Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.427.155



 

Das war...(Aktuelles aus der Gemeinde)


01.02.2000 Busenbacher Schüler gewann Preis


Philipp Mössinger (rechts) erläutert seinen Stirlingmotor, als interessierte Beobachter dabei (von links) Rektor Helmut Waldmann, Prof. Helmut Scherf, Schulrat Peter Neubarth, Dr. Gustav Trippe und Schulamtsdirektor Klaus Goerke.


Anne-Frank-Schule Busenbach:
Mit Stirlingmotor Preis gewonnen
Philipp Mössinger siegte in Wettbewerb des Staatlichen Schulamts



Im April vergangenen Jahres hatte das Staatliche Schulamt Karlsruhe gemeinsam mit der Karlsruher Ingenieurgesellschaft Dr. Trippe GmbH einen Ideenwettbewerb "Technik – Physik – Innovation" für Haupt- und Sonderschulen ausgeschrieben. Die Aufgabe dieses ersten Wettbewerbs bestand in Konstruktion und Bau eines funktionsfähigen Stirlingmotors. Die an der Kurbelwelle anstehende mechanische Leistung solle dann ein Aggregat wie eine Pumpe oder einen antreiben, wie es in der Ausschreibung hieß.
Der erste Preis in Gestalt eines nagelneuen Mountain-Bike bei diesem Wettbewerb wurde jetzt an Philipp Mössinger übergeben, einem Siebtklässler der Busenbacher Anne – Frank – Schule. Dazu waren neben Schulamtsdirektor Klaus Goerke und Schulrat Peter Neubarth vom Staatlichen Schulamt Karlsruhe auch Dr.ing. Gustav Trippe und Prof. Helmut Scherf von der Fachhochschule Karlsruhe, Fachbereich Mechatronik, gekommen. Als ersten Preis durfte sich Philipp Mössinger über nagelneues Mountainbike als Lohn für die Mühe freuen.
Blitzblank stand der von Philipp Mössinger gebaute Stirlingmotor auf dem Tisch im Musiksaal der Anne – Frank – Schule, startete auf Anhieb und lief dann weiter wie geschmiert. Ein Stirlingmotor, so Philipp Mössinger, dem bei der Bauarbeit sein Vater assistierte, ist ein Heißgasmotor. Im Falle des Mössingerschen Motors wird die Heißluft mit einem Rechaud erzeugt. Der Trick sind dabei die beiden Kolben, ein Arbeits- und ein Verdrängerkolben, die um 90 Grad versetzt arbeiten und sich dabei,einfach ausgedrückt, das Wechselspiel von heißer und kalter Luft zunutze macht. Stirlingmotoren sind aber keine Marotte von Bastlern, wie Dr. Trippe ergänzt, sie spielen eine immer größere Rolle beim Einsatz der Solartechnik.
Bevor es aber ans Bauen gehen konnte, musste zunächst einmal Fachliteratur über Stirlingmotoren gewälzt werden. Über solche Hefte bahnte sich ein Kontakt zu H. Rück aus St.Georgen an, einem Bastler – Profi in Sachen Stirlingmotoren. Auch von ihm kamen entscheidende Tipps. Danach galt es Konstruktionszeichnungen, auch sie waren im Wettbewerb gefordert, anzufertigen. Als den mühsamsten Teil bezeichnete Philipp die endlich anzufertigende Dokumentation über den Bau seines Stirlingmotors.
Die Bauteile für seinen Motor fand Philipp, der auch hier auf die Hilfe seines Vaters angewiesen war, auf Schrottplätzen, vorwiegend in der Pfalz, aber auch in speziellen Bastlergeschäften. Fast abenteuerlich klingt es, wenn Philipp erzählt wo Einzelteile vorher ihren Dienst versahen: Mopedmotoren sind dabei ebenso vertreten wie Kaffeemaschinen.
Schulamtsdirektor Klaus Goerke dankte vor allem Dr. Trippe für sein Engagement bei diesem Wettbewerb, mit dem weitere Kooperationsformen zwischen Schule und Arbeitswelt aufgetan wurden. Wenn auch die Resonanz auf die erste Ausschreibung, insgesamt gingen acht Arbeiten ein, noch etwas mager war, einig waren sich Dr. Trippe und die Vertreter des Staatlichen Schulamts, den Wettbewerb fortzuführen, zumal eine Aktion der Zeitschrift FOCUS und des BDI in die gleiche Richtung weisen.. Eine neue Ausschreibung soll in Kürze erfolgen, allerdings mit etwas einfacherer Themenstellung, wie Dr. Trippe durchaus selbstkritisch zum jetzt abgeschlossenen Wettbewerb anfügt.
Dr. Gustav Trippe brach bei dieser Gelegenheit auch eine Lanze für die beteiligten Haupt- und Sonderschüler. Qualifizierte Handwerker seien das internationale Aushängeschild Deutschlands, wie er von Reisen in fernöstliche Länder zu berichten wusste. Großen Anteil an diesem Renommee komme dabei den Hauptschülern zugute. Und Rektor Helmut Waldmann ergänzt, dass solche Wettbewerbe zeigen, zu welchen Leistungen Hauptschüler fähig sind, gleichzeitig aber auch dazu beitragen ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Philipp Mössinger, so Waldmann, sei vielseitig interessiert, wobei seine schulischen Schwerpunkte in den Fächern Naturwissenschaften, Technik und Mathematik zu suchen sind.