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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


09.05.1999 Fabrikfest Neurod


Fabrikfest in Neurod:
100 Jahre ehemalige Baumwollspinnerei
Marlin Tauchservice besteht 20 ,Jahre


100 Jahre Baumwollspinnerei in Neurod und 20 Jahre Marlin Tauchservice waren der Anlass für ein Fabrikfest. In einem Festakt begrüßte Inhaber Roger Graffé die Gäste. Bürgermeister Martin Altenbach überbrachte die Grüße der Gemeinde und hob das Engagement von Roger Graffé für das Fabrikgelände in Neurod hervor. Dieter K. Keck gab einen Überblick über die 100jährige Geschichte des Fabrikbaus im Albtal. H. Vollmer vom Marlin Tauchservice ging auf die nun 20jährige Geschichte seines Unternehmens ein.
Verändert hat sich das Areal in den letzten Jahren. So werden im Außenbereich immer mehr Blumen und Sträucher angepflanzt, um dem Ganzen ein freundlicheres Bild zu geben. Geschaffen wurde eine zweite Zufahrtsstraße, unterhalb der bisherigen Straße gelegen. So ist es jetzt möglich, die Verkehrssituation durch eine Einbahnregelung zu entzerren. Gleichzeitig wurden am Rand der neuen Zufahrtsstraße, die gerade noch rechtzeitig zum Fabrikfest fertig gestellt wurde, auch zahlreiche Parkplätze geschaffen.
Interessant ist auch die Geschichte der vormaligen Badischen Baumwollspinnerei und Weberei. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts entwickelten sich hier aus ehemaligen Mühlenstandorten Fabrikbetriebe, zumal sich durch die Eisenbahn auch entlegenere Standorte wirtschaftlich betreiben ließen. Zu den Produktionsstätten kamen zunehmend die Wohnungen der Arbeiter. Ein solches Ensemble ist noch heute in Neurod fast vollständig erhalten.
Vom Bahnhof kommend betritt der Besucher zunächst die Gebäudegruppe der Verwaltung mit Direktorenvilla, Wohnung des Kutschers und Remisen. Bekannt ist das ehemalige Fabrikgebäude, etwas tiefer im Tal gelegen, dessen Fassade mit prächtigen Renaissanceformen geschmückt ist. In der Maschinenhalle befinden sich noch Teile der historischen Ausstattung, es arbeiten aber auch noch zwei Turbinen, die ihre Energie vom östlich der Albtalstraße gelegenen Wasserschloß erhalten. Talaufwärts folgt noch eine Gebäudegruppe mit den Betriebsleiterhäusern, 1908 und 1922 erbaut, und, weiter im Süden noch, die 1900 erbauten Arbeiterwohnungen. Bis 1963 diente das Areal seinem ursprünglichen Zweck. Danach wurde die Halle vor allem als Lager genutzt, die Wohnhäuser aber verfielen, da der sie ursprünglich tragende Betrieb nicht mehr existierte.
Nachdem die Zeiger der Fabrikuhr lange Jahre auf fünf vor zwölf standen, bewegen sie sich jetzt wieder, und wie es scheint in eine positive Zukunft. Die bisherigen Sanierungen suchen das Ensemble insgesamt zu erhalten und ihm neue Funktionen zuzuordnen. Roger Graffé wies insbesondere bei den beiden Turbinen darauf hin, dass sie noch heute ihre Funktion erfüllen, nachdem wesentliche Teile originalgetreu erneuert wurden. Dies wertete er auch als Beweis für die Weitsicht der damaligen Fabrikbesitzer. Ein Grund mehr, dass es sich Roger Graffé nicht nehmen ließ, einen Großteil der Besucher selbst durch das Turbinenhaus zu führen, in dem inzwischen auch zwei Blockheizkraftwerke untergebracht sind, die die umliegenden Häuser mit Wärme versorgen. Der von den Turbinen erzeugte Strom wird, soweit er nicht von den Firmen benötigt wird, an das Badenwerk abgegeben.
Beim Fabrikfest lockte die Anlage unzählige Besucher an. Ihre Pforten geöffnet hatten dabei auch die Maschinenfabrik Michael Uldrian und der seit 20 Jahren bestehende Tauchservice Marlin, die in Teilen der Fabrikhalle untergebracht sind. Im Innern der Halle gab es, dem Tag entsprechend, eine breit gefächerte Ausstellung mit historischen Fahrzeugen zu bewundern, bei denen der Schwer-punkt auf landwirtschaftlichen Maschinen lag. Schmuckstück war dabei ein blitzsauber renovierter Unimog, Baujahr 1960, mit dem Kurt Mai aus Durmersheim gekommen war. Zusammengestellt hatte die Ausstellung der MSC Reichenbach. Für Unterhaltung der Besucher sorgten am Sonntag die „Straßenmusikanten" des Musikverein „Edelweiß" Busenbach. Am Samstag sorgten im Abendbereich Sean Tracy und Band für Live - Musik in der Halle.
Aber auch das sonstige Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen. Marlin Tauchservice lockte mit einer Ausstellung über „Die Blautopf - Theorie" Besucher an, die der bekannte Taucher Jochen Hasenmayer am Freitag selbst erläuterte. Im Tauchturm fanden Demonstrationen statt. Filmvorführungen von und mit Sigurd Tesche ergänzten diesen Bereich ebenso, wie die Hausmesse mit den Partners von Marlin Tauchservice. Für die Kinder war ein Luftballonwettbewerb organisiert und mit großer Begeisterung konnten die kleinen Besucher an einer Kutschfahrt teilnehmen, derweil sich ihre Eltern mit Speis und Trank in der Halle stärken konnten.