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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


31.05.2000 Gemeinderat: Kanalsanierungen in Busenbach und Reichenbach


Millionen fließen in Untergrund
Aufwendige Kanalsanierungen stehen in Waldbronn an
Ettlinger- und Pforzheimer Straße Baustellenschwerpunkte in den kommenden Jahren


Rund 22 Millionen muss die Gemeinde Waldbronn in den nächsten Jahren im Boden vergraben. Auf diese Summe addieren sich die vom Ingenieur - Büro Müller zusammengestellten Arbeiten. Mit eingerechnet sind dabei die derzeit bereits laufenden zwei Bauabschnitte der Sanierungsarbeiten in Frieden-, Kronen- und Stuttgarter Straße. Für den Rest legte das planende Büro eine Prioritätenliste vor, mit der sich die Waldbronner Gemeinderäte zu befassen hatten. Ausgangspunkt war der Auftrag an das Ingenieur - Büro Müller, das bestehende Kanalnetz in den Ortsteilen Busenbach und Reichenbach zu überrechnen. Für den Ortsteilen werkelt das Büro Millioud an der gleichen Aufgabe.
Die Ergebnisse erläuterte Dipl. Ing. Michael Geschwill den Gemeinderäten. Gerade bei Starkregenereignissen sei es im Bereich von Geländetiefpunkten immer wieder zu Überflutungen und Beschädigungen der angrenzenden Bebauung gekommen. Für die neuen Berechnungen wurde ein Regen von 15 Minuten Dauer mit einer Regenmenge von 166,3 l pro Sekunde und Hektar. Einbezogen in die Berechnungen wurden auch zukünftige Gewerbe- und Wohnbauflächen.
Im Ortsteil Busenbach bestehen nach der Überrechnung erhebliche Überlastungen oder eine unzureichende Abflusskapazität der Kanäle an folgenden Punkten: Ettlinger Straße, Friedhofstraße, Brahmsweg und Stefanienstraße, Ostendstraße, Kinderschulstraße, Kreuzungsbereich Ettlinger Straße - Kapellenweg und die Klammbachverdo-lung im Bereich der Wiesenstraße. Viele der Problempunkte sind durch die angrenzende Feldlage hervorgerufen.
Erhebliche Problempunkte gibt es auch im Ortsteil Reichenbach. Geschwill nannte hier die Kanäle in der Kinzig- und Rheinstraße, die Stuttgarter Straße ab der Kreuzung Zwerstraße, die gesamten Kanäle im Bereich Friedenstraße, Badener Straße, Siemensstraße und Almenweg, Tulpen-, Zwer- und Nelkenstraße, die Durchpressung am Bahnhof Reichenbach und die Ableitungskanäle im Bereich des Kurparks.
Zur Sanierung schlug das Ingenieur - Büro Müller vor, einerseits Kanäle größer zu dimensionieren, wie dies jetzt schon in der Friedenstraße geschehe, zum anderen aber die bestehenden Fließ- und Ableitungswege zu ändern. Nötig sei auch, Kanalerneuerungen durchzuführen, wo die Schadenklasse 1 oder 2 festgestellt wurde.
Für die einzelnen Problempunkte machte Dipl. Ing. Geschwill den Gemeinderäten detaillierte Sanierungsvorschläge. Eingeteilt waren die Maßnahmen in zwei Prioritätsstufen, die nochmals in eine Rangfolge unterteilt waren. Die Gesamtkosten bezifferte das Büro auf insgesamt 22,7 Millionen Mark. Darin enthalten sei eine Wiederherstellung der Straßen im bisherígen Zustand. Falls der Gemeinderat Umgestaltungen wie in der Friedenstraße wolle, sei mit entsprechenden Mehrkosten zu rechnen.
Zur Finanzierung und der Auswirkung auf die Abwassergebühren erklärte auf eine Frage von Bürgermeister Martin Altenbach Rechnungsamtsleiter Josef Manz, dass pro einer Million Investition 12,5 Pfennig an Gebührenmehreinnahmen nötig seien, um die Kosten zu decken. Allerdings verfüge die Gemeinde in diesem Bereich derzeit über Überschüsse, die vor allem aus Rückzahlungen des Abwasserverbands herrührten. Deshalb komme man in den nächsten Jahren ohne Gebührenerhöhung aus. Die gesamten Maßnahmen, darauf machte der Kämmerer aber aufmerksam, könne in fünf bis sechs Jahren zu einer Gebührenerhöhung von etwa 90 Pfennig führen. Das Land fördere zwar derzeit solche Maßnahmen mit etwa einem Drittel der Kosten, allerdings bestehe darauf kein Rechtsanspruch. Falls die Maßnahmen nicht durch Eigenmittel finanziert werden könnten, darauf wies Bürgermeister Martin Altenbach noch hin, seinen Kreditaufnahmen unvermeidlich. Dies hänge aber wesentlich davon ab, wie die Steuereinnahmen in den kommenden Jahren sprudeln.
Was die Ettlinger Straße mehr koste, wenn sie anschließend entsprechend der Friedenstraße hergestellt würde, wollte Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) wissen. Rund 3,6 Millionen war die Antwort von Dipl. Ing. Geschwill, wobei der Bürgermeister ergänzend auf die Schwierigkeit hinwies, dass es sich hier um eine Landesstraße handle. Joachim Lauterbach (CDU) sah bei 25 Millionen Belastung durch die Kanalsanierung wenig Spielraum bei der Haushaltsplangestaltung. Bei Umgestaltungen und eventuellen Sanierungen der Wasserleitungen könne der Betrag leicht auf 30 Millionen anwachsen. Auf seine Frage nach den zeitlichen Planungen antwortete der Bürgermeister, dass man im Frühjahr 2001 bei der Tankstelle in der Ettlinger Straße beginnen wolle. Diese Maßnahme werde sich aber bis ins Jahr 2002 hinziehen. Die Prioritäten setzten sich fast von alleine fest, erklärte Franz Masino (SPD). Ob die derzeit in Reichenbach laufenden beendet seien, wenn in Busenbach begonnen werde, wollte Helmut Völkle (CDU) wissen und seine Fraktionskollegin Roswitha Bichler plädierte für ein Vorziehen der Maßnahme im Kurpark, um dort früher zur Sanierung des Kurparks kommen zu können. Auch Roland Bächlein (CDU) sah die Prioritäten in Reichenbach, um im Kurpark einen Schritt vorwärts zu kommen. Er regte an, die Planungen für beide Ortsteile parallel voranzutreiben und die zeitliche Abfolge dann von der Kassenlage abhängig zu machen. Dem schloss sich auch Werner Anderer (CDU) an.
Bürgermeister Martin Altenbach machte darauf aufmerksam, dass wegen der notwenigen Umleitungsstrecken in der Ettlinger und der Pforzheimer Straße nicht gleich-zeitig gebaut werden könne. Günther Bauer (SPD) sah keine Probleme darin, im Kurpark bis zur Pforzheimer Straße zu arbeiten und gleichzeitig in der Ettlinger Straße zu arbeiten. Hier müssten nämlich die Problempunkte dringend beseitigt werden. Dies sei auch im Hinblick auf das geplante Gewerbegebiet "Rotenbuckel" und das Baugebiet "Neuer Heubusch" notwendig. Bürgermeister Martin Altenbach stimmte dem zu, unter der Voraussetzung allerdings, dass die finanzielle Situation es zulasse. Herbert Masino, Leiter des Ortsbauamts, sprach sich für eine parallele Planung aus. Mit dem Regierungspräsidium müsse aber abgeklärt werden, ob für beide Maßnahmen ein Zuschuss beantragt werden könne, ansonsten müsse der Gemeinderat sich für eine Priorität entscheiden.
Einstimmig gebilligt wurde vom Gemeinderat das gesamte Sanierungspaket, wie es das Ingenieur - Büro Müller für die beiden Ortsteile vorgelegt hat. Die vom Bürgermeister beantrage Priorität für die Ettlinger Straße wurde vom Gemeinderat nicht gebilligt. Einstimmig war man anschließend dafür, parallel zu planen und eventuell auch zu bauen, eine Priorität aber erst dann festzulegen, wenn dies aus Zuschussgründen erforderlich werde.