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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


17.05.2000 Gemeinderat: Beitritt zum Naturpark Nördlicher Schwarzwald


Beitritt zum Naturpark Nördlicher Schwarzwald


Unter der Federführung des Landratsamtes Freudenstadt habe sich eine Lenkungsgruppe gebildet, die sich die Schaffung eines "Naturpark Nördlicher Schwarzwald" zum Ziel gesetzt hat, wie Rechtsamtsleiter Harald Irion ausführte. In dieser In der Lenkungsgruppe seien neben anderen das Ministerium Ländlicher Raum, das Regierungspräsidium Karlsruhe, die Forstdirektion Karlsruhe, der Regionalverband Nordschwarzwald, die Landratsämter Freudenstadt, Calw, Enzkreis, Ortenaukreis und Rastatt, Touristikverbände und weitere Interessengemeinschaften vertreten. Der Landkreis Karlsruhe werde für die Albgaugemeinden durch die Gemeinde Waldbronn vertreten.
Naturparks seien großräumige Landschaften, die aus Naturschutzgründen sowie wegen ihrer besonderen Eigenart und Schönheit von herausragender Bedeutung und deshalb zu erhalten, zu pflegen und zu gestalten sind. Sie sollen die landschaftsbezogene Erholung für die Bevölkerung der Ballungsgebiete verbessern, aber auch in strukturschwächeren Räumen Fremdenverkehr fördern. Ein Naturpark soll eine ,,großräumige Vorbildlandschaft" sein. Deshalb muss in einer Naturparklandschaft auch Vorbildliches geleistet und ein hoher Qualitätsstandard angestrebt werden. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Schutz, Pflege und Entwicklung der Landschaft, Sicherung eines umwelt- und sozialverträglichen Fremdenverkehrs, Unterhaltung und Pflege vorhandener Einrichtungen, Förderung naturnaher Methoden in der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Erhalt und Förderung der charakteristischen Kulturlandschaft und ihres kulturellen Erbes, Umweltbildung, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkung an anderen, das Naturparkgebiet betreffende Planungen.
Ein Naturpark werde formal per Rechtsverordnung durch das zuständige Regierungspräsidium ausgewiesen. In diesem Verfahren erfolgt auch eine Anhörung aller betroffenen Bürger, Institutionen und Fachbehörden. Die Verordnung über einen Naturpark beinhaltet keine über das Naturschutzgesetz hinausgehenden Grundsätze, Ziele und Verbote. Besonders die Planungshoheit der Gemeinden und die Ausübung einer ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft wird grundsätzlich durch diese Verordnung nicht behindert. Die Gemeinden können zudem ausreichende Erschließungszonen für ihr Gebiet festlegen.
Träger des Naturparks ist ein eingetragener, privatrechtlich organisierter Naturparkverein. Mitglieder können alle betroffenen Kommunen, Landkreise, Regionalverbände, Landwirtschaftliche Verbände, Naturschutz- und Tourismusverbände werden. Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, auf die Gemeinde kämen dabei 1.500 DM jährlich zu. Die Landesforstverwaltung übernimmt auf Antrag des Naturparkvereins die Geschäftsführung.
Der Naturpark solle für die Landschaft Nordschwarzwald ein Qualitätssiegel schaffen, das sich auf alle Bereiche wie Natur- und Landschaftsschutz, Landwirtschaft, Tourismus und Freizeitgestaltung, Forstwirtschaft und Siedlungsentwicklung positiv auswirken könne, so Irion abschließend.
Die Gemeinderäte entschieden sich nach kurzer Aussprache einstimmig für den Beitritt, wenn auch Heribert Purreiter (Bündnis 90/Die Grünen) hinter der Aktion mehr Werbewirksamkeit vermutete. Mit Natur im eigentlichen Sinn habe der Naturpark nichts zu tun. Für den Anschluss sprachen sich für ihre Fraktionen Helmut Völkle (CDU) und Günther Bauer (SPD) aus. Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) erwartet, dass nach der Zustimmung auch konkrete Inhalte entstehen.