFS vorgegeben war, wurde mehr als erreicht. Teilweise werkelten in und an den Außenanlagen über 70 Personen, die Kinder des Kindergartens nicht mit eingerechnet.
Und allen Beteiligten hat diese Arbeit sichtlich Spaß gemacht. Da wurden Spielgeräte gesetzt, Mutterboden verteilt und gerecht, Findlinge an eine andere Stelle transportiert und in das modellierte Gelände eingefügt, die Gerätehütte zusammengebaut, die später unter die Freitreppe geschoben wurde, oder im Eingangsbereich liebevoll Pflastermuster verlegt und Steine dafür zurechtgeklopft. Hilfestellung gab eine Spezialfirma mit ihren Geräten, die auch den Mutterboden und das Material an die Baustelle karrte. Einziger Wehmutstropfen bei manchen der Beteiligten: ob der doch ungewohnten Arbeiten zwackte so mancher Muskel, was aber letztlich durch die Freude über das gelungene Werk mehr als wett gemacht wurde. Nur einige eilige Autofahrer hatten so gar kein Verständnis, wenn ein LKW gerade Mutterboden abkippte und die Straße kurzfristig blockiert war.
Kindergartenleiterin Doris Trentl zeigte sich von dieser Resonanz überwältigt, allerdings ging das Kindergartenteam auch selbst mit gutem Beispiel voran, waren doch alle Erzieherinnen an beiden Tagen jeweils rund zwölf Stunden im Einsatz für die neuen Außenanlagen. Auf der Baustelle mit Hand anlegte auch Planungsamtsleiter Winfried Krutzsch. Er erläuterte, dass die geschätzten Materialkosten für die Außenanlagen bei 165.000 DM lagen, die Submission habe dann einen Preis von 120.000 DM erbracht. Durch die Bürgeraktion konnten weitere 250.000 DM eingespart werden, da die Anlage solcher Spielplätze durch Firmen sich sehr personalintensiv gestaltet. Durch die aktive Beteiligung vor allem von Eltern und Kindern gewinne aber jeder ein ganz anderes Verhältnis zu den naturnahen Spielflächen. Begeistert von der Resonanz zeigten sich auch die beiden Bauleiter der FFS, Heimo Hofmann und Bernd Suleder, die immer wieder mit Rat und Tat eingriffen und erläuterten, was an welchen Stellen warum entstehen soll.
Geschwungen führt der Fußweg zum Hauptzugang des Kindergartens, beidseitig sind Spielelemente aus Naturmaterialien angeordnet, die Begrenzung zum eigentlichen Spielgelände wird durch einen begrünten Stabgitterzaun gebildet. Der Spielbereich ist als "Spielstraße" gestaltet. Er beinhaltet Spielhecken, eine Spielhügellandschaft und ein Sitzrondell. Eine Sandseen- und Sandflusslandschaft zieht sich durch das Gelände im Südwesten. Nicht fehlen darf ein Wasser - Matsch - Bereich, bei dem durch einen Schlauch in einem Reservoir eine vorbestimmte Menge Wasser zum Spielen bereit gestellt werden kann. Damit die Kinder im experimentellen Spielen das Wasser in seiner Urkraft erleben können, führt ein kleiner, aus Natursteinen gebildeter Wasserfall direkt in einen der Sandseen.
Großer Wert wurde bei vielen Geräten auf das soziale Spielen gelegt. Ein Beispiel dafür ist die Hängemattenschaukel, mit der 15 bis 20 Kinder gleichzeitig spielen können, oder Holm - Breit - Rutsche, auf der mehrere Kinder gemeinsam rutschen können. Die beiden Treppenanlagen ins Freie sind im Osten als Röhrenrutsche und im Westen als Treppe ausgeführt. Dieser Treppe vorgelagert ist ein Holzpodest, das als Bühne dienen kann. Unter dieser Treppe wurde ein Gerätehaus eingeplant, in dem die Spielsachen für den Freibereich aufbewahrt werden. Ergänzt wird das Konzept durch begleitende Grünpflanzungen von einheimischen Hecken, als Schattenspender wurden ja die großen Bäume im Südbereich erhalten.
Mit diesem Spielplatzkonzept haben Gemeinde, Kindergarten und Eltern beim Kindergarten "Schwalbennest" Maßstäbe gesetzt. Die Kinder werden jedenfalls künftig einen Spielplatz vorfinden, in dem sie sich ganzheitlich und mit allen Sinnen inmitten von Naturerfahrungen entfalten und entwickeln können. Nach dem kürzlich erfolgten Umzug vom Ausweichdomizil im Reichenbacher Sportzentrum steht nun frühestens im März, wie Kindergartenleiterin Doris Trentl sagte, die offizielle Einweihung des neuen Kindergartens an. Denn nach Umzugsstress und Bau der Außenanlagen sollen sich die Kinder erst in ihr neues Domizil einleben, ehe an die Einübung eines Programms für die Einweihungsfeier herangegangen wird.

Auch die Kleinsten bildeten einen Arbeitstrupp und waren mit Schaufel und Schubkarre eifrig am Werk.