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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


21.05.1999 Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Waldbronn


Freiwillige Feuerwehr Waldbronn:
Mit neuer Führung in die Zukunft
Peter Weißenborn zum Kommandanten gewählt
Erfolgreiche Jahresbilanz vorgelegt / Neuer MTW eingeweiht


Eine neue Führungsspitze wählte unter der Leitung von Kreisbrandmeister Thomas Haug die Freiwillige Feuerwehr Waldbronn auf ihrer Jahreshauptversammlung im Busenbacher Pfarrheim. Neuer Ortskommandant wurde Peter Weißenborn von der Abteilung Etzenrot. Die Wahl des Kommandanten muss jedoch noch vom Gemeinderat bestätigt werden, um endgültig wirksam zu werden. Zu seinem Stellvertreter wurde Thorsten Huck, Abteilungskommandant in Reichenbach, gewählt. Als Schriftführer erhielt Ralf Anderer, Busenbach, das Vertrauen der Versammlung, zum Kassier wurde Thomas Becker, Reichenbach gewählt.
Bis es aber so weit war, mussten einige Unstimmigkeiten in der Waldbronner Wehr ausgeräumt werden, die sich unter anderem in zahlreichen Gegenstimmen bei der Entlastung äußerten. Zudem sorgte noch ein Bericht, der am Tag der Jahreshauptversammlung in einer Tageszeitung erschienen war, für zusätzliche Verstimmung. Da aber alle Gewählten mit einer deutlichen Mehrheit in ihre Ämter gewählt wurden, besteht jetzt die Chance eines Neuanfangs, den es zu nutzen gilt.
Peter Weißenborn, nach dem Rücktritt von Hartmut Karle aus familiären Gründen, kommissarischer Ortskommandant, hieß unter den Anwesenden vor allem Bürgermeister Martin Altenbach, Kreisbrandmeister Thomas Haug und Unterkreisführer Manfred Schwan willkommen. 1998, so Weißenborn, sei mit dem Kommandantenrücktritt und dem Steppacher - Gutachten ein turbulentes Jahr gewesen. Als wesentliche Ergebnisse nannte Weißenborn, dass trotz des Gutachtens die drei Gerätehäuser erhalten bleiben sollen. Er kündigte zeitnah eine Stellungnahme der Wehr zu Steppacher an, mit der Gemeinde müsse man darüber dann zu einem Konsens kommen.
Die Aktivitäten der Wehr beschränkten sich nur auf die Einsätze. 75 Unterrichtsstunden und Übungen wurden abgehalten, dazu kamen 170 Stunden Ausbildung auf Unterkreisebene und an der Landesfeuerwehrschule. Insgesamt summiere sich dies bei den beteiligten Wehrleuten auf 21.000 Stunden. Darin noch nicht eingerechnet seien die laufenden Umbau- und Erhaltungsmaßnahmen an den Gerätehäusern, bei denen durch ehrenamtlich geleistete Eigenarbeit der Gemeinde und damit der Allgemeinheit viel Geld gespart werde.
Einsätze hatte die Waldbronner Wehr im zurückliegenden Jahr 66, davon zehn Brandeinsätze, der Rest verteilt sich auf diverse technische Hilfeleistungen. Um aber optimale Hilfe leisten zu können, bedürfe es auch einer sachgerechten Ausstattung, so der kommissarische Ortskommandant. Neu beschafft wurden 1998 ein LF8/6 für die Abteilung Etzenrot und weitere neue Einsatzjacken. Erhöht hat sich der Personalstand von 111 auf 125 aktive Wehrleute. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die aktive Jugendarbeit in allen drei Abteilungen. Die Jugendwehr hat derzeit 73 Mitglieder, darunter zehn Mädchen, 30 Mitglieder umfassen die Alterswehren.
Schriftführer Klaus Pukowski listete die Aktivitäten des Feuerwehrausschusses auf und erwähnte die Besuche der Wehrabteilungen in den Grundschulen und die Beteiligung am Ferienprogramm der Gemeinde. Die Feuerwehr werde von der Gemeinde gut unterstützt, erklärte Kassier Egon Ochs in seinem Bericht. Jugendwart Markus Reiser konnte von steigenden Zahlen der Jugendwehren berichten, obwohl jährlich Jugendliche in die aktive Wehr übernommen werden. Er legte auch die zahlreichen Aktivitäten der Jugendwehr dar.
Bürgermeister Martin Altenbach setzte sich durchaus kritisch mit der Situation in der Waldbronner Wehr auseinander. Die hohe Zahl der Gegenstimmen bezeuge, dass etwas nicht in Ordnung sei. „Wer aber nicht den Mut hat, öffentliche Kritik mit seinem Namen zu belegen", wurde der Bürgermeister zu dem Pressebericht ungewöhnlich deutlich, „der ist ein Hosenscheißer und vor dem habe ich keinen Respekt!" Gemeinderat und Verwaltung haben mit dem Steppacher - Gutachten gehandelt. Ob und wie es umgesetzt werde, sei jeweils vom Gemeinderat zu entscheiden. Ebenfalls wies der Bürgermeister den Vorwurf aus dem Zeitungsbericht zurück, Feuerwehr und Gemeinde seien nicht im Gespräch und belegte dies konkret mit Terminangaben.
Auch die Leistungen der Gemeinde für die Feuerwehr seien beachtlich und erwähnte das neue LF 8, den Mannschaftstransportwagen, den Ausbau der Gerätehäuser, die neuen Einsatzjacken, Meldeempfänger, 25 LKW - Führerscheine. „Wenn aber Kinderspielereien stattfinden bei einer Einrichtung, die Hilfe leisten soll, geht das so nicht weiter," schrieb Bürgermeister Martin Altenbach der Wehr ins Stammbuch. Die neue Leitung, so sein klarer Auftrag, werde das in Ordnung zu bringen haben.
Kreisbrandmeister Thomas Haug fühlte sich zurückversetzt in die Gründerzeit der Freiwilligen Feuerwehren, zu der sie bei der Revolution kräftig mitmischten. Dabei sei die Gesamtstruktur der Waldbronner Wehr überaus positiv. Während überall die Zahl der Aktiven rückläufig sei, habe Waldbronn eine Steigerung zu verzeichnen. Auch die „sehr gute Jugendarbeit" verdiene besondere Erwähnung. Gestiegen sei auch die Qualität der Arbeit in einem Ernstfall, und gerade die Gemeinde Waldbronn habe in den letzten Jahren einiges getan, um eine gute Arbeit zu gewährleisten. Um so unverständlicher seien vor diesem Hintergrund die Unstimmigkeiten innerhalb der Wehrabteilungen.
Haug erinnerte daran, dass die Gerätschaften der Feuerwehr von der Gemeinde, und damit von allen Bürgern, bezahlt werden. In diesem Zusammenhang wandte er sich ganz klar gegen ein Kirchturmdenken, das sich teilweise in den Abteilungen, nicht aber im Feuerwehr - Ausschuss zeige. Es gelte jetzt, wieder zusammen zu rücken und gemeinsam die Zukunft anzugehen. „Ein ausgleichender Neuanfang ist nötig und sollte auch möglich sein", schloss der Kreisbrandmeister.
Geehrt wurden die aktiven Wehrangehörigen mit dem Feuerwehr - Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Einsatzbereitschaft Lorenz Bauer, Reiner Bauer (beide Abteilung Reichenbach), Georg Bloeth (Busenbach). 40 bei der Wehr ist Michael Uldrian von der Abteilung Busenbach. Er wurde mit dem Feuerwehr - Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Für 50 Jahre aktiven Dienst bei der Wehr, eine seltene Ehrung, wie Kreisbrandmeister Thomas Haug erklärte, erhielt Franz Reiser von der Abteilung Etzenrot die Dankesurkunde des Landes Baden - Württemberg.
In den Ausschuss der Waldbronner Wehr wurden gewählt: Abteilung Busenbach: Abteilungskommandant Dieter Rädle, Oliver Bugge, Günter Lorenz, Wolfgang Ochs; Abteilung Etzenrot: Abteilungskommandant Klaus Pukowski, Bernd Anderer, Bernd Bull, Alexander Reiser; Abteilung Reichenbach: Abteilungskommandant Thorsten Huck, Thomas Becker, Markus Reiser, Volker Schwab.
Im Verlauf der Jahreshauptversammlung wurde auch der neue Mannschafts-transportwagen geweiht und seiner Bestimmung übergeben. Diese kirchliche Weihe nahmen Pfarrerin Sabine Jestadt und Pfarrer Manfred Helfrich vor.