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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


12.07.2000 Gemeinderat beschloss umfangreiche Sanierung beim Rathaus


Noch für gut ein Jahr wird das Rathaus Waldbronn eine Baustelle bleiben. Die Sanierungsarbeiten werden ausgeweitet und das gesamte Gebäude auf einen Rohbau zurückgeführt.


Rathaus wird umfangreicher saniert
Gemeinderat billigte Maßnahme
Kosten werden bei über 7 Millionen DM liegen



Umfangreicher als zunächst geplant wird die Sanierung und Modernisierung des Waldbronner Rathauses. Ging es zunächst nur um die Sanierung von Dach und Außenwand, später kam noch der Einbau eines Sitzungssaales auf der jetzigen Dachterrasse hinzu, so stellten sich jetzt weitere gravierende Mängel heraus. Die vom Gemeinderat jetzt gebilligten Maßnahmen werden nach einer Kostenschätzung über sieben Millionen Mark betragen, wobei die endgültige Höhe vom Gemeinderat noch festzulegen ist, wenn eine Kostenberechnung vorliegt. Dem stimmte der Gemeinderat nach längerer Aussprache einstimmig zu.
Bürgermeister Martin Altenbach erinnerte nochmals an den Ausgangspunkt. In zwei Sitzungen im Mai und im Juni seien die Gemeinderäte über die Notwendigkeit weiterer Sanierungsmaßnahmen informiert worden, da sich während der jetzigen Arbeiten bei einem Wassereinbruch herausgestellt habe, dass verlorene Schalungen im Deckenbereich stark mit Formaldehyd belastet seien. Die Verwaltung sei zu dem Schluss gekommen, das Rathaus jetzt durch zu sanieren, da eine abschnittsweise Sanierung zu höheren Kosten führe.
Petra Gathmann vom Ingenieurbüro Piontek erläuterte nochmals die Notwendigkeit. Eine Sanierung der Decken erfordere ein Herausnehmen von Wandverkleidungen im Innenbereich. Dazu müsse die Verwaltung aber aus dem Rathaus ausziehen. Wenn dies geschehe, dann solle man jetzt eine Generalsanierung in Angriff nehmen. Das gesamte Gebäude wird dabei auf den Rohbauzustand zurückgeführt. Lediglich die Estriche könnten voraussichtlich bleiben. Die Arbeiten werden etwa ein Jahr in Anspruch nehmen, in dem das Rathaus, wie Bemerkungen von Gremiumsmitgliedern zu entnehmen war, wahrscheinlich in das leer stehende Hotel Bellevue am Waldring umziehen wird.
Marianne Müller (SPD) erinnerte an die großen Sanierungen von Gebäuden aus den 70er Jahren und nannte die Albert - Schweitzer - Schule, das Gesellschaftshaus, aktuelle die Anne - Frank - Schule, der Kindergarten Schwalbennest, der sogar ganz abgerissen werden musste, den Eistreff und das Kurhaus. Sei beim Rathaus zunächst nur eine Einfachsanierung geplant gewesen, so stehe man jetzt vor Tatsache, für wahrscheinlich 7,8 Millionen das Rathaus zu sanieren. Die SPD stimme zu, weil die Maßnahme erforderlich sei. Ein Fragezeichen setzte Müller aber hinter die Kosten für den Sitzungssaal, er sei zu teuer und biete sicher noch Einsparpotential. In die gleiche Kerbe schlug auch Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) mit seiner Aussage, "Sanierung ja, aber ." Die Möblierung des Sitzungssaales sei zu teuer. "Man brauche dort "keine Sitze in Buffalo - Bill - Leder und Tischplatten aus Carrara - Marmor", -eine Aussage, die der Bürgermeister umgehend zurückwies, zumal sich die Kosten für den Eistreff noch aufblähen werden. Roland Bächlein (CDU) stellte zunächst den Antrag, die Kosten der Sanierung bei 7 Millionen zu deckeln. Was beim Kindergarten mit der Kostenbegrenzung gelungen sei, müsse auch beim Rathaus möglich sein. Planungsamtsleiter Winfried Krutzsch verdeutlichte aber, dass nur möglich war, weil das Raumprogramm des Kindergartens zurückgefahren wurde.
Die Formaldehyd - Belastung zwinge zur Grundsanierung, stimmte Heribert Purreiter (Bündnis 90/Die Grünen) im Grundsatz zu, wenn er auch befand, dass es "nachdenklich macht, was in den letzten Wochen und Monaten an Millionen beschlossen wurde". Er stellte zudem den Antrag, auf dem Rathaus eine Fotovoltaik - Anlage zu installieren, die etwa 75.000 DM kosten werde, für die aber bei der Gemeinde Kosten von 1000 DM pro Jahr für die Wartung verbleiben, wie Jürgen Hemberger vom Ortsbauamt ergänzte.
Bernd Bull (CDU) beantragte für seine Fraktion eine Vorschlagsliste, aus der hervorgehe, wo aus Sicht der Planer gespart werden könne. Dem entgegnete Petra Gathmann, dass gemeinsam mit dem Bauherren ohnedies an der kostengünstigsten Lösung gearbeitet werde. Die derzeitige Kostenschätzung beinhalte keinen Luxus, sondern gehe von einem mittleren Level aus. Den von einzelnen Gemeinderäten angesprochenen Umbau des Aufzugsschachtes verteidigte Gathmann mit dem Hinweis, dass der Aufzug behindertengerecht gebaut werden müsse und dazu bestimmte DIN - Vorgaben in Breite und Tiefe einzuhalten seien. Mit dem derzeitigen Aufzug habe ein Behinderter keine Chance, im Rollstuhl eines der oberen Stockwerke des Rathauses zu erreichen.
Der Gemeinderat stimmte der Sanierung zu unter den Bedingungen, dass noch eine Liste vorgelegt wird, wie und wo noch Einsparungen möglich sind, was Roland Bächlein veranlasste seinen Antrag auf Kostendeckelung wieder zurückzuziehen. Die Finanzierung wird über einen Nachtragshaushalt erfolgen. Mehrheitlich angenommen wurde der Antrag, für die Fotovoltaik - Anlage zunächst die genauen Kosten zu ermitteln und danach dem Gemeinderat erneut zur Beschlussfassung vorzulegen.