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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


10.06.2000 BUND Waldbronn: 10 Jahre Kräutergarten


Neue Schilder mit den Pflanzennamen brachten Mitglieder der BUND Ortsgruppe Waldbronn jetzt zum zehnten Geburtstag im Kräutergarten im Kurpark an.


Waldbronner Kräutergarten:
BUND schuf neue Schilder zum Zehnjährigen
Kräuternamen in Ton gebrannt



Zehn Jahre besteht jetzt der Kräutergarten im Waldbronner Kurpark. Er liegt auf dem leicht geneigten Südhang zwischen Kurhaus Waldbronn und Spielplatz. Im Norden ist er auf einem bogenförmig angelegten Weg aus Rindenmulch begehbar, Trittsteine und Trockenmauern gliedern das Areal, das von einer Eberesche im Westen und einer Hainbuche im Osten begrenzt wird. Zum Geburtstag bescherte ihm die BUND - Ortsgruppe Waldbronn neue Schrifttafeln mit den Namen der Kräuter.
Die Idee dazu reicht bis in den Sommer 1989 zurück, als die heutige Prokuristin Birglechner von der Kurverwaltung die BUND - Ortsgruppe Waldbronn für die Idee eines Kräutergartens begeistern konnte. Die anschließende Planungsphase lag in den Händen des BUND. Gemeinsam schlugen Kurverwaltung und BUND während der Wintermonate der Gemeinde Waldbronn vor, einen Kräutergarten im Kurpark Waldbronn anzulegen. Der BUND erklärte sich bereit, den Kräutergarten nicht nur anzulegen, sondern auch die ersten drei Jahre zu pflegen.
Nachdem im Frühjahr 1990 der Gemeinderat grünes Licht gegeben hatte, konnte die Anlage des Kräutergartens in Angriff genommen werden. Den BUND unterstützte bei dieser Arbeit die Gemeindegärtnerei. Im Frühjahr 1991 wurde der Kräutergarten mit einem dritten Platz beim Kreisumweltpreis ausgezeichnet. Im darauf folgenden Winter wurde auf Anregung des BUND und nach Planung durch H. Schempp vom Landratsamt Karlsruhe der nördliche Bereich um einen Gürtel aus heimischen Sträuchern bereichert.
Ursprünglich, so Dr. Karola Keitel vom BUND Waldbronn, waren im Kräutergarten rund 100 verschiedene Kräuter gepflanzt. Kriterium war dabei, dass es sich um Wildkräuter handelte, sie als Nutz- oder Heilkraut beschrieben waren. Sehr giftige Kräuter waren von einer Ansiedlung ausgeschlossen. Da die Kräuter unterschiedlich Böden bevorzugen, mussten diese Voraussetzungen teilweise erst geschaffen werden. So wurden für kalkliebende Pflanzen extra Kalkbruchsteine in den Unterboden eingebracht. Weitere Verbesserungen waren Buntsandsteinmauern zu Abgrenzung und Gliederung. Außerdem wurde zum zehnjährigen Bestehen des BUND in Waldbronn 1992 eine 70 Seiten starke Schrift über den Waldbronner Kräutergarten herausgegeben.
Nach drei Jahren war zunächst einmal die Zeit abgelaufen, in der der BUND den Kräutergarten pflegen wollte. Man gründete zunächst eine Interessengemeinschaft, die sich jedoch bald wieder auflöste. Danach wurde der Kräutergarten durch von der Gemeinde gestellte Kräfte gepflegt, der BUND war unterstützend tätig. Allerdings kam auch hier keine kontinuierliche Pflege zustande, so dass der BUND seit über zwei Jahren die Pflege wieder selbst in die Hand genommen hat. Dabei unterstützt die Waldbronner die Regionalgeschäftsstelle in Karlsruhe. Die Gemeindegärtnerei kümmert sich um den Abtransport von Schnittgut und liefert Material zur Bodenverbesserung an. Diese Kosten für Material und Pflanzen werden von Gemeinde und Kurverwaltung übernommen.
Von den ursprünglich 100 Kräutern haben sich nach Schätzung von Dr. Karola Keitel etwa 80 über die zehn Jahre gehalten. Allerdings hat man auch im Kräutergarten das Problem, mit dem viele Hobbygärtner kämpfen. Junge Triebe haben kaum eine Chance, sie werden von den Schnecken gefressen, ehe sie die Chance haben, zu einer großen Pflanze heranzuwachsen. Versuche mit Drahtverhauen und Blechabgrenzungen sollen hier Abhilfe schaffen. Ansonsten hat sich in dieser Ecke des Kurparks ein kleines Biotop herausgebildet. An warmen Sommertagen lassen sich rund um die Sandsteinmauern Eidechsen beobachten.
Zum zehnjährigen Bestehen hat die BUND - Ortsgruppe über Winter fleißig gearbeitet. Schilder aus Ton, in der Waldschule Etzenrot wurden sie gebrannt, lösen die ursprünglichen Steine ab. Mit denen hatte man das Problem, dass an der Schrift der Zahn der Zeit nagte und es sich als sehr aufwendig erwies, die Schriften immer lesbar zu halten. Jetzt hofft man, mit den Tontäfelchen eine bessere Lösung gefunden zu haben. Und auch auf das Verständnis der Besucher hofft der BUND, dass die "Schwundmenge" bei den Tontafeln sich in Grenzen hält. Sie sind nicht als Souvenir zum Mitnehmen, sondern zur Information interessierter Besucher gedacht.

Die neuen Schilder, kleine Tontäfelchen, enthalten die Namen der Kräuter in Deutsch und in Latein.