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Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


10.03.2000 50 Jahre Kolpingfamilie Busenbach


Die Landesehrennadel verlieh im Auftrag des Ministerpräsidenten Bürgermeister Martin Altenbach (links) an Günter Neumaier für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement.


50 Jahre Kolpingfamilie Busenbach:
squot;Ein gutes Stück Busenbacher Nachkriegsgeschichtesquot;
Festakt zum Jubiläum / Schwerpunkt lag auf Hilfe für Projektein der Dritten Welt / Landesehrennadel für Günter Neumaier



Auf ihr 50 – jähriges Bestehen zurückblicken konnte die Kolpingfamilie Busenbach. Bei diesem Festakt wurde immer wieder auf das soziale Engagement hingewiesen, das die Kolpingfamilie Busenbach vor allem in den zurückliegenden Jahren für Hilfsprojekte in der Dritten Welt entfaltet hat. Aber auch im örtlichen waren Mitglieder der Kolpingfamilie in vielfältiger Weise für die Allgemeinheit aktiv, so hob Bürgermeister Martin Altenbach vor allem den Einsatz von Kolpingmitgliedern im Gemeinderat hervor. Die Landesehrennadel erhielt Günter Neumaier, seit 1960 Kassier bei der Busenbacher Kolpingfamilie. Musikalisch wurde das Festbankett umrahmt vom Kirchenchor St. Katharina unter der Leitung von Fr. Gruber. Die verbindenden Worte während des Festbanketts sprach Konrad Ochs.
Vorsitzender Manfred Peter konnte zum Festakt eine große Anzahl von Gästen unter den Kolpingmitgliedern begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dabei Bürgermeister Martin Altenbach, Dekan Andreas Heß, Pfarrerin Sabine Jestadt, Dietmar Ulbrich vom Diakonieverein Waldbronn, Maria Busath, stellvertretende Diözesanvorsitzende der Kolpingfamilien, Bezirkspräses Dr. Ludwig Weiß, Pfarrer Bernd Peisker, Rektor Peter Hepperle und Vertreter zahlreicher benachbarter Kolpingfamilien.
Rückblick auf 50 Jahre Kolpingfamilie
Rückblick auf 50 Jahre Kolpingfamilie Busenbach hielt Gründungsmitglied Hanns – Adolf Rau. Ausgehend von der Situation der Pfarrgemeinde fünf Jahre nach Kriegsende rief er die Gründungsversammlung am 19. März 1950 in Erinnerung mit dem ersten Senior, wie die Vorsitzenden damals noch hießen, Ferdinand Hunzelmann. Präses und geistliche Leiter, so Rau weitrer, waren jeweils die Ortspfarrer, darunter mit rund 29 Jahren Hans Vollmer. Besonders hob Rau Günter Neumaier hervor, der seit 40 Jahren die Kasse mit großer Sorgfalt verwalte.
Ursprüngliche Aufgaben der Gesellenvereine seinen die Wanderfürsorge, Hilfe bei der Weiterbildung und die Geselligkeit gewesen. Gemäß der Forderung von Adolph Kolping –Jeder Mann ein tüchtiger Bürger- wurden im Verlauf der 50 Jahre insgesamt elf Mitglieder in den örtlichen Gemeinderat gewählt. Aber auch im Pfarrgemeinderat waren Kolpingmitglieder aktiv mit. Als Programm fanden religiöse, beruflich orientierte sowie allgemein bildende Vorträge statt. Eine Neuerung gab es 1972, als erstmals auch Frauen zur Generalversammlung eingeladen waren.
Durch Hilfsaktionen habe die Kolpingfamilie Busenbach weit über die Gemeindegrenzen hinaus gewirkt. Auch im Jubiläumsjahr unterstützt die Kolpingfamilie zwei große Projekte der Salesianer Don Boscos in Brasilien mit namhaften Geldbeträgen. Die Hilfe gelte einmal der Arbeit von Bischof Heimerl im Mato Grosso-Gebiet in Brasilien, zum andern werde ein Ausbildungszentrum in Fujiloro / Osttimor unterstützt.
Festansprache von MdL Ingrid Blank
MdL Ingrid Blank konnte die zugesagte Festrede wegen nicht selbst halten, ihr Text wurde aber von Marga Peter verlesen. Die Kolpingfamilien zeichneten sich durch das heute oft vergessene Motto aus: squot;Es zählt der Dienst und nicht die Ehre!squot;. Die Idee Kolpings habe Zukunft, weil die Kolpingfamilien sich nicht zurückziehen, sondern Verantwortung übernehmen. Nicht Forderungen stünden an erster Stelle, sondern selbst anpacken, und sie habe mit der aktiven Bürgergesellschaft zu tun, die es zu gestalten gelte. Hilfe der Gemeinschaft solle erst eingefordert werden, wenn der Einzelne für sein Schicksal nicht mehr selbst Verantwortung übernehmen könne. Denn nur, wer sein Leben aus eigener Kraft meistern könne, sei in der Lage auch anderen solidarisch zu helfen. Für diese Ideen sei Adolph Kolping ein Vordenker gewesen.
Wer aber Brücken bauen wolle, müsse selbst über Werte verfügen, die zu aller erst in den Familien vermittelt werden. Familie sei heute aber vielfältiger zu definieren. Überall, wo Eltern für Kinder und Kinder für Eltern Verantwortung tragen sei Familie. Leider gebe es zunehmend auch Gewalt in der Familie. Nicht wegschauen, einmischen, forderte die Abgeordnete hier. Mehr Erziehung sei heute notwendig. Das bedeute, dass man Kindern Verantwortung übertrage, ihnen aber auch Grenzen setze.
Eine solche Wertegesellschaft kann die Politik nicht entwerfen, sie kann nur die Rahmenbedingungen verbessern. Deshalb appellierte Blank für mehr christliche Stimmen in der Politik unserer Zeit, die auch in der Wirtschaft Not tun. Auch hier müsse der Einzelne mehr Verantwortung übernehmen, sonst seien die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr zu halten.
Ehrungen für langjährige Mitglieder
Geehrt wurden für 50 – jährige Mitgliedschaft die Gründungsmitglieder Rudi Anderer, Helmut Bitsch, Bernhard Fang, Meinrad Fang, Alfons Lauinger und Hanns – Adolf Rau. 40 Jahre Mitglied in der Kolpingfamilie ist Konrad Ochs, der nach mehreren Vorstandsämtern von 1977 bis 1995 Vorsitzender war. 25 Jahre gehören der Kolpingfamilie Rita Blattner, Sigrun Müller, Maria Zaich, Günther Bauer, Peter Rädle und Wolfgang Rau an.
Die Rolle der Kolpingfamilie in Busenbach
squot;Die Kolpingfamilie ist ein gutes Stück Busenbacher Nachkriegsgeschichtesquot;, stellte Bürgermeister Martin Altenbach fest. Gemeinderäte aus der Kolpingfamilie hätten sich ohne ideologische Scheuklappen für die Allgemeinheit eingesetzt. In einem persönlich gehaltenen Rückblick auf die gemeinsamen Jahre im Busenbacher Gemeinderat, stellte der Bürgermeister fest, dass Themen nicht ellenlang diskutiert, sondern entschieden wurden. Als squot;Besonderheitensquot; nach der Sitzung führte er Kaiserwirtin Elsa Müller und Sonnenwirtin Elsa Massinger an. Kommunalpolitik sei bei allen Auseinandersetzungen während der Sitzungen zu der damaligen Zeit auch geprägt gewesen von gegenseitiger Wertschätzung und Hochachtung, und dazu hätten die Mitglieder der Kolpingfamilie im Gremium wesentlichen Anteil gehabt.
Günter Neumaier erhielt Landesehrennadel
Mit der Landesehrennadel ausgezeichnet wurde Günter Neumaier, seit 40 Jahren Kassier der Kolpingfamilie Busenbach. Seit 1978 ist er, wie der Bürgermeister bei der Verleihung ausführte, auch geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bau- und Sparvereins Busenbach. Die Landesehrenadel habe Ministerpräsident Erwin Teufel verliehen in Würdigung des langjährigen Verdienstes im Ehrenamt. Günter Neumaier, so der Bürgermeister weite, stehe für die gute Arbeit der Kolpingfamilie, auch bei den Hilfsprojekten in der Dritten Welt.
Sonderpreis für Badische Revolution
Einen Sonderpreis des Hauses der Heimat Baden Württemberg hat die Kolpingfamilie Busenbach für ihre Veranstaltungen zum Jubiläum der Badischen Revolution erhalten. Das Medienpaket gaben Manfred Peter und Herbert Masino von der Gemeindeverwaltung Waldbronn weiter an die Albert – Schweitzer – Schule Reichenbach, deren Rektor Peter Hepperle es mit Dankesworten entgegen nahm.
Grußworte
Grußworte sprachen Dekan Andreas Heß für das Dekanat Ettlingen. Die Kolpingfamilien hätten im Leib der Kirche eine Gelenkfunktion. Die Glückwünsche der Kolpingfamilien des Bezirks Ettlingen / Karlsruher überbrachte Präses Dr. Ludwig Weiß, der der Kolpingfamilie ein Wort Kolpings mit auf den weiteren Weg gab: squot;Nur wer selbst brennt, kann in anderen ein Feuer der Begeisterung entfachen!squot; Für den Diözesanverband sprach die stellvertretende Vorsitzende Maria Brusath ein persönlich gehaltenes Grußwort, da sie mannigfache Verbindungen nach Busenbach habe. Kolpingmitglieder aus Busenbach hätten die Ideen Kolpings in besonderem Maße weitergetragen.
Für die Arbeitsgemeinschaft Busenbacher Vereine sprach Theo Steppe Glückwünsche aus. Die Rolle der Kolpingfamilie in der Pfarrgemeinde würdigte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Zaich. Für den evangelischen Diakonieverein erinnerte Dietmar Ulbrich an die squot;ökumenische Einheitsquot;, die sich aus den Kolpingfamilien Busenbach, Reichenbach und dem Diakonieverein gebildet habe.
Das Schlusswort sprach Präses Pfarrer Bernd Peisker. Wichtig sei an einem solchen Tag der Blick nach vorne, was das Wirken Adolph Kolpings heute bedeute. Ziel müsse die Bewahrung des menschlichen sein, wo der christliche Glaube nicht mehr nur vorausgesetzt werden könne. Der Glaube aber sei für Kolping der tiefste Grund allen Handelns gewesen.

Oberes Bild:
50 Jahre Mitglied in der Kolpingfamilie Busenbach und damit Gründungsmitglieder sind (von links) Alfons Lauinger, Bernhard Fang, Helmut Bitsch, Rudi Anderer und 2.v.r. Hanns – Adolf Rau sowie (rechts) Meinrad Fang. Konrad Ochs, (3.v.r.) gehört der Kolpingfamilie seit 40 Jahren an und war nach mehreren Vorstandsämtern von 1977 bis 1995 Vorsitzender.


Unteres Bild:
Den Sonderpreis des Hauses der Heimat Baden – Württemberg übergab Vorsitzender Manfred Peter (links) assistiert von Herbert Masino von der Gemeindeverwaltung an Rektor Peter Hepperle (Mitte) von der Albert – Schweitzer – Schule Reichenbach.